Für eine gerechtere Zukunft

Weil »Teilen satt macht«, zahlt sich Ihre Spende aus

  • Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 6 Min.
Gemeinsames Ausheben von Pflanzgräben für Bäume stärkt den Zusammenhalt.
Gemeinsames Ausheben von Pflanzgräben für Bäume stärkt den Zusammenhalt.

Vor 20 Jahren sind Claudia Klein-Hitpaß und ihr Mann Uwe Rotter auf die Fahrräder gestiegen und um die Welt geradelt. Sie haben in den zwei Jahren ihrer Reise so viele gastfreundliche Menschen getroffen, die sie eingeladen, die mit ihnen geteilt haben. Und das, obwohl sie in vielen Regionen unterwegs waren, wo die Armut sehr groß ist. »Der größte Schatz unserer Reise ist die Erkenntnis: Überall auf der Welt sind so viele großherzige Menschen, die dir hilfsbereit zur Seite stehen«, resümiert sie. »Teilen macht satt – niemand soll hungern müssen. Wenn wir teilen, stärken wir den Zusammenhalt der Menschen dieser Welt«. Ihre Erfahrungen, teilhaben zu dürfen, setzt sie heute für INKOTA um.

Eine Weltreise mit dem Fahrrad.
Eine Weltreise mit dem Fahrrad.

Sich in entwicklungspolitischen Organisationen zu engagieren, kann unterschiedliche Gründe haben. Geeint sind SODI, Weltfriedensdienst und INKOTA in dem Bestreben, Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in der Welt zu verringern. Mit Ihren Spenden, liebe Leserinnen und Leser, können die Projekte gelingen und deutlich über den Projektrahmen hinaus Wirkung in den Regionen Vietnams, Burundis oder im Senegal entfalten. Bis zum 17. Dezember sind bereits 28 950,81 Euro an Spenden eingegangen. 

Langfristige Perspektiven

Die Landnutzungsrechte, die die Menschen in Vietnam erwerben, sichern ihr Einkommen. Mit der Bewirtschaftung geht aber auch Verantwortung einher. Die Bäuerinnen und Bauern in den Bergen Zentralvietnams lernen neue, an den Klimawandel bestmöglich angepasste Formen der Bewirtschaftung. Das ist besonders nötig, da die Region sehr stark davon betroffen ist. So werden auch das Land und der Wald geschützt. Außerdem begleitet INKOTA-Partner Chiase die Menschen mit Schulungen, in denen die Gemeinden lernen, das ihnen zugeteilte Land sozial gerecht zu verwalten. Es wird in den Aufbau von Strukturen investiert, die über das Projekt fortbestehen und sich selbst tragen. Sind in einer Gemeinde erfolgreich die neuen Regelungen eingeführt, organisiert Chiase einen Austausch mit der nächsten Gemeinde, damit alle zusammenkommen und von ihren Erfahrungen gegenseitig lernen und sich helfen können.

Enda Pronat, die Partnerorganisation des Weltfriedensdienstes im Senegal, baut nach Abschluss des Projektes weiter Kapazität auf, teilt Wissen und tätigt praktische Investitionen in die sinnvolle ländliche Entwicklung, damit die Ernährung der Bevölkerung nachhaltig, klima- und sozialverträglich auch in Krisen wie der jetzigen gesichert wird. Die Programmkoordinatorin Simone Ramones erklärt die Wirksamkeit des Projekts am Beispiel der Trainings der Produzentinnen und Produzenten: »Durch die neu gewonnenen Kenntnisse können die kleinbäuerlichen Familienbetriebe ihre Anbaumethoden nach agrarökologischen Prinzipien verbessern – dieses Wissen bleibt erhalten, wird weitergegeben und wirkt auf diese Weise weit nach Projektabschluss fort.«

Hier erfahren sie mehr über die Solidaritätsaktion „Teilen macht satt»

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch OAP, die Partnerorganisation von SODI. Kurz vor Ablauf des Projekts wird auf Basis der dabei gesammelten Erfahrungen entschieden, ob ein weiteres mit OAP initiiert werden soll. Dieses neue Projekt wäre dann voraussichtlich auch umfangreicher. Thilo Schäfer, Programm-Manager für den Länderbereich Afrika bei SODI, ist zuversichtlich, dass SODIs Engagement in Burundi mit OAP fortgesetzt werden kann: »Interessant wäre eventuell sogar ein länderübergreifendes Projekt in Zusammenarbeit mit OAP und UGEAFI. Beide Organisationen arbeiten in der Konflikttransformation mit Friedenskomitees und bei der Sicherung der Ernährung. Auch die Einsatzgebiete liegen nebeneinander, nur durch die Staatsgrenze und den Tanganjika-See getrennt. Zwischen beiden Organisationen gibt es sogar bereits persönliche Kontakte.«

