Undogmatischer junger Linker

Gabriel Boric wird für Chiles Linke um die Präsidentschaft kämpfen

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.
Gabriel Boric
Gabriel Boric

»Habt keine Angst vor der Jugend, denn wir haben die Erfahrung derer, die vor uns gekämpft haben, wir lernen aus ihren Fehlern und Erfolgen, und wir nehmen ihren Platz ein.« So reagierte der Präsidentschaftskandidat der chilenischen Linken, Gabriel Boric, auf seinen durchaus überraschenden Sieg bei den internen Vorwahlen der der linken Koalition Apruebo Dignidad (Zustimmung zur Würde) über den Favoriten Daniel Jadue von der Kommunistischen Partei Chiles.

Boric, der seinen Nachnamen kroatischen Wurzeln verdankt und mütterlicherseits über katalanische verfügt, gehört selbst der Frente Amplio (Breiten Front) an, die er 2016 mitgegründet hat. Da war der im südchilenischen Puerto Arenas Geborene gerade mal 30 Jahre alt und blickte schon auf für dieses Alter reichlich politische Erfahrung zurück. 2011 schlug er das Gesicht der Studentenbewegung, die amtierende Präsidentin Camila Vallejo, bei den Wahlen zum Präsidenten der Vereinigten Studierendenschaft und wurde selbst zum Wortführer neben Vallejo. Vallejo sitzt heute für die KP Chiles im Parlament, Boric für die Frente Amplio.

Boric ist ein talentierter Wahlkämpfer. Das zeigte er schon 2013, als er als unabhängiger Kandidat in seiner Heimatregion Magallanes an der Grenze zur Antarktis den Einzug ins Parlament 2014 schaffte. 2018 gelang ihm der Wiedereinzug auf der Liste der Frente Amplio. Sein politischer Fokus liegt insbesondere auf sozialer Gerechtigkeit, Dezentralisierung, Feminismus und ökologischer Nachhaltigkeit.

Chiles politische Landschaft ist mächtig in Bewegung. Borics Vorwahlsieg unterstreicht das. »Ich nehme diesen Triumph mit Freude, Demut und vor allem mit einem Gefühl der Verantwortung an. Dank auch an Daniel Jadue. Um im November zu gewinnen, müssen wir noch mehr zusammenstehen. Weiter geht’s!«

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