Ausgabe vom 20.07.2001

Wasser auf rechte Propagandamühlen

Bitte nicht ernst nehmen, ist zu folgern aus dem Titel, der fundamentale Opposition zum Spiel herabmindert. Was da nahegebracht werden soll, das Eckpunktepapier der PDS, wäre danach auch bloß ein Spielerchen. Weitab von tiefergehender sozialer Betrachtungsweise schaufelt es Wasser auf die Propagandamühlen der Neonazis, rassistisch mit umgekehrtem Vorzeichen. Es gibt ganz real Unterschiede zwischen...

Bedingungen, die unerfüllbar sind

Der Vorschlag, wonach Einwanderer zum Zweck der Arbeitssuche in einem Zeitraum von sechs Monaten eine Beschäftigung nachweisen müssen, ist realitätsfremd. Man kann Einwanderern doch keine Bedingungen stellen, die gar nicht erfüllbar sind. Um sechs Monate oder länger keinen Arbeitsplatz zu finden, muss man kein Einwanderer sein; das erreichen Millionen Bundesdeutscher ebenfalls. Die von der PDS zu ...

Uwe Stegemann, wissenschafticher Mitarbeiter der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Eine vergessene Forderung der sozialistischen Bewegung

Soll eine sozialistische Partei der Logik folgen, dass eine wohlgeordnete Welt eine Mehrzahl autonomer staatlicher Gemeinwesen braucht, von denen ein jedes befugt ist, über sein Gebiet allein zu verfügen und sich daher gegenüber Fremden nach eigenem Gutdünken zu öffnen bzw. zu verschließen? Oder soll sie davon ausgehen, dass die Parzellierung der Welt in eine Vielzahl von festumgrenzten Staaten du...

ndPlusKarin Hopfmann, Flüchtlingspolitische Sprecherin der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Freiheitsgüter nach nationaler Herkunft und Pass zuerkennen?

Einig sind sich die ProtagonistInnen in der PDS darüber, dass das Eckpunktepapier über weite Strecken eine gelungene Darlegung sozialistischer Positionen zu Asyl und Migration ist. Die programmatische Forderung nach offenen Grenzen für Menschen in Not wird beibehalten und untersetzt, das Papier unterbreitet Vorschläge zur Verbesserung des Familiennachzuges, für die Legalisierung illegalisierter Me...

Dieter Janke

US-Konjunktur bleibt labil

Seit jeher bewegen die Worte des Chefs der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, nicht nur die Gemüter der Börsianer und Analytiker. Am Mittwoch trat er vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses auf und sorgte für ein Stimmungstief bei der US-Börse - sowie für ein Zweimonatshoch beim Euro.

Mobbing gegen Staatsbedienstete?

Erstmals hat es im öffentlichen Dienst Sachsen-Anhalts betriebsbedingte Kündigungen gegeben: Fünf Waldarbeiter wurden entlassen. Auch in der Umweltverwaltung warnen die Gewerkschaften nun vor Stellenabbau. Beim notwendigen Umbau der Verwaltung helfen aufgeheizte Emotionen nicht weiter, sagt dagegen Vera Gäde-Butzlaff. Die 1954 geborene Juristin, die bis 1994 Richterin in Berlin war und seit kurzem Staatssekretärin im Magdeburger Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt ist, setzt auf sozialverträgliche Lösungen. Weitere Kündigungen bei den Waldarbeitern konnte sie im Gespräch mit ND-Korrespondent Hendrik Lasch indes nicht ausschließen.

Jürgen Holz

Eine ratlose Weltmeisterin

Sie ist eigentlich eine ausgesprochene Frohnatur, die Neubrandenburger Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss. »In dieser Saison kann mich nichts mehr umhauen«, sagt sie und lacht dabei sogar. »Auch wenn ich manchmal eine saure Miene ziehe und über mich selbst enttäuscht bin, so bin ich nach wie vor für die WM motiviert. Dabei ist mir völlig klar: Ich fahre zwar als Titelverteidigerin nach Edmonton, doch...

ndPlusMichael Müller

Teilnahme als WM-Schwimm-Ziel

Gold und Silber gleich zu Beginn der Schwimm-WM im japanischen Fukuoka durch Peggy Büchse über 10 und 5 Kilometer. Bei den Aktiven, Trainern und Offiziellen des bei Olympia 2000 so arg gebeutelten deutschen Schwimmverbandes gibt es leuchtende Augen. Doch gleichzeitig wissen sie am besten um die Wertigkeit dieses erfolgreichen Auftakts. Breit öffentlich wahrgenommen wird ihre Sportart ohnehin imme...

