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Die nd-Literaturwoche

Neuerscheinungen zur Frankfurter Buchmesse, vorgestellt im Berliner Redaktionsgebäude

  • Von Olaf Koppe und Mario Pschera
  • Lesedauer: 5 Min.
Die nd-Literaturwoche

Am 20. Oktober beginnt in Frankfurt am Main die Herbstbuchmesse, neben Leipzig im Frühjahr der größte internationale Handelsplatz für Literatur und zugleich ein Ort für Begegnungen zwischen Literaturschaffenden und -interessierten. Nach der digitalen Ausgabe 2020 wagt die Frankfurter Messe wieder die Öffnung für das Publikum. Wohl wissend, dass sicher nur ein kleiner Teil der literaturbegeisterten nd-Leserschaft den Weg in die Frankfurter Messehallen auf sich nehmen kann und wird, haben wir uns entschlossen, eine kleine Messewoche an unserem Verlags- und Redaktionssitz am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin-Friedrichshain zu veranstalten. Vom 18. bis 23. Oktober werden wir in Kooperation mit dem Münzenberg-Forum eine Reihe von Lesungen und Gesprächen mit Autorinnen und Autoren anbieten, von denen wir glauben, dass sie bei unseren Leserinnen und Lesern auf Interesse stoßen.

Wir starten am 18. Oktober um 17 Uhr mit einer nd-Eigenproduktion. »Als wär man der und der« hat unser früherer langjähriger Feuilleton-Redakteur Hans-Dieter Schütt sein Buch genannt, in dem Gespräche mit Prominenten und weniger Prominenten, mit Theaterschaffenden, Schauspielern, Dichtern und Leuten »wie du und ich« aus 30 Jahren journalistischer Arbeit für die Tageszeitung »neues Deutschland« versammelt sind.

Am gleichen Abend wird der Stadt- und Regionalsoziologe Andrej Holm zu Gast zu sein. Demnächst erscheint im Verlag Karl Dietz Berlin sein Buch »Objekt der Rendite. Zur Wohnungsfrage und was Engels noch nicht wissen konnte«. Berlin-Redakteur Nicolas Šustr wird mit ihm sicher nicht nur über das Buch reden, sondern auch über die Ergebnisse des Berliner Volksentscheids am 26. September zur Vergesellschaftung der Wohnungsbestände von Deutsche Wohnen und Co. und dessen Folgen.

Auch der Dienstag, 19. Oktober, wartet mit zwei Veranstaltungen auf: Am späten Nachmittag unterhält sich nd-Verlagsleiter Olaf Koppe mit dem Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner. »PWW« kennen Sie bereits von einer Vielzahl von nd-im-Club- und nd-Filmclub-Veranstaltungen. Zusammen mit Hans-Dieter Schütt hat er, ganz aktuell und natürlich auch dem 75. Jahrestag der Defa gewidmet, im Quintus-Verlag den Band »Lebens Licht und Lebens Schatten« herausgebracht. Dieser umfasst 15 Gespräche mit DDR-Filmschaffenden, die Paul Werner Wagner in den letzten Jahren im Forum Kultur und Politik in Halle, im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin sowie im Kulturcafé »Quchnia« geführt hat. Zwei Stunden später begrüßt Christof Meueler, Ressortleiter des nd-Feuilletons die Autorin, Regisseurin und Kuratorin Grit Lemke, die gerade bei Suhrkamp ihr Buch »Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror« veröffentlicht hat, in dem sie in Form eines dokumentarischen Romans die widersprüchlichen Wege ihrer, der übersprungenen Generation Ost aufarbeitet.

Am Mittwoch wird die Journalistin Nina Scholz im Gespräch mit nd-Redakteur Simon Poelchau ihr bei Bertz + Fischer erschienenes Buch »Die wunden Punkte von Google, Amazon, Deutsche Wohnen & Co. Was tun gegen die Macht der Konzerne?« vorstellen. Für das Buch hat sie mit Arbeitern, Gewerkschaftern und Aktivisten gesprochen, die sich gegen die Macht der Großkonzerne zur Wehr setzen, und eine Ermutigung zur praktischen Solidarität verfasst.

