Weltpokalwerbung

Die WM erreicht den Alltag. Hier und da sieht man schon wieder die deutschen Fähnchen, die auf Fahrer- und Beifahrerseite ans Autofenster geklemmt werden. In Supermärkten werden derzeit bunt verpackte, angeblich afrikanisch schmeckende Instantgerichte oder Grillsoßen angeboten, auch »Fan-Knicklichter« in Schwarz-Rot-Gold gibt es oder ein Sechserpack Bier mit Vuvuzela-Tröte dazu. Alle wollen sich den Trubel um den Weltpokal zunutze machen.

Am besten kann das aber immer noch die gute, alte FIFA. Gestern war beispielsweise zu erfahren, dass der Weltpokal fortan in einem Koffer aus feinstem Leder auf Reisen geschickt wird – maßangefertigt beim Edel-Sattler Louis Vuitton in Paris in hundert Stunden Handarbeit. Das britische Model Naomi Campbell (Foto: dpa) präsentierte den Koffer, der FIFA-Präsident Joseph Blatter (74) versuchte, zu dieser Werbeveranstaltung passende Worte zu finden,. »Eine so wertvolle Trophäe wie der FIFA-WM-Pokal verdient einen Reisekoffer, der ebenso elegant und prestigeträchtig ist«, so formulierte Blatter. Von nun an werde die Trophäe »nicht nur sicher, sondern auch stilvoll reisen«.

Wenn Pokale reisen können, stilvoll gar, können sie dann auch zurücktreten? Stilvoll gar? Mangelnder Respekt vorm Amt des Weltpokals wäre doch eine gute Rechtfertigung.

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