Polizei ohne Rassismus

Louisa Theresa Braun fordert personelle Konsequenzen von der Polizei.

  • Von Louisa Theresa Braun
  • Lesedauer: 2 Min.
Rassismus tötet: Das darf nicht sein.
Rassismus tötet: Das darf nicht sein.

Was der Klimaaktivist Rafid Kabir erzählt, klingt unglaublich: Schwarze Menschen, die sich vor Polizist*innen entkleiden mussten. Eine Gruppe junger, zum Teil minderjähriger BIPoC, die wie Schwerverbrecher an die Wand gestellt werden, obwohl sie nichts getan hatten. Gewalt, patriarchale Schikane und Handschellen für den 19-Jährigen, der es wagt, nach dem Grund der Maßnahme zu fragen. Und tatsächlich klingt die Beschreibung dieser Szene von Seiten der Berliner Polizei ja auch ganz anders. Demnach gibt es keine Hinweise auf unverhältnismäßiges, rassistisches Vorgehen der Beamt*innen. Wie so oft steht Aussage gegen Aussage. Wem soll man glauben?

Ich glaube Rafid Kabir, denn ich habe selbst erlebt und oft genug von anderen erfahren, wie gerne manche Polizist*innen unverhältnismäßige Maßnahmen durchsetzen. Auch mein Handy wurde bereits beschlagnahmt. Allerdings sehr höflich, ich wurde nicht angefasst, geschweige denn zu Boden gedrückt oder beleidigt. Denn ich habe das Privileg, weiß zu sein.

Für viele BIPoC-Personen gehören rassistische Polizeikontrollen und damit verbundene, traumatische Gewalterfahrungen zu ihrem Alltag. »Ihr seid keine Sicherheit«, heißt deswegen auch eine Kampagne gegen Rassismus in sogenannten Sicherheitsbehörden. Es ist an der Zeit für eine schonungslose Aufarbeitung nicht nur des Falls Rafid Kabirs, sondern auch all jener Vorfälle, in denen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert und kriminialisiert wurden. Und es ist an der Zeit, Rassist*innen in Behörden aus dem Dienst zu entlassen.

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