Jedes Projekt ist einzigartig

Es geht weniger um Nothilfe als darum, langfristig etwas zu verändern. Immer wieder ist es beeindruckend, wie viel dank unserer Spenderinnen und Spender bewegt werden kann. Damit können wir die Ungerechtigkeit der Welt ein wenig ausgleichen. So stellt INKOTA in diesem Jahr ein Projekt in Vietnam vor, das wirklich neue Chancen bietet für die Bäuerinnen und Bauern der abgelegenen Bergregionen im Zentrum des Landes. Sie leben zumeist von der Landwirtschaft und oft in großer Armut. Und auch hier geht es um das Teilen: Land, das früher in Regierungsverwaltung war, wird gerecht unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Berge aufgeteilt – für eine nachhaltige und langfristige klimagerechte Nutzung.

Was INKOTA-Partner Chiase für die Menschen in den Bergen leistet, ist enorm. Chiase packt das Problem an der Wurzel: Es fehlt der Zugang zu Land. Die Lösung sind Zertifikate der Regierung, die die Nutzung der Gebiete langfristig erlauben und bescheinigen. Mit diesen Rechten haben die Menschen die Möglichkeit, mehr Land und Wald zu nutzen. Sie können ausreichend Kräuter, Gemüse und Obst anbauen und ernten, um ihre Familien zu ernähren und noch etwas auf den Märkten zu verkaufen. Ohne Partner und ohne Spenden würden sie keinen Zugang zu zusätzlichen Landflächen erhalten. Denn die Regierung muss erst Gebiete freigeben, die langfristig genutzt werden dürfen. Dafür ist ein hoher bürokratischer Aufwand erforderlich.

Das Projekt von OAP und SODI hat das Ziel, den fragilen Frieden in der burundischen Provinz Rumonge zu stabilisieren. Dabei setzt OAP auf eine Vielzahl von Maßnahmen. Die Hauptbausteine sind erstens die Qualifizierung von Friedenskomitees, in denen Dorfbewohner*innen lernen, Konflikte mit Techniken der Mediation beizulegen. Zweitens bauen Freiwillige, die an ebenjenen Trainings zur Mediation teilgenommen haben, Verbindungswege zwischen den Dörfern und Versammlungshallen. Sie bauen damit die Infrastruktur für den zivilgesellschaftlichen Dialog.

SODI hat selbst keine Mitarbeiter*innen im Ausland, vielmehr arbeiten wir mit lokalen Partnerorganisationen aus dem Globalen Süden zusammen. Mit diesem Modell der Zusammenarbeit soll sichergestellt werden, dass die Perspektive vor Ort mit aufgenommen wird. Die Unterstützung beim »Kapazitätsaufbau« ist ein weiteres Element. Das heißt, dass die lokalen zivilgesellschaftlichen Strukturen ausgebaut und eigene Mitarbeiter*innen geschult werden, sodass die NGOs vor Ort selbst notwendiges Wissen erwerben und Erfahrungen sammeln, um eigenständig Projekte durchzuführen. Die Projektmanager*innen von SODI unterstützen sie beispielsweise bei der Abrechnung von Fördergeldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der Weltfriedensdienst begleitet seine Partnerorganisation Enda Pronat schon einige Jahre. Sie engagiert sich für die gerechte Verteilung und fairen Zugang zu Ressourcen im Senegal. Und ihr Einsatz wirkt nachhaltig. Über die Jahre ist durch Enda Pronat ein solides Fundament für eine Agrarwende von unten entstanden: Zum Beispiel haben die Kolleginnen und Kollegen vor Ort Tausende von Bäuerinnen und Bauern in nachhaltigen Anbaumethoden weitergebildet, damit die Familien dauerhaft ihre Ernährungslage und ihr Einkommen verbessern können. Sie haben gemeinsam mit den Dörfern zahlreiche Vereinbarungen für den Schutz der natürlichen Ressourcen erarbeitet. Und sie haben tatkräftig Lobbyarbeit auf kommunaler und nationaler Ebene betrieben, damit die Landbevölkerung ihr Recht auf Nahrung durchsetzen kann. Enda Pronat hat so das Fundament für einen Dialog auf Augenhöhe zwischen unterschiedlichsten Akteuren gelegt. Mittlerweile hat sich die Organisation politisch auf nationaler Ebene als Motor für die agrarökologische Wende im ganzen Land etabliert.

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