Untragbar

Selbst seine Partei fordert Peter Feldmann nach sexistischer Äußerung zum Rücktritt als OB von Frankfurt am Main auf

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 2 Min.
Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nimmt an der Aufstiegsfeier der Frankfurter Löwen im Kaisersaal des Römer teil. +++ dpa-Bildfunk +++
Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nimmt an der Aufstiegsfeier der Frankfurter Löwen im Kaisersaal des Römer teil. +++ dpa-Bildfunk +++

Fast zehn Jahre ist Peter Feldmann schon im Amt – und das, obwohl es gegen den Oberbürgermeister von Frankfurt am Main seit Jahren Korruptionsvorwürfe gibt. Nun scheint ihn ein Altherrenwitz zu Fall zu bringen. Er war offenbar der sprichwörtliche letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und dafür sorgte, dass sich nun auch seine Partei von ihm distanzierte: In einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung fordert der Vorstand der SPD Frankfurt einstimmig den sofortigen Rücktritt des 63-Jährigen. Zuvor hatten sich bereits Grüne, CDU, FDP und Volt im Frankfurter Römer dafür ausgesprochen. Die städtische SPD-Spitze erklärte, die Äußerung des OB über Flugbegleiterinnen sei »kein Kavaliersdelikt«. Sexismus habe in der SPD keinen Platz. Zudem reihe sich der Fauxpas »in eine Reihe weiterer Fehlleistungen ein«.

Auf dem Flug der Eintracht Frankfurt zum Finale der Europa League in Sevilla, aus dem sie als Siegerin hervorging, hatte Feldmann geredet und nebenbei die Bemerkung fallen gelassen, die Stewardessen hätten ihn »hormonell erst mal außer Gefecht gesetzt«. Der Fußballklub setzte Feldmann symbolisch den Stuhl vor die Tür, kritisierte neben der Äußerung auch das unangemessene Verhalten des Politikers auf der Siegesfeier der Eintracht. Dort hatte er sich in den Vordergrund gespielt und es nicht geschafft, die Namen der Spieler richtig auszusprechen.

Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft Feldmann im März wegen des Verdachts der Vorteilsnahme angeklagt. Feldmanns Ehefrau soll als Leiterin einer Kita der Arbeiterwohlfahrt (Awo) »ohne sachlichen Grund« ein übertarifliches Gehalt bezogen haben. Zudem habe die Awo Frankfurt den OB im Wahlkampf 2018 unterstützt. Im Gegenzug habe dieser die Interessen der Awo »wohlwollend berücksichtigen« wollen. Feldmann hatte danach lediglich erklärt, er werde nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit 2024 nicht erneut kandidieren. Nun dürfte der Rücktritt nur noch eine Frage von Stunden sein: Feldmann hat für diesen Mittwoch ein Statement angekündigt.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal