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Mexiko wehrt sich gegen Waffenschmuggel

Regierung von Präsident López Obrador verklagt US-Firmen

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard zeigt sich siegessicher: »Wir werden den Prozess gewinnen und den illegalen Waffenschmuggel nach Mexiko drastisch reduzieren.« Mexiko legt sich mit dem übermächtigen Nachbarn USA an, von dem das mexikanische Sprichwort kundet: Armes Mexiko, Gott ist so fern und die USA sind so nah.

Die Klage vor dem Gericht in Boston richtet sich unter anderem gegen Smith & Wesson, Beretta, Colt, Glock, Century Arms, Ruger und Barrett. Die mexikanische Regierung fordere Entschädigung für den Schaden, der durch die »fahrlässigen Praktiken« der US-Waffenverkäufer entstanden sei, sagte Ebrard. Auch Präsident Andrés Manuel López Obrador unterstütze den Schritt, sagte Ebrard am Mittwoch (Ortszeit).

Mexikos sozialdemokratische Regierung hat gute Argumente für ihr Vorgehen. Allein im Jahr 2019 waren nach Angaben der Regierung bei 17 000 Tötungsdelikten geschmuggelte Waffen aus den USA im Spiel. Zwischen 70 und 90 Prozent aller an Tatorten gefundenen Waffen wurden demnach illegal aus den USA eingeführt. 2019 wurde mit fast 35 000 Morden bereits im dritten Jahr in Folge ein neuer Höchststand erreicht. Der Trend setzte sich 2020 fort. Rund 60 Prozent der Morde gehen auf das Konto des organisierten Verbrechens.

Das lateinamerikanische Land wird von den USA seit langem unter Druck gesetzt, gegen den Drogenschmuggel vorzugehen. Nun will Mexiko seinerseits erreichen, dass die USA etwas gegen den Waffenschmuggel unternehmen. Die beschuldigten US-Unternehmen stehen zusammen für rund zwei Drittel der illegal nach Mexiko gebrachten Waffen. Ebrard warf den Unternehmen vor, verschiedene Modelle ihrer Schusswaffen speziell für Drogenschmuggler zu entwickeln.

Experten zufolge wird das juristische Vorgehen voraussichtlich weitgehend symbolisch bleiben. Das US-Recht mache es »nahezu unmöglich«, dass Waffenhersteller für den Schmuggel verantwortlich gemacht werden können, sagte Lorenzo Meyer, emeritierter Professor am College of Mexico. mit Agenturen

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