Bayerns Serie wurde gestoppt

Dank Torjäger Michael Preetz hat Hertha BSC einen fünften Titelgewinn von Seriensieger Bayern München im Liga-Pokal verhindert. Der 33-jährige Stürmer erzielte in Augsburg in der 39. Minute per Kopf das einzige Tor zum verdienten 1:0 (1:0) der Berliner. Vor 15600 Zuschauern nahm Hertha damit zugleich Revanche für das 1:5-Finaldebakel im Vorjahr. Die Berliner treffen diesmal im Endspiel am Sonnaben...

ndPlusAndreas Zellmer

Jan Ullrich bietet Lance Armstrong die Stirn

Jan Ullrich hat seinen Kampf gegen das Phänomen Lance Armstrong noch nicht aufgegeben. »Es besteht die Möglichkeit, Lance noch zu packen. Die Lage ist nicht so, dass ich aufgeben müsste«, sagte der Tour-Sieger von 1997 im schmucklosen Hotel am Autobahn-Kreuz, nachdem er am Mittwoch beim Bergzeitfahren in Chamrousse die zweite Niederlage innerhalb von 24 Stunden eingesteckt hatte. 3:34 Minuten Rück...

Michaela von der Heydt

Beim Arbeitsamt glühen die Drähte

Leipzig feierte euphorisch die BMW-Entscheidung, das neue Werk im Raum Leipzig/Halle zu errichten. Im Rathaus der Stadt gab es gar Freibier. Schon gestern ließen hunderte Stellenbewerber im Arbeitsamt die Drähte glühen.

ndPlusProf. Dr. Kurt Finker

Die Verschwörer und die Tugenden

Ein Aufstand des »wahren Preußentums« sei das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 gewesen, hört man seit Jahr und Tag und im »Preußenjahr« erst recht. Es seien die »preußischen Tugenden« gewesen, die zur mutigen Tat motivierten. Unser Autor bietet eine Polemik anlässlich der alljährlich am 20. Juli im Berliner Bendlerblock erfolgenden Vereidigung von Rekruten der Bundeswehr.

Georg Domin

Das heiße Erbe des Kalten Krieges

Als die Medien kürzlich über den Fund größerer Mengen von Giftgasmunition aus dem Ersten Weltkrieg in Nordfrankreich berichteten, da wurde der internationalen Öffentlichkeit für einen Augenblick klar, dass es außer der Gefährdung der Atmosphäre durch Kohlendioxid-Ausstoß, durch Abholzung von Regenwäldern, durch radioaktive Strahlung und mit der Verschmutzung der Meere durch Tankerkatastrophen noch...

ndPlusStephanie Reisinger

Unschuldig schuldig

Geboren wurde ich am 21. Oktober 1942 im nordnorwegischen Lundenes. Meine Mutter musste sich verstecken. Später wurde sie aus Norwegen ausgewiesen. Wir gingen nach Deutschland, wo ich auch aufgewachsen bin.« Der Fotograf Einar Bangsund, der heute in Dortmund lebt, besitzt die norwegische Staatsbürgerschaft. Er ist ein Kriegskind, eines von jenen zehn- bis zwölftausend Kindern, die während der Bese...

Karin Leukefeld

Der Preis: 500000 tote Kinder

Zehn Jahre nach dem Beginn der UN-Sanktionen gegen den Irak bröckelt die Front der Sanktionsbefürworter spürbar. Die USA suchen mit »smart sanctions« nach neuen Wegen, die ehemalige Golfkriegs-Allianz zusammenzuhalten. In vielen Ländern haben sich Solidaritätskomitees gebildet, die auf die eine oder andere Weise versuchen, dem sozialen und gesundheitlichen Verfall des Irak und der Not der Bevölker...

ndPlusFranz-Karl Hitze

Wundertüte

Im April 1999 haben die Mitgliedsländer der NATO ihr Aufgabengebiet neu definiert. Damit ging einher eine offenkundige Wandlung des Paktes vom so genannten Verteidigungsbündnis zur Interventionsmacht. Laut der in Washington beschlossenen Erklärung der NATO-Staaten will man in Zukunft Krisen und Konflikte im »euroatlantischen Raum« bewältigen. Wie gesagt, so getan. Kurz darauf wurde gezeigt, was da...

