Ausgabe vom 08.11.2008

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Unten links

Jeder Mensch braucht einen Anreiz, auch die Bahnvorstände. Die sollen schließlich die Bahn mit größtmöglichem Gewinn an der Börse verhökern. Das ist eine schwierige Sache, weshalb die Führungsetage der Bahn speziell motiviert werden muss – mit Sonderzahlungen, die zum Beispiel Eventbonus heißen. Zwar beziehen die obersten Bahnmanager Jahresgehälter im siebenstelligen Bereich. Aber solche klä...

Nichts gelernt
Conrad Taler

Nichts gelernt

In den Rückblicken auf die Pogromnacht vom 8. auf den 9. November 1938 kommt die Vorgeschichte häufig zu kurz. Aber gerade sie ist wichtig, weil sich daraus Schlussfolgerungen für die Gegenwart ergeben. Nur weil es den Nazis gelungen war, die jüdische Minderheit durch eine gezielte Hetzkampagne aus der menschlichen Gemeinschaft auszugrenzen, konnten sie die Synagogen ungehindert in Brand setzen un...

Seite 2
Was taten sie?

Was taten sie?

Sechs Gedenksteine am Maybachufer 8 in Berlin-Neukölln: Sie erinnern an Georg Lichtenstein, Markus und Flora Goldstein, Rosa, Lucie und Selma Meyer. Sechs Menschen, die 1942 und 1943 deportiert und ermordet wurden, in Plaskin, Auschwitz, Theresienstadt und Riga. Sechs von 1700 in Berlin, von 16 000 bundesweit, über deren Namen man auf dem Gehweg vor ihren früheren Wohnungen »stolpert«. Sechs von s...

Martin Stolzenau

Ein Fall von Zivilcourage

Am nordöstlichen Rand eines berühmten Landschaftsgartens steht in gewollter Nähe zur evangelischen Kirche eine Synagoge. Baumeister war Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, ein Wegbereiter des deutschen Frühklassizismus, und der Bauherr der Reformfürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der sein Land zum europaweit bewunderten Musterstaat entwickelte, das fantastische Dessau-Wörli...

»Probelauf« für den Massenmord
ndPlusNils Busch-Petersen

»Probelauf« für den Massenmord

Dem Novemberpogrom 1938 fielen allein in Berlin mehr als 1000 jüdische Ladengeschäfte, Kauf- und Warenhäuser um Opfer. Jahren der Unterdrückung und Entrechtung jüdischer Menschen, Einrichtungen und Unternehmen folgte mit den Pogromen gewissermaßen der »Probelauf« für die nächsten Eskalationsschritte hin zum systematischen Massenmord.Jüdische Kaufleute haben die Geschichte des Einzelhandels maßgebl...

ndPlusWolfgang Wippermann

Bedrückendes Schweigen

»Gegen die Schmach der Judenpogrome« war der Hauptartikel der illegalen »Roten Fahne« vom November 1938 überschrieben. Dies war keine kommunistische Propagandathese, sondern die Wahrheit. Unwahr und fast schon unfreiwillige Propaganda ist das immer noch zu hörende Gerede von der »Reichskristallnacht.« Schließlich sind damals nicht nur Fensterscheiben (Kristall) zerschlagen worden, sondern Synagoge...

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Die Zigarre

Bei uns im Dorf waren die Leute weder reich noch arm. Eines waren sie sicher: sparsam. Oft auch geizig. Hier im Windschatten der Wartburg konnte keine Familie allein von der Landwirtschaft leben. Um so härter war der Alltag: nachts im Dienst der Reichsbahn oder unten im Kalibergbau – tagsüber: auf dem Feld, von Montag bis Sonnabend. Genauer: bis fünf Uhr nachmittags am Sonnabend. Denn da läu...

Zwei deutsche Leben
ndPlusKarlen Vesper

Zwei deutsche Leben

Er hat seine Mutter in Auschwitz verloren und den jüngsten Bruder im Arbeitslager. Sie verlor ihre jüdischen Freunde und Lehrer vom Bund ans Exil. »Wir wurden jeden Tag weniger, es wurde einsam in Deutschland«, erinnert sich Elfriede Brüning. Fritz Teppich überlebt faschistischen Massenmord, weil seine Mutter so weise war, ihn schon 1933 nach Paris zu schicken, in die Kochlehre. »Sie war eine der ...

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Jürgen Reents

Zweideutigkeiten des Gedenkens

Zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome kommt der Bundestag nicht zu einer eigenen Gedenkveranstaltung zusammen. Dem Parlament reichte am 4. November die Verabschiedung einer Entschließung gegen Antisemitismus. Das Vorfeld prägte ein überwiegend würdeloser Streit: Die Union beharrte darauf, die Linksfraktion von einem gemeinsamen Text auszuschließen und instrumentalisierte auch die Plenumsdebatte zu...

