Ausgabe vom 11.03.2009

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Unten links

Opel ist nicht systemisch, beschied die Kanzlerin, die ihre Lehrstunden in Pol-Ök im Arbeiter- und Bauernstaat nicht umsonst besucht hat. Was in Rüsselsheim zusammengeschweißt wird, ist kein Trabi. Der war systemtragend und wird noch heute mehr als die Stasi mit der DDR identifiziert. Die Antwort des Ostens auf den VW Käfer im Streit der Systeme. Gäbe es VEB Sachsenring Zwickau noch, Merkel würde ...

Hans-Dieter Schütt

Krisenbücher

Wir kommen nicht aus ohne Tendenz. Es muss etwas logisch sein. Kein Knäuel, das wir nicht abwickeln, bis man daraus eine Linie ziehen könnte. So funktionieren Ideologien, Parteien – und auch ein vergleichsweise harmloses Ding wie eine Buchmesse: Klarheit hat zu herrschen. In diesem Frühjahr etwa lesen die Leute, heißt es in einer Frankfurter Sonntagszeitung, vor allem – Krisenbücher. H...

Olaf Standke

Gemäßigte Taliban gesucht

Drei Wochen vor dem NATO-Jubiläumsgipfel hat USA-Vizepräsident Joe Biden am Dienstag in Brüssel das Militärbündnis zu verstärkten gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen islamische Extremisten in Afghanistan aufgerufen, aber auch die Offenheit seiner Regierung für Gespräche mit »gemäßigten Taliban« bekräftigt.

ndPlusKurt Stenger

In der EU bekämpft jeder für sich die Krise

Wenn Finanzminister derzeit zusammenkommen, beraten sie über gewaltige Summen: Am Rande des Treffens der EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel wurde über die Verdoppelung der Kreditmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf 500 Milliarden Dollar gesprochen.

38 Prozent kassiert das Pfandhaus

Gold hat Hochkonjunktur und das zieht zwielichtige Gestalten an. Der Ankaufspreis liegt jedoch oft erheblich unter dem realen Wert des Edelmetallanteils.

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Patienten-Unterlagen: Witwe fordert Einsicht

War der Tod ihres Mannes tatsächlich unvermeidbar? Oder hatte der Arzt etwas falsch gemacht? Diese Frage beschäftigte die Witwe und Erbin des Ver-storbenen. Wenn ihr Verdacht stimmte, dann würde dies den Arzt einiges kosten. Der Mediziner verweigerte ihr allerdings die Einsicht in die Krankenunterlagen mit der Begründung, die ärztliche Schweigepflicht gelte über den Tod hinaus. Sie könne aber auch...

Taxi-Überfall: Berufsgenossenschaft muss Kosten übernehmen

Anfang 2007 klingelte es bei einem Taxiunternehmer in den frühen Morgenstunden. Vor der Haustür seiner Privatwohnung standen aber nicht die Kunden, auf die er gewartet hatte, sondern mehrere maskierte Männer. Sie überfielen, schlugen und traten ihn, ohne dass er sich wehren konnte. Schließlich wurde der Taxifahrer gefesselt. Die Täter raubten das Wechselgeld für den Taxibetrieb. Der erheblich verl...

Was ist ein diätetisches Lebensmittel?

Der Verband Sozialer Wettbewerb e.V., dem viele Arzneimittelhersteller angehören, zog gegen Unternehmen X zu Felde, das »MobilPlus-Kapseln« produziert und als »diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke« bezeichnet. Werbeslogan von X: »Rheuma? Arthrose? Entzündete Gelenke? MobilPlus-Kapseln mit EPA und Rheumadiät helfen!« Die Bezeichnung »diätetisches Lebensmittel« sei irreführend...

Mit besserem Service die Kunden halten

Das Reisebüros ist trotz Internet für die meisten noch immer die erste Adresse, wenn es um die Urlaubsplanung geht. Wir wollten von Jürgen Heinrich, Geschäftsführer der Berliner Touristik und Kontakt International GmbH (tuk) wissen, ob die Wirtschaftskrise bereits in den Reisebüros angekommen ist.

Versorgungswerk: Freiberufler sollten prüfen, ob die spätere Rente ausreicht

Von den über vier Millionen Freiberuflern und Selbstständigen in Deutschland haben viele seit Jahren einen Vertrag mit ihrem berufsständischen Versorgungswerk. Sie verlassen sich darauf, dass sie damit schon ein Auskommen im Alter haben werden – aktuell liegt die Durchschnittsrente aus einem Versorgungswerk bei cirka 2500 Euro im Monat. Doch da wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. So da...

Von Reiselust und Urlaubsfrust

Von Prof. Dr. Kurt StarkeWie bunt, vielfältig, nervenreizend der Alltag auch ist – auf Reisen geht es den Sinnen anders. Sie werden von so viel neuen Eindrücken überrascht, dass die Alltagsdrücke verdrängt werden. Reisen ist anstrengend, stressig, langweilig, oberflächlich, abenteuerlich, aber anders – und eben deswegen Erholung. Freilich, die Reisenden auf den Bahnhöfen, Flughäfen, Au...

Hoffnung auf Heimaturlaub
Michael Müller

Hoffnung auf Heimaturlaub

Er staune über Leute, die für 2009 eine etwas detailliertere Prognose im Urlaubsgeschäft wagen. So Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), dieser Tage gegenüber ND. Zwar wäre »die Hoffnung in Bezug auf die anhaltende Reiselust der Deutschen ungebrochen«. Doch sei der Tourismus »inzwischen zu stark zum integralen Bestandteil der Gesamtwirtschaft geworden, als dass für ihn eine Ausnahmesituation gelten könnte«.

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Betrüger

Schwarze Schafe gibt es überall. Leider auch in der Immobilienbranche. Derzeit sind einige Betrüger aktiv, die Wohnungssuchende um ihr Geld bringen wollen. Kostenpflichtige Datenbanken: Seriöse Makler verlangen eine Provision für den Nachweis oder die Vermittlung einer Mietwohnung. Das heißt: Geld fließt erst, wenn die Leistung erbracht wurde. So will es das Gesetz. Eine finanzielle Vorleistung fü...

Souvenirladen auf der U-Bahn-Baustelle

Einer der Leidtragenden beim Berliner U-Bahn-Bau war der Inhaber eines Souvenirladens (Film- und Fotobedarf, Postkarten und Souvenirs). Direkt vor seinem Geschäft wurden mehrstöckige Container aufgestellt, der Zugang war sieben Wochen lang komplett gesperrt. Während dieser Zeit zahlte der Mann keine Miete: Da er mit dem Laden kein Geld verdienen könne, sei die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache f...

