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Wege aus dem Teufelskreis

An den Schulen fehlen mehr Lehrerinnen und Lehrer denn je

Händeringend wird nach Lehrkräften gesucht: Schulleiterin Helga Frenzel unterrichtet in der Grundschule in Sachsendorf (Sachsen-Anhalt). Die 70-Jährige ist laut dem Bildungsministerium aktuell eine von 61 Lehrkräften, die ihre Lebensarbeitszeit verlängern.
Händeringend wird nach Lehrkräften gesucht: Schulleiterin Helga Frenzel unterrichtet in der Grundschule in Sachsendorf (Sachsen-Anhalt). Die 70-Jährige ist laut dem Bildungsministerium aktuell eine von 61 Lehrkräften, die ihre Lebensarbeitszeit verlängern.

Der Lehrkräftemangel ist derzeit das größte Problem an den Schulen. Die Lücke an unbesetzten Stellen wird immer größer. Ein Versuch, die Not zu lindern, sind Appelle an Teilzeit-Lehrkräfte, mehr Stunden zu unterrichten, wie es der sächsische Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) gerade getan hat.

Das wäre eine praktische Lösung – und ist einen Versuch wert. Mehr aber auch nicht. Denn die Stimmung an vielen Schulen ist schlecht. Die Coronakrise sorgte für einen Ausnahmezustand, und die Mängelverwaltung geht seitdem weiter. Viele Lehrkräfte sind erschöpft. Eine Umfrage hat kürzlich ergeben, dass vielen alles andere in den Sinn kommt, als ihre Stundenzahl zu erhöhen. Im Gegenteil: Der Wunsch ist verbreitet, weniger zu arbeiten. Die Gewerkschaft GEW spricht längst von einem Teufelskreis aus »Überlastung durch Lehrkräftemangel und Lehrkräftemangel durch Überlastung«. Tatsächlich ist es schwer, die Misere zu überwinden. Fest steht nur: Es müssen Pädagogen ausgebildet werden. Zeit gibt es dafür eigentlich nicht. Denn schon 2026 steht das nächste große Vorhaben an: Dann soll die Ganztagsbetreuung an Grundschulen bundesweit eingeführt werden.

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