Raimund Petschner

Zeitgeistfern, zeitwahrheitsnah

Es mutet nahezu goethezeitlich an, wie die Menschen in W. G. Sebalds neuem Roman einander begegnen: Sie sind ohne Eile und Reizhunger, ihre Gespräche werden zu Anregungsgeschenken des einen für den andern, sie nehmen die umgebende Welt mit wachem und genauem, oft auch kenntnisreichem Blick wahr, ohne dass ein Verwertungsinteresse zugrunde läge, sie sind auf das Erkennen ausgerichtet. Jacques Auste...

ndPlusMichel Raus

Trügerisches Idyll

Fast zehn Jahre nach seinem Roman »Avenue America« legt der ehedem schreibflinke Schweizer Erzähler Silvio Blatter »Die Glückszahl«, ein vom Umfang novellendünnes, vom Gehalt romandichtes Werk vor. 1992 hatte sich Blatter zum Leidwesen der Kritik an einem romanesken Märchen versucht, in der »Glückszahl« entzaubert er das Märchen Liebe gleich in doppelter Version. Der Ich-Erzähler Philip, als Sohn...

Kilian Klenze

Hommage an die Musik

Unter den deutschsprachigen Choreografen ist er unbestritten die Nummer eins. Auf den ersten Blick würde man dem zierlichen, zerbrechlich wirkenden Uwe Scholz, Jahrgang 1958, kaum zutrauen, dass sein Werkverzeichnis sich rapide der magischen Zahl 100 nähert, wären da nicht die rastlosen Augen mit ihrer dunklen, schwermütigen Glut. In ihnen artikuliert sich jene Energie, mit der der »Mozart des Tan...

ndPlusHanna Ndlovu, Johannesburg

Mandela vermittelt Frieden

Das jahrelange Ringen Nelson Mandelas als Vermittler zwischen der derzeitigen Tutsi-Regierung und den vielen zersplitterten Hutu-Rebellenbewegungen in Burundi scheint endlich Früchte zu tragen.

Martin Schwarz, Wien

Rätseln um Radovan Karadzic

Die NATO-geführten Sicherheitstruppen in Bosnien (SFOR) sind für drei Tage ins Manöver gezogen. In ihrem Übungsgelände im Südosten soll sich der frühere Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, versteckt halten. Doch diene die Übung nicht dessen Festnahme, versichern SFOR-Quellen.

ndPlusIan King, London

Trubel um Tony, Konfusion bei Tories

In der britischen Politik gilt der Juli als Sauregurkenzeit. Aber 2001 ist alles anders. Labours Plebejer, die Hinterbänkler und Gewerkschafter, probieren den Aufstand, die Konservativen wählen einen neuen Hoffnungsträger.

Gerhard Klas, Genua

In offenen Zelten mit weitem Blick

In offenen Zelten mit weitem Blick auf das Mittelmeer haben sich die G8-Kritiker zum Gegengipfel zusammengefunden. Veranstalter ist das Genoa Social Forum, ein Zusammenschluss aus mehr als tausend italienischen und internationalen Organisationen.

ndPlusAus Genua berichtet Cyrus Salimi-Asl

Genua-Gipfel hinter einem Schild von 20000 Carabinieri

Unmittelbar vor Beginn des G8-Gipfels am heutigen Freitag in Genua sind die Sicherheitsmaßnahmen weiter verschärft worden. Die norditalienische Hafenstadt hat sich definitiv in eine militärisch abgesicherte Festung verwandelt, in der sich die Staats- und Regierungschefs der acht reichsten Industrienationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu ihren Beratungen treffen.

Wolfgang Hübner

Links vorn

Wir wollen bei der Lösung gesellschaftlicher Aufgaben vorn sein« - dieser gestern von PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch geäußerte Satz ist bestens geeignet, dem Programm- und damit Richtungsstreit in der PDS als neue Nahrung zu dienen. Die Frage, was vorn bedeuten soll, gibt trefflichen Konfliktstoff ab, auch wenn Bartsch betont, die PDS sei die einzige Partei, die es nicht zur Mitte ziehe...

Kandidatin

In den Fernsehrunden, in denen sich die Spitzenkandidaten für die Berlin-Wahl streiten dürfen, wird Nina Hager wohl nicht zu sehen sein. Dazu werden nur die im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen. Von einem Einzug in den Bundestag ist die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) jedoch ebenso weit entfernt wie vom Sprung ins Abgeordnetenhaus. Dennoch tritt die DKP in der Hauptstadt an - mit Nina...

