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Chinas Klima-Versprechen: Länder, hört die Signale!
Jörg Staude über die Reaktionen auf Chinas Klima-Versprechen
Auf ein solches Signal hat die Welt lange gewartet: China will nach 2030 seine klimarelevanten Emissionen real senken. Die Reaktionen etwa von Umweltverbänden fallen euphorisch aus, auch wenn noch gar nicht klar ist, wie viel Treibhausgase das Reich der Mitte tatsächlich einsparen will.
Chinas Selbstverpflichtung wird allerdings nicht reichen, um demnächst eine tatsächliche Wende bei den globalen Emissionen herbeizuführen. Andere große Emittenten wie die USA und Russland sind entweder aus dem Klimaschutz gänzlich ausgestiegen oder begnügen sich, wie zum Beispiel gerade Europa, mit einer Placebo-Politik.
Nur zur Erinnerung: Fürs 1,5-Grad-Limit müssten die weltweiten CO2Emissionen bis 2030 um die Hälfte sinken. Das ist nicht mehr zu schaffen. Entsprechend warnte der Extremwetterkongress gestern: Wir bewegen uns in einem beschleunigten Klimawandel derzeit auf eine 3-Grad-Welt zu. Diese könnte schon 2050 Realität sein.
Wie üblich werden auch die neuesten Warnungen aus der Wissenschaft von der Mehrheit der Politiker*innen und Medien als Panikmache und Alarmismus abgetan werden – nunmehr mit dem Verweis auf das doch Hoffnung machende China. Dieses Muster, dem auch Klimaaktivist*innen gern folgen, kennen wir seit Jahren sehr gut. Es diente vor allem dazu, ernsthaften Klimaschutz hinauszögern oder abzuschwächen.
Man wünscht sich, dass sich das wirklich ändert und die Länder endlich auf die scharfen Signale hören, die das Klimasystem inzwischen selbst aussendet. Extremer können sie kaum noch werden.
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