Täglich Kristallnaach

Täglich Kristallnaach

Wolfgang Niedecken (57) ist Mitbegründer und Sänger der Kölner Gruppe BAP, einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands seit Jahrzehnten. Niedecken zeigt Haltung nicht nur in seinen Songtexten. Unter anderem engagierte er sich in der Initiative »Arsch huh, Zäng ussenander!« (Arsch hoch, Zähne auseinander) gegen rechte Gewalt. Mitte der 80er Jahre platzte eine DDR-Tournee, weil er der Forderung der DDR-Behörden nicht nachkam, kriti-sche Texte aus dem Programm zu streichen. Zu den ersten und größten BAP-Hits gehört »Kristallnaach«, ein Plädoyer gegen Intoleranz und Fremdenhass – wie immer bei BAP auf Kölsch. Mit Wolfgang Niedecken sprach Lutz Debus.

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Folke Havekost, Hamburg

Ein wenig Schweiz an der Elbe

So einig wie sich die Bürgerschaftsparteien beim Thema Volksentscheid in Hamburg waren, könnten sie vielleicht auch ohne Volk auskommen. Doch wenn das Parlament des Stadtstaats am 10. Dezember zusammentritt, sollen die Rechte des Volkes im Gesetzgebungsverfahren gestärkt werden. Die Regierungskoalition aus CDU und GAL (Grüne) einigte sich mit der Volksinitiative »Für faire und verbindliche Volksen...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Hessen: Blickpunkt Neuwahlen

Hessen bereitet sich wieder auf einen Winterwahlkampf vor. Nachdem sich am Donnerstagabend auch der SPD-Landesvorstand für eine Auflösung des Landtags ausgesprochen hat, könnte die vorgezogene Wahl zum 18. Hessischen Landtag bereits am 18. Januar 2009 stattfinden. Voraussetzung ist eine Selbstauflösung des Parlaments mit absoluter Mehrheit in der nächsten Plenarsitzung Mitte der übernächsten Woche.

Seite 6

Nein zu Heizkosten - Ja zu Betreuungsplätzen

Kleinkinder-Betreuungsplätze, Bannmeile, Lkw-Maut, Milchleistung, Heizkostenzuschuss – auf seiner 850. Sitzung absolvierte der Bundesrat gestern ein unterschiedliches Programm.

ndPlusBarbara Höll

Emanzipation ist kein Selbstläufer

Im Windschatten von Obamamania stimmten die Bürger Kaliforniens für ein Verbot der Homo-Ehe, damit wurde die gegenteilige Entscheidung des Verfassungsgerichts vom Juni dieses Jahres revidiert. Dies nachdem bereits 10 000 homosexuelle Paare die Ehe eingingen. Das Beispiel USA zeigt deutlich: Wer meint, dass die Emanzipation ein Selbstläufer ist, der irrt. Emanzipation fällt weder vom Himmel (auch n...

ndPlusGrit Gernhardt

Zukunft für die Alterssicherung

Wie hoch die Renten in Zukunft sein werden, hängt eng mit der momentanen Politik auf dem deutschen Arbeitsmarkt zusammen. Diese Erkenntnis ist keineswegs neu, aber sie bleibt brisant. Für die Volkssolidarität ein Anlass, auf einer Pressekonferenz in Berlin ihre Leitlinien gegen Altersarmut und für eine solidarische Rentenversicherung vorzustellen.

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Obamas erste Anrufliste

Zwei Tage nach seiner Wahl zum neuen US-Präsidenten hat Barack Obama ersten Kontakt mit Verbündeten in aller Welt aufgenommen.

Neues Angebot in Sachen Raketenschild

Washington/Moskau (AFP/dpa/ND). Im Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa hat die Regierung in Washington Russland einen neuen Kompromissvorschlag unterbreitet. Die Offerte baue auf früheren Angeboten auf, die Russland einen eingeschränkten Zugang zu den Anlagen in Aussicht gestellt hätten, sagte US-Chefunterhändler John Rood am Donnerstag in Washington. Der Vorschlag sei »Anfang de...

Haftprüfung in Guantanamo

Washington (AFP/ND). Erstmals hat sich ein US-Zivilgericht der Haftbeschwerde von Guantanamo-Insassen angenommen: Vor einem Bundesgericht in Washington begannen am Donnerstag die Anhörungen zu den Fällen von sechs Algeriern, die seit sieben Jahren in dem US-Gefangenenlager in Kuba einsitzen. Die sechs Gefangenen sollten eigentlich während des Verfahrens per Telefon zugeschaltet werden, die Telefon...