Hans-Dieter Schütt

Namen-Los

Das neu Erbaute einer Stadt hat in den wenigsten Fällen etwas Erbauliches. Auch ist jede City ein Hort der Anonymität - die Straßen freilich tragen Namen. Meist nicht sehr abwechslungsreiche - unsere Straßen der Besten zum Beispiel haben nicht sehr weit geführt. Immerhin: Per Emaillebeschriftung wurde Goetheundschiller zum Klassiker. Damit frischer Wind in die Szene kommt, eilten wir Deutsche jüng...

ndPlusLennart Lehmann

Signale

Die Forderung der Außenminister der G-8-Staaten, ausländische Beobachter im Krisengebiet am Jordan zu erlauben, bedeutet nach Ansicht von Experten einen erheblichen Schwenk vor allem in der US-amerikanischen Politik. Die USA haben bisher stets Israels Weigerung unterstützt, Ausländer als Augenzeugen des Krieges gegen die Palästinenser zuzulassen: Die Beobachter würden die Souveränität des Staates ...

Claus Dümde

Denk mal...

»den holocaust hat es nie gegeben« - dieser Spruch soll provozieren. Die Macher der Kampagne, die um Spenden für das im Zentrum Berlins geplante Denkmal der ermordeten Juden Europas wirbt, bekennen sich dazu. Ihr Kalkül, so eine Diskussion auszulösen, ist aufgegangen. Ob sie aber, wie erhofft, »die Gleichgültigen aufrüttelt und die Zögernden dazu bewegt für das Denkmal zu spenden«, ist fraglich. W...

ndPlusNils Floreck

Soziale Schere

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat inzwischen Ausmaße angenommen, die niemand mehr ignorieren kann. Europaweit studiert ein Viertel eines Jahrgangs, in Deutschland ist es nur ein Sechstel. Die BAföG-Reform wollte hier ansetzen. Ein Anfangserfolg lässt sich auch nicht leugnen - es haben wieder mehr Studierende BAföG erhalten. Doch die soziale Schieflage beim Studium ist sogar noch größer gewor...

Jan Dörner

Per Strafanzeige gegen Satire

Linke Gruppen in Brandenburg fühlen sich zunehmend von Polizei und Verfassungsschutz in ihrer Arbeit behindert und diskriminiert.

Jörg Staude

Von Wild-West die Nase voll

Im Konflikt um die Schließung von Werken der Deutschen Bahn (DB) AG sind Beschäftigte und Gewerkschaft mit ihrer Geduld am Ende. Rund 10000 Eisenbahner demonstrierten gestern vor der DB-Zentrale am Potsdamer Platz gegen die Pläne des Konzerns, die 6000 Kollegen den Arbeitsplatz kosten sollen.

ndPlusRené Heilig

Das war kein zweiter Fall Wallraff...

Jetzt müsse bundesweit »überprüft werden, ob Sicherheitsmängel bestehen«, verlangt die grüne energiepolitische Bundestagssprecherin Michaele Hustedt. Es ist schon interessant, wie rasch überlegene Sicherheitsgläubigkeit auf den Null-Punkt sinken kann.

Wolfgang Pomrehn, Bonn

Kirche und Umweltschützer entsetzt über Klimapolitik

Aus Protest gegen die schleppenden Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz blockierten am Donnerstag mehrere hundert Demonstranten die Adenauerallee in Bonn. Zugleich begannen gestern die Verhandlungen auf Ministerebene.

Bartsch hofft auf »20 + XXL«

Berlin (ND-W. Hübner). Die PDS will sich nach den Worten ihres Bundesgeschäftsführers Dietmar Bartsch bei der Berlin-Wahl im Oktober deutlich verbessern sowie ihre führende Position im Ostteil der Stadt ausbauen. Bartsch bekräftigte am Donnerstag vor Journalisten das Wahlziel »20 plus x« und fügte hinzu, sein Wunsch heiße »20 plus XXL«. Die Grünen landen nach seiner Einschätzung im einstelligen Be...

Brandenburg-Termine

Potsdam »Keimzeit« Die Gruppe »Keimzeit« spielt am Sonntag im Buga-Park im Bornstedter Feld. Beginn: 17 Uhr, als Eintritt gilt die Buga-Eintrittskarte. Werder Sattelfest Rund ums Rad geht es beim 2. Sattelfest in Werder/Havel am Sonntag. Wer kein Rad hat, kann sich eins vor Ort gratis leihen. Treffpunkt ist 11 Uhr an der Infobox in den Havel Auen Werder (Straße zum Havelstrand).Von dort geht es zu...