Immobilien & Wasser: Nicht für jeden Schaden ist der Vermieter regresspflichtig

Immer wieder drehen sich Immobilien-Prozesse vor deutschen Gerichten um das Thema Wasser. Wer wegen einer technischen Störung in seiner Wohnung schon einmal längere Zeit ohne Wasser auskommen musste, der kann von der elementaren Bedeutung dieses Elements erzählen. Plötzlich sind nämlich nicht einmal so gewohnte Tätigkeiten wie Geschirrspülen und Zähneputzen möglich, und den Fischen im Aquarium geh...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Frühlingsfest des Lesens

Zur Leipziger Buchmesse werden bis zum 15. März mehr als 100 000 Besucher erwartet. Es präsentieren sich rund 2100 Aussteller aus 38 Ländern. Literaturinteressierte können zwischen 1900 Veranstaltungen mit 1500 Autoren wählen.

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Kein Lohn im Winter

In dem Baustoffgeschäft war im Winter nichts los. Deshalb hatte der Arbeitgeber mit dem Lkw-Fahrer im Arbeitsvertrag vereinbart, dass er nur von März bis November jeden Jahres Lohn erhalten sollte (1300 Euro monatlich). Im Winter zahlte man dem Fahrer nur »angesparte Vergütung« aus. Ende November wurde der Laster abgemeldet und der Fahrer nach Hause geschickt. Bei Bedarf werde man sich melden, lau...

ndPlusUwe Kalbe

Scheinschwangerschaft

Nachdem Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kürzlich Rekordzahlen über eine Zunahme der Geburten in Deutschland vorgelegt hatte, schweigt sie nun. Mehrere Zeitungen veröffentlichten nämlich die vorläufigen Monatsergebnisse des Statistischen Bundesamtes – und diese werfen die Leyen-Erfolgsmeldung praktisch über den Haufen. Im November 2008 gingen die Geburten demnach gegenüber dem V...

ndPlusOlaf Standke

Quadratur des Kreises

Während gestern in der südafghanischen Taliban-Hochburg Helmand mindestens vier Zivilisten bei einem Bombenanschlag ums Leben kamen, bekräftigte USA-Vizepräsident Biden im Brüsseler NATO-Hauptquartier die Washingtoner Offenheit für Gespräche mit »gemäßigten« Islamisten – und rief die Bündnispartner zugleich zum verstärkten Kampf gegen die Taliban auf. In diesem Spannungsdreieck bewegt sich d...

Silvia Ottow

Vergeigte Reform

Schafft sie ab! So heißt es gerade mal wieder über die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und deren Dachverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Der Grund: Die Organisation der Vertragsärzte und -psychotherapeuten hat die Honorarreform vergeigt. Anstatt eine transparente, unkomplizierte und gerechtere Gebührenordnung für die niedergelassenen Ärzte zu schaffen, die für die gesetzlich Kranke...

Lkw-Fahrer verlor Job wegen Trunkenheit

Der Mann versuchte wohl, seine finanziellen Sorgen in Alkohol zu ertränken. Weil er hoch verschuldet war, hatte der Berufskraftfahrer das Insolvenzverfahren für Verbraucher beantragen müssen. Kurz darauf erwischte ihn die Polizei am Steuer seines Privatwagens mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,92 Promille. Das brachte ihm eine Geldstrafe wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr ein und kos...

Die staatliche Zulage muss jedes Jahr neu beantragt werden

Irgendwie ist das schon merkwürdig: Da können Arbeitnehmer Geld geschenkt bekommen und nehmen es nicht. TNS Infratest befragte 4000 angestellte Personen, ob sie vermögenswirksame Leistungen (VL) ihres Arbeitgebers sparen und dafür den staatlichen Zuschuss beantragen. Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr nutzten nur 41 Prozent der Befragten das VL-Sparen. 2003 war es noch jeder zweite. Als Hauptgrund ...

ndPlusKarlen Vesper

Der Versteher

Sympathisch macht ihn schon, dass er Zivildienst geleistet hat, sich nicht bereit fand zum Dienst an der Waffe in den Reihen der NATO-gehörigen und -hörigen Bundeswehr. Karl Schlögel (Jg. 1948) studierte Philosophie, Geschichte, Soziologie und Slawistik – nicht nur an der FU Berlin, an der in den 60er Jahren die Rebellion begann und auch ihn mitriss, sondern ebenso in Moskau und Leningrad. D...

Weiter »süffige« Warnstreiks?

Weiter »süffige« Warnstreiks?

ND: Mitten in der Fastenzeit ist eine Warnstreikwelle der NGG in den bayerischen Brauereien angelaufen. Wie ist der aktuelle Stand? Hartl: Die Streikmaßnahmen laufen in der zweiten Woche auf vollen Touren. Am Montag waren die Beschäftigen bei Hasen-Bräu in Augsburg und Tucher in Fürth an der Reihe. Beide Betriebe gehören zur Radeberger Gruppe, die wiederum im Besitz von Dr. Oetker ist. Am Dienstag...

Arbeitsverhältnis: Wer am Arbeitsplatz surft, riskiert den Rauswurf

Arbeitnehmer sollten sich gut informieren, bevor sie an ihrem Arbeitsplatz privat im Internet surfen oder E-Mails verschicken. Der Arbeitgeber legt die grundsätzliche Weichenstellung fest. Entweder er untersagt die private Nutzung von betrieblichen Kommunikationsmitteln, oder er gestattet sie, so Rechtsanwalt Ivailo Ziegenhagen aus Berlin. Wer sich über ein Verbot hinwegsetzt, riskiert eine Abmahn...

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Der halbe Schornstein

Mein Haus hat eine Grenzwand, in die ein Schornstein eingebunden ist. Dieser steht zur Hälfte auf dem Nachbargrundstück. Welche Rechte habe ich an dem Schornstein? Kurt N., Finsterwalde Es handelt sich hierbei um einen Fall des Überbaus nach § 912 BGB. Der Nachbar hat diesen Überbau zu dulden, wenn dem Bauherrn bei seiner Errichtung nicht Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fallen und wenn ...

Im Dschungel der Vertragspartner

Wo gebaut wird, da gibt es Mängel. Will der Bauherr diese beheben lassen, muss er sich an den Verursacher wenden. Gut, wenn er dann weiß, welche Baufirma zuständig ist. Das ist aber nicht immer eindeutig, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Hat der Bauherr nur einen Vertrag abgeschlossen mit einem Partner, dann ist dieser automatisch Ansprechpartner für alle Gewährleistungsfragen. Was aber...

Das Anschlussblech

Ein Reihenhausbesitzer ließ das Dach seines Hauses erneuern und dämmen. Am Übergang zum Haus des Nachbarn wurde ein L-förmiges Anschlussblech montiert. Ein Schenkel ragte auf das Dach des Nachbarn hinüber. Da dieser Teil der Dachkonstruktion nicht den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung zum Brandschutz entsprach, forderte der Nachbar die Entfernung. Das Oberlandesgericht München hatte seine Kl...

Festpreis – Endpreis?

»Einfamilienhaus Typ x zum Festpreis y«, so und ähnlich lauten Vertragsregelungen, die Schlüsselfertiganbieter arglosen Käufern anbieten. Das klingt, als könnte der Bauherr am Stichtag sein fertiges Haus zum Fixpreis beziehen. Irrtum, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Die Vertragsmuster vieler Unternehmer sind nämlich auf den Fall zugeschnitten, in dem das Baugrundstück noch gar nicht fe...

