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Geldhahn geschlossen halten

Daniel Lücking zur geforderten Freigabe afghanischer Geldreserven

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Amir Khan Muttaqi (l), amtierender Außenminister der Taliban-Regierung in Afghanistan fordert den US-Kongress auf, die eingefroren Finanzmittel in Milliardenhöhe freizugeben.
Amir Khan Muttaqi (l), amtierender Außenminister der Taliban-Regierung in Afghanistan fordert den US-Kongress auf, die eingefroren Finanzmittel in Milliardenhöhe freizugeben.

Der afghanische Außenminister Amir Khan Muttaqi hat in einem offenen Brief an den US-Kongress gefordert, die USA sollten die Reserven der afghanischen Zentralbank wieder freigeben. Im Zuge der Machtübernahme der Taliban sind im August Konten im Umfang von rund neun Milliarden US-Dollar eingefroren worden. Es drohe Massenmigration und sowohl Bildung als auch Gesundheitsversorgung würden leiden, schreibt Muttaqi.

Es ist unstrittig, dass sich mit dem einsetzenden Winter die Lage der Menschen in Afghanistan weiter verschlechtern wird. Schon jetzt kämpfen sie mit steigenden Preisen, Arbeitsverboten für Frauen und daraus resultierend zu geringer Produktion von Lebensmitteln.

Unstrittig ist aber auch, was die Taliban in Afghanistan wieder anrichten. So wurden kürzlich Afghanen in ein Stadion eingeladen, in dem zwei Männer aufgrund sexueller Handlungen bestraft wurden. Es galt striktes Smartphoneverbot, so dass die Folter keinen Weg in die sozialen Medien fand. In anderen Videos zeigen sich Taliban, die auf Bürostühlen geköpfter Verwaltungsbeamter durch die Gegend rollen. Diesem unkalkulierbaren Regime Massen an Geld zu senden, ist der falsche Weg. Wichtiger wäre, die direkte Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern zu organisieren.

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