Seite 8
ndPlusIan King, London

Unerwarteter Triumph für Brown

Nach mehreren Schlappen bei Kommunal- und Nachwahlen hat die Labour-Partei des britischen Premierministers Gordon Brown einen wichtigen Sieg errungen. Bei der Nachwahl zum Unterhaus im schottischen Wahlkreis Glenrothes am Donnerstag gewann Labour überraschend mit einem komfortablen Vorsprung.

ndPlusThomas Berger, Wellington

Neuseeland steht vor einem Machtwechsel

Am heutigen Sonnabend wählen die »Kiwis« ein neues Parlament. Vieles deutet auf einen Machtwechsel in Wellington hin. Ausschlaggebend könnte sein, welche der kleinen Parteien einen Wiedereinzug schafft.

Ralf Leonhard

Ortega bei Kommunalwahlen auf dem Prüfstand

Jede Kommunalwahl hat auch ein gesamtpolitisches Element. In Nicaragua werden die Gemeindewahlen am 9. November von Präsident Daniel Ortega sogar als Plebiszit über seine bisher knapp zweijährige Amtszeit inszeniert.

Seite 9

Anklage gegen Zumwinkel

Bochum (AFP/ND). Knapp neun Monate nach der Steuer-Razzia bei Klaus Zumwinkel hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen Postchef erhoben. Die Strafverfolger reichten die Anklageschrift am Donnerstagabend beim Landgericht Bochum ein, wie Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Freitag mitteilte. Zu Einzelheiten wollte sich die Behörde nicht äußern, da dem 64-jährigen Zumwinkel die Anklage...

Elfi Schramm

Private Pflege unterschätzt

In Anwesenheit von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wurde am Freitag eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebene Studie vorgestellt. Sie ist Bestandteil eines im Jahre 2007 begonnenen Projektes, das sich die Umsetzung der Gerechtigkeit unter den Geschlechtern zum Thema gemacht hat.

Hans-Gerd Öfinger

Keine Abkehr von DB-Privatisierung

Mit der vorläufigen Absage des Bahnbörsengangs sind die Ursachen der Probleme des staatseigenen Konzerns nicht gelöst.

Seite 10
Jürgen Holz

Boxamateure wollen aus der Krise

Die deutschen Amateurboxer sind nicht gerade zu beneiden. Seit Jahren hält ihre Talfahrt im internationalen Boxgeschehen an. Nach der medaillenlosen WM 2007 folgte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking die größte Olympiapleite seit 80 Jahren. Ohnehin nur mit vier Boxern in elf Gewichtsklassen vertreten, scheiterten sie alle schon im ersten Kampf.Nun hat sich ein junges Team (Durchschnittsalte...

»So dramatisch sehe ich das nicht«

Der FC Hansa Rostock ist als einer der Aufstiegsfavoriten in die Zweitligasaison gestartet. Nach nunmehr elf Spieltagen sieht die Realität anders aus. Mit nur drei Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen sind die Rostocker vom selbst gesteckten Ziel Wiederaufstieg weit entfernt. Für ND sprach ALEXANDER LUDEWIG mit dem Hansa-Eigengewächs KAI BÜLOW (Foto: imago) über die derzeitige Situation. Obwohl der gebürtige Rostocker erst 22 Jahre alt ist, kann man ihn schon als Hansa-Urgestein bezeichnen. Seit 1995 trägt er das blau-weiße Trikot, im Sommer 2005 rückte er in den Profikader auf. Der defensive Mittelfeldspieler absolvierte für den FC Hansa 30 Erstligaspiele und 55 Partien in der 2. Bundesliga.

Quartett gut drauf

Bei Hertha BSC schöpft man nach dem 0:0 bei Metalist Charkow neuen Mut: »Nach dem 1:5 in Bremen haben wir eine gute Reaktion gezeigt und in der Defensive kaum etwas zugelassen. Insgesamt bin ich mit dem Spiel zufrieden«, sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem Remis beim ukrainischen Ligazweiten am zweiten Spieltag der Gruppe B im UEFA-Cup. Hertha-Trainer Lucien Favre sah es ähnlich: »Mit diesem Punk...

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Seifenoper bei der Sporthilfe
ndPlusThomas Wieczorek

Seifenoper bei der Sporthilfe

Nein, das neue Führungsduo der Deutschen Sporthilfe heißt nicht Dieter Bohlen und Hella von Sinnen. Neuer Vorsitzender der Stiftung, die etwa 3800 Spitzenathleten in 50 Sportarten mit jährlich bis zu zwölf Millionen Euro fördert, ist der ehemalige SAT.1-Chef und Aufsichtsrat der Münchner EM Sport Media AG, Werner E. Klatten, und seine Stellvertreterin die Grande Dame des Schwimmsports, Franziska v...

»Es wäre doch schön blöd, zu früh aufzuhören«

Für die Eisschnelllauf-Weltmeisterin JENNY WOLF beginnt die vorolympische Saison 2008/2009 mit Heimvorteil: Nach ihrem insgesamt zehnten Titelgewinn am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften im Berliner Sportforum startete die 29-Jährige gestern Abend auf ihrer Heimbahn beim ersten Weltcup dieses Winters, der bis Sonntag dauert. ND-Redakteur JIRKA GRAHL sprach vor dem Start mit der 500-m-Weltrekordlerin.