Überholtes Leitungsrecht

Mein Grundstück ist mit einem überholten Rohrleitungsrecht aus dem Jahre 1927 belastet, das seinen Sinn wegen einer Flurbereinigung verloren hat. Trotzdem will der Rechtsinhaber einer Löschung nicht zustimmen. Was ist zu tun? Paul S., Velbert Ich kann hier nur vermuten, dass es sich um ein mittels einer Grunddienstbarkeit gesichertes Rohrleitungsrecht handelt. Da offensichtlich der Rechtsinhaber b...

Isoliert in der Sonderschule
Fabian Lambeck

Isoliert in der Sonderschule

In keinem anderen Land Westeuropas werden behinderte Schüler so ausgegrenzt wie in Deutschland. Dabei verstößt die weit verbreitete Abschiebung von Behinderten an Sonderschulen gegen die UN-Behindertenkonvention. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert deshalb, den gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nichtbehinderten Kindern zur Regel zu machen.

Seite 6

Urteile zum Familienrecht

Eine Ehe wird nicht geschieden, obwohl sie gescheitert ist, wenn einer der beiden Partner dies ablehnt und die Scheidung für ihn eine »schwere Härte« darstellen würde; das trifft nicht schon dann zu, wenn ein Ehepartner, weil er die Trennung nach Jahrzehnten des Zusammenlebens nicht akzeptieren kann, an einer schweren Depression durch den Trennungskonflikt leidet. (Urteil des Oberlandesgerichts Br...

Spielregeln für die wilde Ehe

Schätzungsweise 4,8 Millionen Menschen leben in Deutschland derzeit in nichtehelicher Lebensgemeinschaft, mit stetig steigender Tendenz. Manch einer mag sich damit vor den Rechtsfolgen der Ehe schützen wollen, das »Spiel« bleibt aber dennoch nicht ohne Folgen. Es fehlen bisher gesetzliche Vorgaben für die Aufteilung gemeinsam erworbenen Vermögens, wenn die Lebensgemeinschaft zerbricht. Mit zwei ne...

ndPlusCarsten Hübner

Pleitegeier statt deutscher Adler

NPD-Chef Udo Voigt hat die Karten auf den Tisch gelegt. »Finanzmäßig ist die NPD pleite«, sagte er Samstag auf einer Veranstaltung in Fürstenzell bei Passau. Tags darauf ließ er die Delegierten des sächsischen NPD-Landesparteitages in Meißen wissen, die Partei stecke in einer »Existenzkrise«.

Fiskus: Konjunkturpaket II und seine steuerlichen Auswirkungen

Nach zähem Ringen wurde das Konjunkturpaket II verabschiedet. Das Maßnahmenpaket umfasst ein Volumen von ca. 50 Milliarden für die nächsten zwei Jahre und wird als das größte Projekt dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet. Neben Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, in Bildung und Wirtschaftsförderung soll der »Pakt für Beschäftigung und Stabilität« u.a. zu mehr Konsu...

ndPlusEdelbert Richter

Bei Gegenwind kuschten alle

Immer noch wird der Rücktritt von Oskar Lafontaine vor genau zehn Jahren, am 11. März 1999, gern als verantwortungslos gebrandmarkt. Doch hätte Lafontaine sich mit seinen Regulierungsvorschlägen durchsetzen können, so wäre uns die jetzige Krise womöglich erspart geblieben.

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Ratgeber für Reise und Einkauf in Polen

Viele Brandenburger verfolgen interessiert die Entwicklung des polnischen Marktes und nutzen regelmäßig vorteilhafte Angebote für sich – nicht nur beim Kauf von Treibstoff oder beim Friseurbesuch. Auch eine Bestellung über eine polnische Internetseite kann sich momentan auf Grund des günstigen Umrechnungskurses von Euro in polnische Zloty als echtes Schnäppchen erweisen. Trotz der Harmonisie...

Auch das »Kleingedruckte« im Vertrag ist dem Kunden auszuhändigen

Vor der Buchung eines Urlaubs müssen dem Kunden im Reisebüro sämtliche Vertragsbedingungen aushändigt werden. Andernfalls sind Klauseln unwirksam, mit denen Ansprüche des Urlaubers wegen etwaiger Mängel der Reise beschränkt werden sollen, entschied kürzlich der Bundesgerichtshof (BGH). Es sei dem Kunden nicht zuzumuten, das »Kleingedruckte« in einem im Reisebüro ausliegenden Katalog zu studieren, ...

Druck der arabischen Nachbarn

Kairo (dpa/ND). Unter großem Erfolgsdruck haben die verfeindeten Parteien der Palästinenser am Dienstag in Kairo Verhandlungen über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit begonnen. Die arabischen Staaten, die in dieser Frage alle an einem Strang ziehen, wollen Ergebnisse sehen. Die internationalen Geber fordern eine Einigung als Voraussetzung für die Zahlung von Wiederaufbauhilfe für d...

Erneut tödlicher Anschlag

Nordirland ist von einem zweiten Terroranschlag auf Sicherheitskräfte binnen 48 Stunden erschüttert worden. Diesmal traf es am Montagabend einen 48 Jahre alten Polizisten.

Dalai Lama beklagt »Hölle auf Erden«

Die Tibeter haben nach den Worten des Dalai Lamas in fünf Jahrzehnten chinesischer Herrschaft »die Hölle auf Erden« erlebt. Am 50. Jahrestag des tibetischen Volksaufstands beklagte das religiöse Oberhaupt der Tibeter »unsägliches Leid und Zerstörung«.

Wildwechsel: Zwischenmahlzeit lockt Wildschweine an die Autobahn

Immer häufiger dringen ganze Wildschweinrotten bis an die Autobahnen vor und stellen eine ernst zu nehmende Gefahr für den Straßenverkehr dar. Vor allem in der Nähe von Raststätten tauchen die in der Dunkelheit kaum zu erkennenden Tiere auf. Reste der Zwischenmahlzeit vom Fastfood-Schalter werden von gedankenlosen Autofahrern aus dem Fahrzeug geworfen und locken die Allesfresser mit den feinen Nas...

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Wer kurz zuvor an »sein« Geld gekommen ist – nicht zu früh freuen!

Die Insolvenz eines Unternehmens trifft häufig auch seine Gläubiger hart. Wer hingegen noch kurz vor der Insolvenz an »sein« Geld gekommen ist, pflegt durchzuatmen. Doch er sollte sich nicht zu früh freuen: In bestimmten Fällen kann der Insolvenzverwalter nämlich derartige Zahlungen zurück verlangen. So dann, wenn beispielsweise das Darlehen zurückgezahlt worden ist, obwohl es noch nicht fällig wa...

