Der niederländische Spiegel

Kurt Stenger über die Notwendigkeit des Kohleausstiegs

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Niederlande machen als erster europäischer Staat ernst mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung. Das Parlament hat sich mehrheitlich für die schrittweise Schließung der Kraftwerke ausgesprochen. Ob man in unserem westlichen Nachbarland deshalb voranschreitet, weil es aufgrund seiner geografischen Lage massiv von einem extremen Klimawandel betroffen wäre, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist der niederländische Beschluss neben den diversen Divestment-Ankündigungen von Finanzkonzernen ein starkes Signal an den UN-Klimagipfel in Paris, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas voranzutreiben. Ohne »Dekarbonisierung« wird die Erderwärmung das von der Wissenschaft immer wieder prognostizierte extrem gefährliche Ausmaß annehmen.

Daher halten die Niederlande uns jetzt einen Spiegel vor. Aufgrund des weiterhin großen Einflusses der Kohlelobby und ihrer politischen Helfershelfer ist Deutschland weit zurück. Einzig die - in der Regierung und in ihrer Partei wenig durchsetzungsfähige - SPD-Umweltministerin wagt es seit Neuestem, einen geordneten, jahrzehntelangen Kohleausstieg ins Gespräch zu bringen. Auch der Hinweis auf Polen, dessen Verantwortliche noch viel offensiver auf den klimaschädlichsten Energieträger setzen, ist nur Augenwischerei: Deutschland wird in Paris zu den Bremsern gehören.

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