Fußball, Bullen und Randale
Hajo Obuchoff

Fußball, Bullen und Randale

Harald Hauswald steht mit seiner Kamera oft im größten Getümmel, und eigentlich kommt er meist ungeschoren davon. »Nur die Polizei hat mich einmal etwas verbeult«, gesteht der 1954 in Radebeul geborene Hauswald, aber seit mehr als 30 Jahren in Berlin lebende Fotograf. »Das war 1992 in Wolfsburg, als ich einen brutalen Einsatz der Polizei gegen Union-Fans fotografierte. Da haben sie dann mich und e...

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Hans-Dieter Schütt

Gefühlte Wahrheiten

Niedersachsens Premier Wulff nannte den allgemeinen Unmut gegen hohe Managergehälter: »Pogromstimmung«. Der Wirtschaftsforscher Sinn zum gleichen Thema: Einst hätte es »Juden getroffen, heute Manager«. Hamburgs Kultursenatorin von Welck unterließ fahrlässige Vergleiche, versuchte aber, die Inszenierung von Weiss' »Marat« in Hamburg zu zensieren: Dort werden 24 Millionäre der Hansestadt verlesen. D...

Dieter Janke

Kein Pioniergeist

In den USA hat vor nicht all zu langer Zeit eine Initiative von Millionären eine deutliche Erhöhung der Erbschaftsteuer gefordert. Ihre Sorge galt der Erschlaffung des sprichwörtlichen Pioniergeistes in Gottes eigenem Land. Ein undenkbarer Vorgang in hiesigen Breiten, wie das Resultat der kleinkarierten Erbschaftsteuerdebatte wiederum beweist. Mit dem Rücken an der Wand und die Gefahr der Beerdigu...

ndPlusOlaf Standke

Schnittmengen

Die Ankündigung von Präsident Dmitri Medwedjew, Kurzstreckenraketen an der Grenze zur NATO zu stationieren, wurde vielerorts als nicht sehr freundlicher russischer Willkommensgruß für Barack Obama interpretiert. Wer wollte, konnte aber auch den Wunsch nach einem verstärkten Abrüstungsdialog aus seiner Rede heraushören. Spätestens mit der gestrigen offiziellen Reaktion Moskaus auf neue Verhandlungs...

ndPlusHilmar König

Drachenkönig

Der seit Dezember 2006 amtierende Monarch von Bhutan, Jigme Khesar Namgyal Wangchuck, wurde am Donnerstag zum 5. Druk Gyalpo, dem »Drachenkönig«, und Herrscher über seine nahezu 700 000 Landsleute gekrönt. Er hatte vor fast zwei Jahren von seinem Vater das Zepter übernommen, musste aber mit der Krönung auf den Glück verheißenden Tag warten, den die Hofastrologen festlegten. Zum Klang riesiger Gong...

Abstieg in die Unglaubwürdigkeit
Lothar Bisky

Abstieg in die Unglaubwürdigkeit

Ein Aufschrei aus Hessen ging in dieser Woche durch Politik und Medien. Da war die Rede von Wortbruch und Gewissen, von Glaubwürdigkeit und Verantwortung. Im Mittelpunkt stand die SPD, die nunmehr hart politische Eiertänze trainiert. Die Ereignisse in Hessen sind dafür symptomatisch: Nicht die Abwahl von Roland Koch und eine sozial gerechte Politik stehen im Mittelpunkt des politischen Handelns, s...

Seite 13
Hans-Dieter Schütt

Die Liebe im Stacheldraht

Du fühlst dich ausgesetzt. Textfetzen umkreischen dich, dröhnen. Sie erfüllen die Luft. Kommen von irgendwo her. Sie sind Castorfs Luftwaffe. Stimmen werden hochgetrieben, als hätten Sägen und Presslufthämmer Flügel. Du darfst kein treuer Jünger des Zusammenhangs sein, du wärest verloren in diesen vier Stunden. Denn da war zwar ein Stück, »Kean«, Komödie von Alexandre Dumas dem Älteren, aber jetzt...

Seite 14
Doppel
F.-B. Habel

Doppel

In der »Wolfsstunde«, der Zeit etwa um 3.30 Uhr, kam die junge Frau durch einen Sexualmord ums Leben, wie Prof. Börne (Jan Josef Liefers) nach der Obduktion erklärt. Es war nicht seine erste Leiche in diesem Fall, aber er muss erst von Kommissar Thiel (Axel Prahl, Foto: ©WDR/Uwe Stratmann) mit der Nase darauf gestoßen werden. Lange läuft Thiel mit seiner Theorie vom Serienvergewaltiger gegen Wände...

PLATTENBAU
Michael Saager

PLATTENBAU

Man könnte auch darüber schweigen, weil es an der wunderbaren Musik nichts ändert – weder an den hingetupften, langsam swingenden Songs, noch an Kurt Wagners zwischen Zärtlichkeit und Weisheit pendelndem sonoren Nuschelgesang. Andererseits war es das erste Mal, dass das komplette Album einer Band einer Musikzeitschrift beilag. Lambchops zehntes Album »Oh (Ohio)« gab es mit der Oktober-Ausgab...

Ist gelacht – wird gemacht
ndPlusHarald Kretzschmar

Ist gelacht – wird gemacht

W ir wissen es alle, wir tätigen Männer: die Frau, die uns übertrumpfen will, muss Tatkraft einsetzen. Die Muskeln spielen lassen zählt da weniger als Köpfchen zeigen. Nun sind die Sachsen ja helle, und die Sächsinnen sind noch heller. Und durchsetzungsfähig. Jedenfalls solche wie Barbara Henniger. Gemeinsam mit zwei Schwestern seit 1938 frisch und fröhlich und so frei, wie es die Politik erlaubte...

ndPlusKlaus Bellin

Die verpfuschte Revolution

Wenn das neunte und letzte Kapital beginnt, sind Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. »Das Bürgertum«, schreibt Alfred Döblin, »bis weit in die Reihen der Sozialdemokratie hinein atmete auf. Grausam in den Einzelheiten, gewiß, war die Tat, aber ein Akt der Selbsthilfe. Die bürgerlichen Zeitungen hielten es nicht für nötig, ihre Genugtuung zu verbergen. Eine schrieb: ›Lynchjustiz, ab...

Seite 15

Kampf um den freien Platz

(ND-Kammer). Eine Korrektur des »Planwerks Innenstadt« hat der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linkspartei, Thomas Flierl, gefordert. Das vor fast zehn Jahren beschlossene städtebauliche Leitbild zur Umgestaltung der Innenstadt sei überarbeitungsbedürftig und habe vielfach vor der Realität keinen Bestand, so Flierl, der auch Vorstand der Hermann-Henselmann-Stiftung ist, die dem Thema an d...

ndPlusMarkus Drescher

Black Box

Ihren viel gefragten Werbeflyer für die Gemeinschaftsschule wollte die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus für eine neue Auflage aktuell anpassen und mit einem weiteren guten Beispiel aufwerten. Doch Professionalität und weibliche Intuition ließen Pressesprecherin Kathi Seefeld zögern. Zum Glück. Das gute Beispiel hatte Hessen sein sollen, zitiert nach der Koalitionsvereinbarung von Rot-Grün. * »Aus...

»Hundefutter billiger als Medizin«
Andreas Heinz

»Hundefutter billiger als Medizin«

Gleiche Krankenkassenbeiträge für alle Versicherten. Ist diese Änderung im Zuge der Gesundheitsreform wirklich gerecht? Kassenärztliche Vereinigung (KV) und Ärztekammer betrachten die »Gleichmachung« äußerst skeptisch. Für die meisten Versicherten bedeute diese angebliche Gerechtigkeit eine Verschlechterung. Sie müssten längeres Kranksein teuer bezahlen. Das machte Dusan Tesic, Hauptgeschäftsführe...

ndPlusAndreas Fritsche

Dem Schänder der Synagoge die Hose bezahlt

Nicht nur, dass NSDAP-Zellenleiter Albert Rudat am 9. November 1938 die Bänke der Synagoge in der Fasanenstraße demolierte. Die jüdische Gemeinde musste auch noch seine Hose bezahlen, die dabei einen Riss bekam. Gaupropagandachef Werner Wächter hatte für derartige Zwecke fünf Millionen Reichsmark erpresst. Er drohte Leo Baeck, Heinrich Stahl und Phillip Kozower von der jüdischen Gemeinde mit Konze...

Stephan Brünjes

Kraxeln auf dem »Kleiderbügel« von Sydney

Wer hoch hinaus will und die Harbour Bridge in Sydney besteigen will, muss zunächst in einen grauen Ganzkörperanzug steigen. Ian, ein stämmiger Rothaariger mit schottischem Akzent, gibt letzte Anweisungen zum Bridge-Climb (Brücken-Klettern). Handys, Schlüssel, Portemonnaies, alles ins Schließfach, please. »Ihr wollt das alles da oben nicht verlieren«, sagt er, »und die Autofahrer 100 Meter unter e...