Urteile zu Versicherungen

Behauptet ein kaskoversicherter Motorradfahrer, ihm sei ein nagelneues Motorrad gestohlen worden, kann die Kfz-Versicherung Versicherungsleistungen wegen falscher Angaben zur Laufleistung des Motorrads (»ca. 2400 km«) nur verweigern, wenn die Kilometerangabe des Versicherungsnehmers um mindestens 1000 km zu gering war; um eine solche Differenz zu beweisen, genügt es nicht, wenn ein Sachverständige...

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Obama will Neustart in Türkei-Politik

Die heftigen Schelte des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan gegen Israel während des Weltwirtschaftsforums in Davos haben zwar in den USA für Befremden gesorgt, die Beziehungen aber nicht dauerhaft belastet. Dass Barack Obama im April die Türkei besuchen will, kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass die neue USA-Regierung die Beziehungen zu Ankara für sehr wichtig hält.

ndPlusKatin Leukefeld

Selbstmordanschläge in in Serie erschüttern Irak

Auf einem Markt in einem Vorort der irakischen Hauptstadt Bagdad hat ein Selbstmordattentäter am Dienstag 41 Menschen getötet, unter ihnen zahlreiche Sicherheitskräfte. Sie hatten Marid al-Hassun bewacht, den Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki für die Angelegenheiten der Stämme. Er war nach einem Treffen mit Stammesscheichs über den Platz spaziert. Schon am Wochenende kamen bei einem Anschlag vor einem Rekrutierungszentrum der Polizei in der Bagdader Palästinastraße 32 Menschen ums Leben. Auch dafür war ein Selbstmordattentäter verantwortlich.

Günther Bading, Madrid

Aufklärung hinterließ viele Zweifel

Mit 191 Toten und 1841 Verletzten waren die Anschläge auf vier Madrider Vorortzüge vor fünf Jahren das bisher folgenschwerste Attentat in Europa. Zwar hat es lange Ermittlungen und ein Urteil gegeben. Der Kopf im Hintergrund aber bleibt unbekannt.

Bausparen, Hausfinanzierung, Immobilien als Geldanlage

Vor acht Jahrzehnten war die Wohnungsnot auch im Süden der jungen Republik, im früheren Königreich Württemberg, groß. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Wirtschaft in ganz Deutschland am Boden, und ein eigenes Haus zu bauen, konnten sich nur wenige Zeitgenossen leisten. Aus Mangel an Geld und weil Kredite unerschwinglich teuer waren. Banken verlangten für einen Baukredit bis zu 16 Prozent Zinsen. »...

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Schnee von gestern?

Der Winter geht, seine Zukunft kommt: Immer mehr Skifahrer, so eine Bilanz der jüngsten Saison, verlassen die Pisten und fahren im Tiefschnee. Die Sprache ist nicht auf den Mund gefallen, reagiert schnell: »Abseitsskifahrer, eine neue Kultur«. Spaß, Kitzel, Gefahr im Unpräparierten. Alle drängt es weg von den sicher gelegten Fährten. Das Unwegsame wird rege bevölkert. So wie der Stau auf der Straß...

Kirche, Sozialismus

Der Berliner Altbischof Albrecht Schönherr starb am Montag im Alter von 97 Jahren in Potsdam. Er hat das Wirken der Evangelischen Kirche in der Zeit der Ost-West-Spaltung maßgeblich mitbestimmt. Als langjähriger Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR setzte er sich für mehr Bewegungsfreiheit für die Kirche in Ostdeutschland. Sein Name ist auf immer mit der Formel »Kirche im S...

Kein Vertrauen in die Demokratie
Volker Trauth

Kein Vertrauen in die Demokratie

Der 1973 geborene Jan Klata gilt als einer der jungen europäischen Regisseure, die die Formensprache des Theaters am kräftigsten bereichert und dabei den Blick auf Geschichte und Gegenwart ihres Landes nicht aus den Augen verloren haben. Gogols »Revisor« hat er aus dem zaristischen Russland in die siebziger Jahre des kommunistischen Polen verlegt und in seiner Inszenierung »Transfer« redeten polni...

Seite 10

Teuerung weiter niedrig

Wiesbaden/Frankfurt (AFP/ND). Der Wirtschaftsabschwung sorgt für einen weiterhin niedrigen Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland. Die Teuerungsrate lag im Februar bei 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zu Januar stiegen die Preise um 0,6 Prozent, was vor allem an den saisonüblichen Preiserhöhungen für Pau...

Kündigungen sind nicht wirksam

Dortmund (AFP/ND). Das Arbeitsgericht Dortmund hat die Kündigungen gegen zwei Mitarbeiter einer Bäckereikette wegen Diebstahls eines Brotaufstrichs aufgehoben. Das Gericht erklärte die Entlassungen am Dienstag für unwirksam, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der deutsche Einzelhandelsverband verteidigte Kündigungen von Mitarbeitern selbst bei geringfügigem Diebstahl.In einem Fall begründete das ...

Steigt der Meeresspiegel noch schneller?

Kopenhagen (dpa/ND). Klimaforscher befürchten nach jüngsten Studien einen Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter oder mehr bis zum Jahr 2100. Mit dieser alarmierenden Ankündigung begann am Dienstag ein dreitägiger Forscherkongress zur Vorbereitung der großen UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Kopenhagen. Die Prognose des Weltklimarates (IPCC) aus dem Jahr 2007 sah noch einen Anstieg von 18 bi...

Gerhard Dilger, Porto Alegre

Umweltschützer unter Druck

Die Regierung in Quito entzieht der Umweltorganisation Acción Ecológica die Zulassung und löst damit eine internationale Protestwelle aus.

ndPlusWolf H. Wagner, Florenz, und Kurt Stenger

»Islandisierung« Italiens

Die Finanzmärkte haben das Vertrauen in den italienischen Staat verloren. Das Land muss derzeit deutlich höhere Zinsen als etwa Deutschland zahlen. Damit erhöht sich der Druck auf die Eurozone. Gefragt wäre jetzt die Solidarität stabilerer Staaten.

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Eisbären bangen um Trio

Vor dem am Freitag beginnenden Play-off-Viertelfinale in der Deutschen Eishockey-Liga bangen die Eisbären Berlin um drei angeschlagene Spieler. Verteidiger Richie Regehr stand nach seiner Unterleibsverletzung am Dienstag zwar erstmals wieder auf dem Eis, konnte aber ebenso wie Stürmer Florian Busch nur verkürzt trainieren. Hinter Stürmer Stefan Ustorf steht nach seinem Kieferbruch noch ein Frageze...

ndPlusMartin Kröger

Neue Schulden macht die Stadt

Die Zeiten eines ausgeglichenen Haushaltes gehören wieder der Vergangenheit an. »Berlin muss nach 900 Millionen in diesem Jahr auch in den Jahren 2010, 2011 und 2012 neue Schulden machen«, kündigte gestern Finanzsenator Thilo Sarrazin bei einer Pressekonferenz an. Im nächsten Jahr wird die Neuverschuldung gar auf 1,3 Milliarden Euro steigen. Erst im Jahr 2013 soll es demnach wieder einen Haushalts...

ndPlusChristian Heinig

Ehrengäste bitte draußen bleiben!