Bernd Baumann

Netzwerk gegen Gewalt entsteht

Anlässlich des einjährigen Bestehens des Landespräventionsrates kündigte der Vorstandsvorsitzende Jörg Schönbohm gestern die Bildung eines Netzwerk zwischen allen Gremien der »Sicherheitsoffensive Brandenburg« an. Dazu soll eine so genannte Präventionsdatenbank im Internet aufgebaut werden. Wie Schönbohm sagte, gelte es, alle Möglichkeiten der Prävention zu bündeln und stärker zu nutzen. Dem Land...

ndPlusGerlinde Schneider

Betriebsbedingte Kündigungen im Forst soll es nicht geben

Oberlandesforstmeister Friedhelm Hennig ist zuversichtlich, dass bis 2005 die Brandenburgische Forstverwaltung 952 Mitarbeiter sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen »abbaut«. Dadurch werde der jährliche Landeszuschuss für sein Amt von derzeit 160 Millionen DM auf 127,2 Millionen DM reduziert. Im August, sagte Hennig gestern in Potsdam, wird der zuständige Landesminister Wolfgang ...

Jack Rodriguez

Betörende Töne der Zarzuela

In Deutschland ist die Zarzuela relativ unbekannt. In ihrer Heimat Spanien behauptet sie sich allerdings als populäre Kunstform. Der 2. Spanische Klassiksommer macht vom 20. bis 29. Juli in der Kulturbrauerei mit diesem heiteren spanischen Singspiel bekannt, das noch heute Regisseure und Musiker zu neuen Inszenierungen verführt. Drei Ensembles hat der Leiter des im vergangenen Jahr ins Leben geruf...

Das Parlament wird ignoriert

(ND-Schröter). Zur Situation des Theaterpädagogischen Dienstes (TD) erklärte gestern der PDS-Abgeordnete Wolfgang Brauer, Mitglied im Haupt- und im Kulturausschuss im Abgeordnetenhaus, die Innenverwaltung weigere sich, zugesagte Mittel zu entsperren, so dass der Dienst seit 1. Juli nicht arbeiten kann. Die Verwaltung realisiere eine von CDU-Politikern geäußerte Unterstellung, diese Finanzierung w...

Andreas Fritsche

Millionär werden oder für die Oper spenden

Beim Lottospiel sind die Berliner nicht zu halten. Pro Kopf und Woche gaben sie dafür im vergangenen Jahr 3,93 Mark aus. Das geht aus dem gestern vorgelegten Geschäftsbericht der Deutschen Klassenlotterie Berlin (DKLB) hervor. In Ostberlin lag der Durchschnittswert bei 2,73 Mark, im Westen bei 4,76 Mark. Die allgemeine Spielfreude bescherte der DKLB einen Rekordumsatz von 710 Millionen Mark, erst...

Gut informierte Opfer wissen sich am besten zu helfen, aber...

ND: Die Berliner Koordinierungsstelle für die Entschädigung von Zwangsarbeitern hat ihre Arbeit aufgenommen. Verspüren Sie schon Wirkungen? Sie arbeitet jetzt auf Hochtouren und kann den Opfern ganz konkret bei der Nachweisbeschaffung auf unterschiedlichsten Ebenen helfen. Hier suchen Historiker mit einem fast unglaublichen Gespür in unterschiedlichsten Archiven nach Nachweisen. Sie haben zwischen...

Andreas Fritsche

DKP mit 0,X Prozent ohne Chance bei Wahl

Der Anrufbeantworter der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) war randvoll mit Gratulationen, erzählt Michael Czech vom örtlichen Parteivorstand. Glückwünsche übermittelten Sympathisanten für die Entscheidung, bei den anstehenden Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus anzutreten. Den entsprechenden Entschluss fasste eine Mitgliederversammlung. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass die DKP tatsächlich ins...

ndPlusKarin Nölte

Erst die Kuh?

»Auch Kühe, Väterchen«, verkündete stolz der Sowjet-Agitator, und die Bauern wandten sich ab mit Grauen. Hoffentlich wiederholt sich in dem Fall Geschichte. Wenn es dennoch gestern Abend (nach Redaktionsschluss dieser Seite) dazu gekommen sein sollte, dass die krankhafte Idee eines Münchner Provokations-»Künstlers« verwirklicht wurde, eine extra zuvor geschlachtete, enthäutete und ausgeweidete Kuh...

Bernd Kammer

Platte wird intelligent zurechtgestutzt

Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) wird dieser Tage nicht müde, die Qualitäten von Plattenbauten zu betonen. Dank aufwändiger Sanierungsprogramme seien in den Großsiedlungen lebenswerte Viertel entstanden, die viel an Individualität gewonnen hätten. Die Wohnungen seien ein wesentliches Volksvermögen und müssten erhalten bleiben, erteilte er gestern anlässlich der Gründung eines »Kompete...