Seite 16
Altes Handwerk – neue Technik
Steffi Bey

Altes Handwerk – neue Technik

Wenn aus alt neu wird, das aber praktisch unsichtbar bleibt, kann nur der Denkmalschutz dahinter stecken: So wie im Gutshaus Falkenberg an der Richterstraße in Bohnsdorf. Eher unscheinbar hat das rund 150 Jahre alte Gebäude seinen Platz auf dem historischen Gutshof. Die graue Fassade wird von weißen Fensterrahmen mit schmalen Sprossen geschmückt. Es gibt einen breiten, quadratischen Turm, der gera...

ndPlusPeter Kirschey

Der Knall-Revolutionär

Symbolträchtiger hätte das Datum des Prozesses nicht sein können: Vor 40 Jahren, am 7. November 1968, verpasste die deutsch-französische Antifaschistin Beate Klarsfeld dem damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger wegen seiner tiefbraunen Vergangenheit auf dem CDU-Parteitag in Westberlin eine schallende Ohrfeige. Noch am selben Tage wurde sie von einem Schnellgericht zu einer skandalösen Freihe...

Mustafa, Moscheen und ein Orakel
ndPlusAlexander Richter

Mustafa, Moscheen und ein Orakel

Bauchtanz und Badehaus. Moscheen, Sultanspaläste, das Goldene Horn. Quirliges Leben im Großen Basar. Handeln und gehandelt werden. Der Augen und Nasen reizende Riech-Mix aus Curry, Haschisch, Kohlefeuer und Autoabgasen steht in der Luft. Hektik und Hupen. Leise wird es in dieser Stadt höchstens morgens gegen vier Uhr. Wir sind in Istanbul, der einzigen Stadt der Welt, die gleich auf zwei Kontinent...

Seite 17

Widerstandskultur

(epd). Eine Ausstellung über die Widerstandskultur junger Leute in der DDR wird am 9.11. um 18 Uhr in der Galiläakirche eröffnet. Im Mittelpunkt stehe die von Punk und Rock geprägte Bewegung von 1968 bis 1989, die sich auch unter dem Dach von Kirchengemeinden etabliert habe, teilte das Jugendwiderstandsmuseum »Galiläakirche« am Donnerstag in Berlin mit.Zu sehen sind zahlreiche Texttafeln, Fotograf...

Lichtblicke und Blickfänge
Lucía Tirado

Lichtblicke und Blickfänge

Als Zeichen dafür, dass hier etwas anders läuft, zeigt das Plakat das Gesicht einer Frau falsch herum. Beim internationalen Festival »Transvisuelle Dramatik« sind Blinde, Sehbehinderte und Sehende zusammen auf der Bühne. Felix Goldmann, Chef des Acud-Theaters, hatte diese ungewöhnliche Idee. 2006 gab es bereits ein kleines Theaterfest dazu. Diesmal reicht sein Theaterraum in der Veteranenstraße ni...

In den Toppen weht die rote Fahne
ndPlusHelmut Bock

In den Toppen weht die rote Fahne

Als sich am 31. Oktober die Nebel über Wesermündung und Jadebusen heben, kommen ungewohnt viele Schiffe in Sicht, die auf der Schilling-Reede vor Anker liegen. Die Admiralität hat die Lieblingswaffe des Kaisers zusammengezogen – zum Manöver, wie es mäßigend heißt. Aber die 80 000 Matrosen und Heizer trauen solcher Erklärung nicht. Warum räumen Minensuchboote die Fahrstrecke nach Skagen, soga...

Seite 18

Ein Jahr

8. Januar 1918: USA-Präsident Woodrow Wilson verkündet in einer Rede vor dem Kongress 14 Punkte als Grundlage für Friedensverhandlungen; ähnlich dem im Oktober des Vorjahres von den Bolschewiki in Russland verabschiedeten »Dekret über den Frieden« fordert auch er Selbstbestimmungsrecht der Nationen und Frieden ohne Annexionen. 28. Januar: Deutschland wird von Massenstreiks für die sofortige Beendi...

ndPlusBernd Baumann

Biber erobern Militärflächen

Zahlreiche frühere sowjetische Militärflächen wurden in Brandenburg von der Landesregierung in den vergangenen Jahren an Stiftungen und Verbände des Naturschutzes übergeben. Zumeist handelt es sich um mit Munition oder Kerosin verseuchte Gebiete, die künftig vollständig der Tier- und Pflanzenwelt überlassen werden sollen.»Bis Ende des vergangenen Jahres haben wir insgesamt 24 solcher Kaufverträge ...

Wilfried Neiße

Kein Kino, keine Urlaubsreise

Die elementare Grundversorgung ist für einen Teil der Hartz IV-Betroffenen nicht gesichert. Wie Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage sagte, treffe das auf einen »kleinen, aber nicht unerheblichen« Teil der Leistungsempfänger zu. Zwischen 6 und 17 Prozent der Betroffenen mangele es an »elementaren Gütern«.Dabei berief sich die Ministerin auf eine Studie des Instit...

ndPlusMartin Meier

Ein folgenreiches Telefonat

Als sich am 10. November 1918 der gelernte Sattler, SPD-Vorsitzende und nunmehrige Reichskanzler Friedrich Ebert und der Generalstabschef Wilhelm Groener in einem Telefonat auf eine künftige Zusammenarbeit einigten, zeigte sich einmal mehr die tief greifende Metamorphose, die die deutsche Sozialdemokratie innerhalb von vier Jahren durchgemacht hatte: von einer das Kaiserreich und preußisch-deutsch...

Soziale Demokratie war möglich
Hartmut Henicke

Soziale Demokratie war möglich

Vor 90 Jahren ereignete sich in Deutschland eine Revolution, die unter dem Namen »Novemberrevolution« in die Geschichte eingehen sollte. Sie begann am 4. November 1918 mit dem Matrosenaufstand in Kiel, stürmte binnen weniger Tage die dynastischen Residenzen der föderalen Staaten des Deutschen Reiches und kulminierte am 9. November im machtvollen Massenstreik des Berliner Proletariats, der Kaiser W...

Seite 19
Geglückte Tarnung
ndPlusOttokar Luban

Geglückte Tarnung

»Die wichtigste Initiative der Spartakisten in den Wochen vor der Revolution« nannte die kürzlich verstorbene Historikerin Susanne Miller das illegale Treffen der – neben den revolutionären Obleuten – am entschiedensten auf einen revolutionären Umsturz drängenden Kräfte auf dem linken Flügel der deutschen Sozialdemokratie. Doch werden in allen Darstellungen der Novemberrevolution ledig...

Ulla Plener

Zum Wohle der Allgemeinheit

Sozialisierung und Wirtschaftsdemokratie gehörten zu den Forderungen die Aktiven von 1918/19. Die von den Gewerkschaften geforderte Mitbestimmung in den Betrieben und demokratische Mitwirkung in der Wirtschaft fanden Eingang in die im August 1919 in Weimar angenommene Verfassung: Arbeiter und Angestellte seien dazu berufen, gleichberechtigt in Gemeinschaft mit den Unternehmern an der Regelung der ...

Märtyrertod und Morgenrot
ndPlusDieter Schiller

Märtyrertod und Morgenrot

Nur wenigen Schriftstellern kann man nachsagen, zu den Vorbereitern der deutschen Revolution vom November 1918 zu gehören. Unter ihnen ist an erster Stelle Heinrich Mann zu nennen mit seiner vehementen Attacke gegen den deutschen Untertan und seinen Kaiser, dem Plädoyer gegen den alldeutschen Militarismus, für Völkerverständigung und sozial gesicherte Demokratie in Deutschland. Von den jüngeren Ze...

Seite 20
Marcel Bois

Von Peking bis Bombay

Im März 1919 notierte der britische Premier Lloyd George besorgt: »Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt. Die Arbeiter sind nicht nur von einem tiefen Gefühl der Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen, wie sie vor dem Krieg bestanden, ergriffen, sondern von Groll und Empörung. Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von ...

Haltestelle »Unabhängigkeit«
ndPlusDaniela Fuchs-Frotscher

Haltestelle »Unabhängigkeit«

»Freiheit! Unabhängigkeit! Vereinigung! Ein eigener Staat, den wir regieren werden. Vier Generationen haben vergeblich auf diesen Augenblick gewartet, die fünfte hat es erreicht.« Jedrzej Moraczewski, der erste Ministerpräsident der II. Polnischen Republik, erinnerte sich an den Moment, als Polen im November 1918 nach 123 Jahren Fremdherrschaft unabhängig wurde. Seit der ersten Teilung Polens 1772...

Angeführt vom »roten Grafen«
Karl-Heinz Gräfe

Angeführt vom »roten Grafen«

Neben Russland und Deutschland war auch die Habsburger Doppelmonarchie Österreich-Ungarn Schauplatz der Weltkriegsrevolution 1917 bis 1919. Im ungarischen Reichsteil mit seinen 18 Millionen Einwohnern wurde ein Drittel der industriellen und die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion des Kaiserreiches erzeugt. In Budapest, der fünftgrößten europäischen Metropole, befanden sich 60 Prozent aller ...

Seite 21
Kurt Laser

Ewige Ehre?

Rund 30 000 Menschen versammeln sich am 20. November 1918 gegen 11 Uhr auf dem Tempelhofer Feld. Acht der 15 Revolutionsopfer der ersten Novembertage sind hier aufgebahrt. Neben dem Rednerpult hängen Kränze der preußischen Regierung und des Rates der Volksbeauftragten. Die Leitung der USPD lässt einen Kranz überbringen mit der Widmung: »Den tapferen Kämpfern der Revolution. Ihr Andenken wird ewig ...