Konfuzius sagte einmal: »Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.« Puuuuh, na da hat der Bund Deutscher Radfahrer ja noch einmal Glück gehabt. Wie hätte das auch ausgesehen, wenn Rudolf Scharping, der BDR-Oberpedaleur und Antidoping-Sprinterkönig, auf der 125-jährigen BDR-Jubiläumsfeier Ende März in Leipzig den überführten Blut-Betrüger Stefan Schumacher als Ehr...

Andreas Heinz

Grüne vertilgen das Kohlekraftwerk Klingenberg

Auf originelle Weise demonstrieren die Grünen für eine ihrer wichtigsten Forderungen: Vor Beginn der Landesdelegiertenkonferenz am Samstag wollen sie das Kohlekraftwerk Klingenberg vertilgen. Um das Verputzen zu versüßen, wird das ungeliebte Objekt als Torte gereicht. Ab zwölf Uhr kann das Werk vor dem Tagungsort Jerusalemkirche in Kreuzberg (Lindenstraße 85) vernichtet werden.Die Verhinderung des...

FC Ferguson gegen Internazionale Mourinho

Er hat Manchester United einst unsanft vom englischen Fußball-thron gestoßen, sich mit Sir Alex Ferguson angelegt und kehrt 538 Tage nach seiner Entlassung beim FC Chelsea erstmals in offizieller Mission wieder auf die Insel zurück: Trainer Jose Mourinho will mit Inter Mailand im Old Trafford Champions-League-Sieger Manchester United ausschalten. »Jetzt kommt die Königin der Spiele«, titelte Itali...

Arbeitslos und vor die Tür gesetzt
Markus Drescher

Arbeitslos und vor die Tür gesetzt

Berlin wird freundlicher. So zumindest verspricht es die »be berlin«-Imagekampagne seit diesem Montag den Touristen. Für die Hartz-IV-Empfänger der Hauptstadt, rund 605 000 Menschen, hingegen geht es in eine andere Richtung – freundlich war gestern. Seit 1. März gelten für ALG-II-Bezieher neue Ausführungsvorschriften Wohnen (AV-Wohnen). Betroffene, deren Wohnung nach den gesetzlichen Vorgabe...

Jürgen Holz

Hoffnungsvolle Frauen

Die internationale Eisschnelllaufszene ist auf die Zielgerade eingebogen. Nach dem Weltcup-Finale letztes Wochenende in Salt Lake City (USA) ist die Karawane weitergezogen nach Kanada. Nach den lauen Frühlingslüftchen im Westen der USA empfing sie nunmehr in Vancouver, der Olympiastadt 2010, der im Uraltschlager viel besungene »Winter in Kanada« mit Schneegestöber, Minusgraden und böigem Wind. Pro...

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Baden fällt nicht ins Wasser
ndPlusWolfgang Weiß

Baden fällt nicht ins Wasser

Nach monatelangem Tauziehen ist nun endlich eine Entscheidung gefallen. Künftig werden sich die Agrarbörse Ost und der Verein »Bürger für Rahnsdorf« gemeinsam um das traditionsreiche Strandbad Müggelsee kümmern. »Sie sind nicht Betreiber«, betonte die Bezirksbürgermeisterin von Treptow-Köpenick, Gabriele Schöttler (SPD), in einem Pressegespräch. »Sie sollen das Bad in Ordnung halten, damit es weit...

Schmuddelkinder in Uniform

Schmuddelkinder in Uniform

Polizisten sind auch nur Menschen – mit all ihren irdischen Unzulänglichkeiten. Beim Polizeibeamten Björn (33 Jahre) geht die Berliner Staatsanwaltschaft jedoch davon aus, dass er ein recht böser Bube ist. Zwischen 2003 und 2006 soll der mutmaßliche Gesetzeshüter auf Abwegen Verkehrsunfälle provoziert haben, um dann bei den Versicherungen abzukassieren. Insgesamt geht es um einen Schadensbet...

Seite 13
Alles zum Teufel
Lucía Tirado

Alles zum Teufel

Zur Hölle, damit hätte er nicht gerechnet, maulte Luzifer. Er wollte eigentlich den Sonntagabend- »Tatort« im Fernsehen ansehen. Wegen der Bösewichter, versteht sich. Nun sollte er sich schon wieder im Kampf mit himmlischen Kräften abmühen. Während der Stimmenauszählung bei der Publikumswahl der drei Lieblingsmärchen hatte sich schon abgezeichnet, dass »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« gut...

Werbung greift zur Revolution
ndPlusUta Herrmann

Werbung greift zur Revolution

Marx, Ché, Lenin, Mao, Tania, Meinhof und sogar Honecker – sie alle sind in der Galerie Olga Benario versammelt, ebenso Losungen wie »Join the Revolution!«, »Viva la Libertad« oder »Radikalisiert das Leben!«. Nein, hier finden keine Demos statt. Hier handelt es sich um kommerzielle Werbung. Schon vor Jahrzehnten hat die Werbeindustrie Symbole des linken und alternativen Protestes für sich en...

Seite 14

Linkspartei zählt das Internet zur Daseinsvorsorge

Potsdam (dpa). Die Linksfraktion im Landtag hat eine wirksamere Förderung der Breitbandtechnik, also schnellere Internetzugänge, gefordert. Für die 9,1 Millionen Euro, die dem Umweltministerium dafür zur Verfügung stehen, habe bis Mitte Januar kein einziger Förderantrag vorgelegen, sagte die medienpolitische Sprecherin Kerstin Meier am Dienstag. Im Rahmen des Konjunkturpakets II seien weitere 3,3 ...

ndPlusAndreas Fritsche

Zossen reagiert auf Eklat um Stolpersteine

Bis dahin fiel Zossen in dieser Hinsicht nicht besonders auf. Doch weil es Ende 2008 bei der Verlegung von Stolpersteinen zum Eklat kam, steht nun fest: auch Zossen hat ein Problem mit dem Rechtsextremismus. Der Betreiber eines Internetcafés in der Berliner Straße stürmte damals aus seinem Geschäft und randalierte, weil ihm die Steine – sie erinnern an jüdische Opfer des Faschismus – n...

Wilfried Neiße

Viele Vögel sind schon weg

Wiesenbrüter haben es zunehmend schwer. Die neue Rote Liste der bedrohten Vögel in Brandenburg stellten Landesumweltamt und Naturschutzbund gestern im Potsdamer Museum für Naturkunde vor. Das Wappentier des Landes, der Adler, konnte in den vergangenen zwölf Jahren insgesamt deutlich an Boden gewinnen. Die Bestände des Seeadlers und des Fischadlers haben sich verdreifacht. Nicht so gut sieht es dag...

Seite 17
Irmtraud Gutschke

Bücher – beträumtes Papier

Da trabt ein Dresdner Schüler nach Hause, auf den Lippen den Beginn des Nibelungenlieds; später vertieft er sich in Partituren. Ein Leipziger Medizinprofessor befragt seine Studenten nach der Kunst der Muße. Und ein junger Arzt setzt sich an seinen IKEA-Schreibtisch in der Dresdner Neustadt, um ein Epos zu verfassen: »der nautilus« – das Buch erschien in einer Auflage von sechs Exemplaren un...

ndPlusRegina General

Cottbus und andere Welten

W ir sind Meister im Verdrängen. Alle. Wir verdrängen so Elementares wie das Brodeln im Inneren des Planeten, die Möglichkeit einer Katastrophe, die Gefahren der Straße, wir verdrängen Schuld und Ungerechtigkeiten, ja sogar Tod und Schmerz. Wir sind Lavagänger, die den Grund, auf dem sie stehen, für fest halten. Manchmal, in seltenen Fällen, merken wir, wie fragil ist, was unzerstörbar scheint. Es...

Seite 18
Walter Kaufmann

Den Alltag erhellen

Ich habe sie alle gelesen – manch eine dieser siebzehn Scherzer-Reportagen, die jetzt bei NORA wiedergefunden und verlegt wurden, sogar schon vor Jahren. Ich mag den Stil, das Schnörkellose, das Direkte – auf Scherzer ist Verlass. Er bemüht sich nicht um Kunst. Sie entsteht. Aus der gekonnten Gegenüberstellung von Beobachtungen, Fragen, die er stellt, Antworten, die er entlockt, wie au...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Gegensprache

Nach einer Weile Lesen tritt das Staunen in Wettstreit mit einem Quantum Scham. Der Entdeckerfreude gesellt sich Trauer bei. Denn was diese Essays von Wulf Kirsten an Gedanken zu jener existenziellen Steigerungskraft ausbreiten, zu der allein die Poesie fähig ist, das wird spannungsreich begleitet vom Erfühlen jener Vernichtungslogik, die allem Leben zugrunde liegt. Schreiben, um dem Leben Dauer a...

Seite 19
Uli Gellermann

Von Luther bis heute

Es ist ein ungewöhnlich deutsches Buch. Eines, das sich mit der doppelten Nation der Deutschen beschäftigt, ihrem Unten und Oben. Und es ist ein Buch der deutschen Sprache, jener Mittlerin zwischen den unterschiedlichen Landschaften und Dialekten. Und es ist die wundersame Geschichte eines Offiziers, der in Russland den Zweiten Weltkrieg übersteht und einem Luther-Roman zum Leben verhilft. Baron W...

Seite 21
ndPlusHans-Dieter Schütt

Abseits auf dem Sterbebett

Die Nähe des Todes ruft letzte Fragen auf den Plan. Etwa jene nach der Abseitsregel beim Fußball. Nichts ist tröstender, als einer leidenden Mutter just diese Regel zu erklären. Während sie auf dem Sterbebett liegt, ein Mensch ans Gewirr der Schläuche gefesselt. Als erkläre man einem Fortgehenden noch einmal das Leben. Das große Abseits. Wer Fußball erklären kann, erklärt Gottes Werk, der unser al...

Karlheinz Kasper

Gipfel der Macht

Mit 46 kann Viktor Pelewin auf ein Werk zurückblicken, das ihn zum Kultautor einer großen Fangemeinde gemacht hat – 1992 »Omon hinterm Mond«, 1996 »Buddhas kleiner Finger«, 1999 »Generation P«, 2004 »Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin«, 2007 »Das heilige Buch der Werwölfe«. Auf einen Nenner gebracht, reflektieren sie die gesellschaftspolitische und geistig-...

Seite 23
ndPlusSabine Neubert

Die Liebe ist eine Karawane

Eine Liebesgeschichte ist eine Karawane, die durch die Wüste wandert. Sie bewegt sich ebenso voran, ist voller Geheimnisse und riecht nach Zimt und Haschisch. – Mit diesem zauberhaften Satz, der selbst schon voller Duft und Verführung ist, wird eigentlich alles über Mindeles Liebesgeschichte gesagt und – wer wollte es bezweifeln – sehr viel über die Unergründlichkeit der Liebe üb...

Seite 24
ndPlusLilian Astrid Geese

Eine hungrige Geschichte

Solange wir jung sind, liegen die Worte rings um uns verstreut. Werden sie durch Erfahrung zusammengeführt, dann auch wir, Satz für Satz, bis unsere Geschichte Gestalt annimmt. – Es ist Mooshum, Evelina Harps Großvater, dessen Geschichte in Louise Erdrichs Roman »Solange du lebst« Gestalt annimmt. Jedoch wie in der Tradition indianischen Erzählens üblich – mit Muße, mit Weile, mit Zeit...

Hanno Harnisch

Extreme und Alltäglichkeiten

Eisberge – was für ein vorzüglicher Buchtitel! Geworfen, ja eher abgebrochen vom Rand der nördlichen Erde in den Meeresstrom, um irgendwann in ihm aufzugehen. Der größte Teil der Eisberge befindet sich ja sowieso unter Wasser. Und wenn das Schicksal es will (oder ein Kapitän nur einen kurzen Moment unaufmerksam ist), kann ein Eisberg auch ein Schiff wie die »Titanic« versenken und Menschen i...

Harald Loch

Freiheit mit Risiken

Freiheit ist vielleicht das größte Wagnis! Der chinesische Literaturwissenschaftler Nan Wu legt einen langen, immer wieder gefährdeten Weg zurück. Im Sommer 1989 entschließt er sich nach den blutigen Ereignissen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, zusammen mit seiner Frau Pingping nicht mehr von einem Studienaufenthalt in den USA zurückzukehren und dort »ein freies Leben« zu versuche...

Seite 25
Klaus Walther

Besuch im Labyrinth

Dieses Buch ist ein Labyrinth, man kann sich verlieren, verloren gehen. Aber Umberto Ecos Bücher sind allesamt Labyrinthe. Wir wissen ja seit Langem, dass er nicht nur ein großer Bücherschreiber ist, ein Magier der geheimen Welten – sondern auch ein exzessiver Büchersammler. In Mailand hat er rund 30 000 Bände in seiner Wohnung stehen und Weiteres im Landhaus, der Universität. So blättern wi...

ndPlusFritz Rudolf Fries

Westlich, östlich

Salman Rushdie, 1947 in Bombay geboren, in London und New York lebend, ist in jedem seiner Bücher der Magier, der die Märchen aus Tausendundeiner Nacht neu erzählt. Als ihn Ajatolla Khomeini 1988 wegen angeblicher Lästerung des Propheten Mohammed im Roman »Die satanischen Verse« mit einem Bannfluch belegte und zum Freiwild erklärte, wurde Rushdie zur Legende. Sein Fall beschäftigte auch die Politi...