Am Donnerstag hat Paul Werner Wagner um 17 Uhr den bekannten Autor und Publizisten Christoph Dieckmann mit seinem Buch »Woher sind wir geboren.« zu Gast. Der unermüdliche ZEIT-Chronist Dieckmann, sucht in seinem neuen Buch nach Wurzeln deutscher Identität, erzählt vom langen Untergang seiner DDR und von der Münchner Räterepublik, reist zum »Schrein der Christenheit« nach Aachen, zur »Judensau« in Luthers Wittenberg, zur Walhalla und in Deutschlands einstige Kolonialmetropole Hamburg. Am Abend lotst Mario Pschera, der nd-Pfadfinder durch den Bücherwald, die Leserschaft auf ein musikalisches Pflaster: »Richard Wagner und die Klezmerband. Der neue jüdische Sound in Deutschland« heißt das im Ariella-Verlag erscheinende Buch des ukrainischstämmigen Berliner Musikers, DJ, Produzenten und Radiomoderators Yuriy Gurzhy, der einst zusammen mit Wladimir Kaminer die legendäre »Russendisko« erfunden hat und nebenbei ein musikethnografisch sicheres Händchen für verschollene Platten und vergessene Größen der nicht nur sowjetischen Popkultur beweist. Neben außergewöhnlichen Einblicken in den Berliner Cluballtag und das Leben bekannter und weniger bekannter Musiker entspinnt sich daraus eine kleine Kultur- und Sozialgeschichte jüdischer Musik in Deutschland, die einen durchaus amüsanten Abend verspricht.

Die Kunst, ernste Themen pointiert und ironisch gebrochen dem Publikum nahezubringen, beherrscht auch der Journalist und Deutschlandradio-Moderator Levent Aktoprak. Sein Gedichtband »Unterm Arm die Odyssee/Das Meer immer noch im Kopf«, vor 30 Jahren im Dağyeli-Verlag erstmals erschienen und überarbeitet wiederveröffentlicht, nimmt das verdruckste Verhältnis Deutschlands zu seinen »Gastarbeitern« und den Identitätszwang auf die Schippe. Die Lesung am Freitag wird eine gute Gelegenheit sein, darüber zu reden, was bei der sogenannten Integration immer noch schiefläuft und warum manche Menschen einfach pragmatischer als die Politik agieren. Zum Beispiel Fußballfans aus dem Ruhrpott.

Am Samstag um 17 Uhr liest Kathrin Gerlof, die nd- und OXI-Autorin aus dem Manuskript ihres noch unveröffentlichten neuen Romans mit dem Arbeitstitel »Wer wir morgen waren«. Diskutieren Sie mit Kathrin Gerlof und Gastgeberin Irmtraud Gutschke, haben Sie teil an dem Schaffensprozess an einem Buch, das hoffentlich wie ihr letzter, im Aufbau-Verlag erschienener Roman »Nenn mich November« ein voller Erfolg wird.

Der Abschluss unserer Literaturwoche gehört Veronika Kracher. Im Gespräch mit nd-Redakteurin Corinna Meisenbach stellt sie am Samstagabend ihr im Ventil Verlag erschienenes Buch »Incels« vor, in dem sie sich mit der Geschichte, der Sprache und der Ideologie eines Online-Kults auseinandersetzt, dessen Phänomen gerade im deutschsprachigen Raum bisher nur sehr oberflächlich analysiert wurde.

Details zu den Veranstaltungen der nd-Literaturwoche, die wir unter Beachtung der 3G-Regeln durchführen, finden Sie nebenstehend in der Randspalte. Kommen Sie vorbei, entdecken Sie die Herbstnovitäten ausgewählter Verlage. Lassen Sie sich zu unterhaltsamen Gesprächen und einem Bücherkauf im nd-Shop verführen.

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