Das Paradoxon des Vergessens
ndPlusWerner Bramke

Das Paradoxon des Vergessens

Wenige Tage vor dem 9. November deutet in den Medien nichts auf eine besondere Würdigung jener Revolution hin, die vor 90 Jahren den Weg in eine demokratische Republik eröffnete. Um so mehr erfahren wir seit Monaten, wie der »friedlichen Revolution« von 1989 gedacht werden soll. Warum wird dem zeitlich viel näher liegenden Jahrestag bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt? Warum stellen nicht wenigs...

Seite 22

Hirngewebe aus dem Labor

Japanische Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals funktionsfähiges Hirngewebe aus Stammzellen gewonnen und damit neue Hoffnungen auf Gen-Therapien zur Heilung von Krankheiten wie Alzheimer geweckt. Mit Hilfe von Stammzellen aus menschlichen Embryonen sei Gewebe der Großhirnrinde, der hoch entwickelten äußeren Schicht des Gehirns, gezüchtet worden, berichteten die Wissenschaftler vom Riken-In...

ndPlusWalter Willems

Ungeahnte Vielfalt

Die Bakterienvielfalt auf Händen ist wesentlich reichhaltiger als bisher bekannt. Auf einer Handfläche tummeln sich einer Untersuchung zufolge mehr als 150 verschiedene Arten von Mikroben. Dabei staunten die US-Forscher vor allem über die individuell sehr unterschiedliche Zusammensetzung der Keimkolonien: Auf Abstrichen der Händen von 51 Studenten fanden die Biologen genetische Spuren von insgesam...

Reinhard Renneberg, Hongkong

Wie Biotech Leben verändert

Als die heutige Biotechnologie-Professorin Katrine Whiteson sechs Jahre alt war, konnte sie auf einer Wanderung in Kalifornien mit ihren Eltern nicht mithalten. Sie verlor zu dieser Zeit auch deutlich an Gewicht. Die Diagnose lautete 1984: Diabetes! Die Insulin produzierenden Zellen in Katrines Bauchspeicheldrüse waren in den ersten Lebensjahren durch ihr eigenes Immunsystem zerstört worden. Insul...

ndPlusMartin Koch

Die Physik der Kernspaltung

Der berühmte Physiker Max Planck staunte vermutlich nicht schlecht, als im Frühjahr 1907 eine kleine, zierliche Frau sein Arbeitszimmer betrat. Und erklärte, sie wolle an der Berliner Universität die Physik wirklich verstehen lernen. Dabei hatte Planck zuvor geäußert, dass Frauen in der Wissenschaft »naturwidrig« seien und besser ihrer Rolle als Ehegattin und Mutter nachkommen sollten. Doch der Mu...

Seite 23
Das Schweigen der Spinnen
ndPlusHendrik Lasch

Das Schweigen der Spinnen

Die Spinnenzucht ist ein stilles Geschäft. Kaum ein Geräusch ist zu hören in der Kellerwohnung von Matthias Köhler. Nur Zikaden zirpen ausdauernd. Die sind freilich nur kurzzeitig in dem Domizil zu Gast, bevor sie den Hauptmietern zum Fraß vorgesetzt werden. In unzähligen kleinen Terrarien leben hier Vogelspinnen – 4000 Stück in 70 Arten. Bemerkbar machen sich die Achtbeiner im Gegensatz zu ...

Die Investoren aus den Sümpfen Floridas
Rudolf Stumberger

Die Investoren aus den Sümpfen Floridas

Die State Road Nr. 7 nördlich der Millionenmetropole Miami zieht sich wie alle Straßen hier durch eine schachbrettartig angelegte Stadtlandschaft. Links und rechts Fast-Food-Restaurants, Tankstellen, Einkaufszentren. Sechsspurig gleitet der glitzernde Strom aus Automobilen dahin, im gesetzlich vorgeschriebenen Tempo von 45 Meilen pro Stunde (70 km/h). Langsam genug, so dass der Autofahrer die bunt...

Seite 24

Ernst-Busch-Chor probt für ND-Leser

Ein kleines Jubiläum begeht der Berliner Ernst-Busch-Chor, denn bereits zum fünften Mal veranstaltet er nun schon eine öffentliche Chorprobe. Unter dem Motto »Leser laden Leser ein« sind sangesfreudige Hauptstädter und Randberliner herzlich eingeladen. Bei der letzten öffentlichen Probe waren sogar Luckenwalder und Strausberger mit von der Partie. Wann und wo wird geprobt? Am 18. November 2008 um ...

Die Suche nach dem Warum

Ein technischer Defekt in der Toilettenkabine wird als Ursache für die Buskatastrophe mit 20 Toten bei Hannover immer wahrscheinlicher. Vieles spreche für diese Version, sagte Polizeisprecher Axel Borgfeld am Freitag. Zunächst war spekuliert worden, dass eine weggeworfene Zigarette das Feuer ausgelöst haben könnte. Das Gutachten der Brandexperten, die derzeit das Fahrzeugwrack untersuchen, wird na...