Seite 27
Jörg Roesler

Keine grüne Party

Kein Politiker wird heute mehr gewählt ohne das dreifache Versprechen: Ich werde für saubere Brennstoffe sorgen. Ich werde Amerika von seiner Ölabhängigkeit befreien. Ich werde den Klimawandel bekämpfen. Konstatiert Thomas L. Friedman. Man könne meinen, schreibt er, eine grüne Revolution habe stattgefunden. Wirklich? Friedman, Autor, Journalist und Kolumnist der »New York Times«, von dem es heißt,...

ndPlusKurt Stenger

Depression beim Babysitten

Es war ursprünglich eine blendende Idee: Etwa 150 Paare mit kleinen Kindern schlossen sich in Washington zu einer Kooperative zusammen und versuchten, gemeinschaftlich eine Betreuung ihrer Babys auf die Beine zu stellen. Eltern, die Kinder anderer Paare betreuten, erhielten Gutscheine, die sie später, bei eigenem Wunsch nach abendlichem Amüsement ohne schreienden Anhang, wieder ausgeben konnten. Z...

Seite 28
ndPlusRené Heilig

Wider den Machtwahn

Massenbuchhaltung! So wie Tierzüchter ihre Goldhamster plagen, zwingen Verlage ihre Autoren oder Autoren ihre Verlage, nur ja keine Konjunkturzeit für gewisse Themen zu übersehen. Und wer in diesem Jahr nicht antritt, um beim Thema 20 Jahre Mauerbau abzusahnen, der muss zumindest dreimal so viel aufbieten, um »in« zu sein. 60 Jahre? Kein Problem, auch da darf jeder in seinen Erinnerungen kramen un...

ndPlusUwe Gellermann

Krieg ist Hochverrat

Spagat ist auch Sport. In der Politik-Reihe des Wagenbach-Verlages erscheinen in diesen Tagen zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein können. Obwohl beide von den veränderten politischen Bedingungen der Jahre nach der Implosion der Sowjetunion ausgehen, zieht der eine Autor, Albrecht von Lucke, aus diesen veränderten Bedingungen sorgenvolle Schlüsse für die deutsche Demokratie. Der andere, J...

Uwe-Jens Heuer

Die Wahrheit einigt

Was bedeuteten der grundlegende Wandel in der globalen Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Befreiung des Marktes von jeglichen Hemmnissen, die neoliberalen »Reformen« für den Staat? Dies fragen sich die Autoren des von Frank Deppe, Horst Schmitthenner und Hans-Jürgen Urban herausgegebenen Bandes. »Der Rechtsstaat wird abgewickelt und der autoritäre Sicherheitsstaat ausgebaut ... Vom Verfassungspat...

Seite 29
ndPlusHarald Loch

Gebot der Fairness

Siemens ist noch glimpflich davongekommen. Die Strafzahlungen an die US-amerikanische Börsenaufsicht und das Justizministerium in Washington und auch die deutschen Sanktionen sind deutlich geringer ausgefallen, als zu befürchten stand. Auf Bestechung stehen ja nicht nur empfindliche Strafen für die gebenden und nehmenden Personen auf beiden Seiten des Geschäfts – die Unternehmen, die dahinte...

Ernst Reuß

»Diäten light«, für alle!

Sie schreibt vom Ausverkauf der Politik, einem gebeutelten Sozialstaat und einer Zweiklassengesellschaft. Sie berichtet über eine entpolitisierte Gesellschaft, dem Versagen der öffentlichen Hand und dass genau davon braune Ideologen profitieren. Anfänglich beschränkt sie sich auf eine reine Zustandsbeschreibung mit vielen, manchmal unglaublichen Beispielen aus der politischen Praxis. Dabei gelingt...

Seite 30
ndPlusPeter Nowak

Die Illegalen

Seit dem Zweiten Weltkrieg sind viele Bücher über den Holocaust geschrieben worden. Dieses Buch handelt von meinen Erfahrungen vor, während und – zu einem kleinen Teil – nach dieser Zeit.« Mit diesen Worten eröffnet Bert Lewyn seine Geschichte von Flucht und Verfolgung in Berlin zwischen 1942 und 1945. Der Autor hieß 1943 noch Dagobert Lewin, war gerade frisch verheiratet und Vater gew...

Axel Berger

Schule der Bolschewiki

Rechtzeitig zum 90. Jahrestag der Kommunistischen Internationale (KI) in diesen Tagen haben Wladislaw Hedeler und Alexander Vatlin das Protokoll des Gründungskongresses herausgegeben. Schon in diesem wird der Widerspruch zwischen dem Konzept einer revolutionären Weltpartei und den Interessen ihres russischen Zentrums deutlich. Der Ton war pathetisch, als ihr gerade erkorener Vorsitzender Grigori S...

Seite 31
Melanie König

Internationalist

Im Wettstreit der Systeme Ost und West hat es für erstere immerhin einen kleinen Sieg gegeben: Nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus und dem globalen Triumph des Kapitalismus wurde – wenn auch nach erregten Diskussionen – das West-Sandmännchen abgewählt, zugunsten seines Ostkollegen. Und das verwundert nicht. Denn das Sandmännchen Made in GDR ist viel freundlicher anzusehen, sympa...

Franziska Klein

Aufrechter Rebell

Erstaunlich, dass schon Mitte der 60er Jahre in der DDR »Die Pest« von Albert Camus (1913-1960) erschienen ist und in dem Jahr, als der ostdeutsche Staat in sich zusammenbrach, das gesamte literarische Werk dieses unkonventionellen Dichters und Denkers – mit Ausnahme der moralphilosophischen Essays »Der Mythos des Sisyphos« und »Der Mensch in der Revolte« – publiziert war? Eigentlich n...

ndPlusRolf Höller

Außenseiter, Pazifist

Gibt es für einen Anarchisten etwas Schöneres als eine Insel, die er mit lauter Gleichgesinnten bewohnt? Ja, denn eine solche Insel kann es real nicht geben, und sie kann nicht von gleichgesinnten Anarchisten bewohnt werden. Die Insel: Das ist die Haftanstalt Niederschönenfeld, gleich an der Donau. Hier sitzen nach der fehlgeschlagenen Revolution von 1918/19 in Bayern die Räterepublikaner ein, die...

Seite 32
ndPlusHarald Loch

Eine Erzählung

Das deutsche Publikum ist Testleser für ein Großprojekt historischer Zeitgeschichtsschreibung: Archie Brown kommt in deutscher Übersetzung einige Monate vor den Ausgaben in England und den USA heraus. Der Autor war bis zu seiner Emeritierung Professor für politische Wissenschaften an der Oxford University und gilt als ausgewiesener Kenner der Geschichte der Sowjetunion und des Kommunismus, aber er...

ndPlusKarlen Vesper

Die Gleichsetzer

Für ihn ist die vom Bundeskabinett 2008 beschlossene Gedenkstättenkonzeption kein »Meilenstein für die Erinnerungskultur« wie das Kulturstaatsministerium meinte. Darin ist fixiert, dass die NS-Gedenkstätten zwei Drittel und Erinnerungsorte der »SED-Diktatur« ein Drittel der Bundesmittel erhalten. Wäre es nach dem CDU-Staatssekretär gegangen, hätte es finanzielle Parität gegeben. Nun bleibt es »nur...

Günter Rosenfeld

Den Mythos zerstören

Ende vergangenen Jahres veranstaltete das russische Staatsfernsehen eine Umfrage. Ermittelt werden sollten die bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Russlands. Mit einer halben Million Stimmen gelangte Stalin auf den dritten Platz nach dem Großfürsten Alexander Newski und dem Ministerpräsidenten Pjotr Stolypin, der sich gleichermaßen als Reformer wie als Bekämpfer der Revolution erwies ...

Seite 33
Kurt Pätzold

Kein Spiel ohne Grenzen

Geistige Vollkost. Anspruchsvoll und allgemeinverständlich. Dieses Willkommen gilt einem Buch, das zu einer Zeit, da sich historische Abhandlungen mehr und mehr spezialisieren, die Geschichte der bürgerlichen deutschen Gesellschaft während nahezu 140 Jahren, von der Reichsgründung bis fast in unsere Tage, darstellt. Und das nicht in einem Wälzer, sondern in einem handlichen Band. Da war Auswahl un...

Ulrich van der Heyden

Bilder von den »Wilden«

Strafe muss sein – auch in Afrika«, beschriftete die »Berliner Morgenpost« 1907 ein Bild, das zwei in Ketten gelegte Afrikaner zeigt. Weiter war da zu lesen: »Man darf an das kinderhafte, gering entwickelte Verantwortungsgefühl des Negers gewiss nicht die hohen sittlichen Ansprüchen stellen wie an Europäer.« Die Kolonialgeschichtsschreibung, die in der Bundesrepublik (im Gegensatz zur DDR) l...

ndPlusSusann Witt-Stahl

Massada und Samson

Der Anblick des Meeres und blau-weißer Winkelemente, von dem die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstags des jüdischen Staates getragen wurden, löste nicht bei allen Israelis ozeanische Gefühle aus. Während TUI-Slogans wie »Israel ist sexy« (die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin) aufgesagt wurden, verfasste der Historiker Moshe Zuckermann eine Analyse der umfangreichen Strukturprobleme sein...

Seite 34
Manfred Oertel

Erschütternde Fakten

Der Einschub des kleinen Buchstabens »b« im Titel macht deutlich, dass es sich hier nicht so sehr um eine wirtschaftshistorische Publikation, sondern um eine sehr politische handelt. Großraubwirtschaft ist die treffende Wortabwandlung der von den Nazi-Größen und ihren Wirtschaftsbossen mittels Gewalt, Krieg und Völkermord angestrebten deutschen Großraumwirtschaft. Die Studie von Ralf Banken hat ih...

ndPlusHeinz Niemann

Der Gipfel-Gründer

Sowenig überraschend, ja banal die im Titel ausgesprochene Tatsache für ein Land mit dem Ruf eines Exportweltmeisters sein mag, so lehrreich könnte die Lektüre für diejenigen sein, die gegenwärtig an der Bewältigung der aktuellen Krise der westlichen Wirtschaft werkeln. Johannes von Karczewski berichtet über die Rolle von Helmut Schmidt bei der Gestaltung eines international verflochtenen Systems ...

ndPlusWolfram Adolphi

Nur ein Hinweis

Was soll ich unseren Eltern, Schwestern sagen, die in Belgrad von den faschistischen Ungeheuern gequält werden, wo ihr einziger Sohn, unsere Fackel geblieben sei? Was soll ich den Genossen sagen, die ihn so gut kannten als einen vorbildlichen Kommunisten und idealen Menschen?« Die das fragt, ist Margit Beer, Schwester des Mirko Beer. Und dem sie diese Frage stellt in ihrem verzweifelten Brief vom ...

Hans Canjé

Eine Allzweckwaffe

Das schon in der Einleitung zu lesende Diktum des Autors dieser so aktuellen Publikation wird sicher nicht unwidersprochen bleiben: Der über die Jahrzehnte hinweg in der Bundesrepublik praktizierte Antikommunismus als immer noch virulente gesellschaftliche Allzweckwaffe dürfe »nur von einem anti-stalinistischen Standpunkt seriös und glaubwürdig kritisiert werden«. Dies vor allem darum, weil auch w...

Seite 35
Nissrine Messaoudi

Die Sehnsucht nach Anerkennung

Oft werde ich gefragt, woher ich komme. Düsseldorf reicht den meisten als Aussage nicht aus. Denn ich habe dunkle Haare und trage keinen deutschen Namen. Eigentlich ist es eine einfache Frage, dennoch fällt die Antwort schwer. Warum? Weil die Antwort nicht eindeutig sein kann, weil man erst einmal für sich selber definieren muss, wer man ist. Der Mensch neigt nun mal zum Schubladen-Denken. Es erle...

Johnny Norden

Marcos' Kampf

Die Bilanz eines dreizehnjährigen Kampfes versucht Laura Castellanos im Gespräch mit dem legendären Guerillakommandeur Marcos zu ziehen. In erfrischend-lockerem Stil, sachlich, mitunter auch poetisch und dann wieder ironisch erinnert der Subcomandante an den Beginn des Indio-Aufstands im bitterarmen Südosten Mexikos am 1. Januar 1994, dem Tag des Inkrafttretens des nordamerikanischen Feihandelsabk...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Von Adlertanz und Krieg

Der Kaukasus ist nicht erst seit Karl May eine Versuchung. Schroffe Berge, karge Täler. Hier gibt es die ältesten Alten, und die gelten noch richtig was. Hier lauern Abenteuer und man kann jung sterben – in brennender Leidenschaft oder in einem männlichen Streit. Auf Kriegszügen auch. Vom lauernden Tschetschenen mit Dolch dichtete gruselnd der verbannte Russe Lermontow. Über den malerischen ...

ndPlusRichard Wundrak

Ein lukratives Modell

Eine Variante kapitalistischer Gesellschaft, die angesichts der Wirtschaftskrise immer häufiger aus der Vergangenheit geholt und als mögliche Alternative zum neoliberal überzogenen Modell erörtert wird, greift Edeltraut Felfe auf. Das schwedische Modell oder Nordic model, wie es heute in den nordeuropäischen Ländern genannt wird, ist ungeachtet gemeinsamer Merkmale mit dem Keynesianismus und gemei...

Seite 36
ndPlusRolf Löther

Im Geschwindeschritt

Auf eine Zeitreise, die vor 13,7 Milliarden Jahren beginnt und beim Menschen der Gegenwart endet, führen Harald Lesch, Professor für Astrophysik, und Harald Zauner, Wissenschaftsjournalist und promovierter Historiker, den Leser. Entwicklungsgeschichte des Kosmos, Entwicklungsgeschichte des Planeten Erde und der Lebewesen auf ihm und Entwicklungsgeschichte der Menschheit sind die großen Abschnitte ...

Ingolf Bossenz

Wider die Wagenburgen

Zwar ist es inzwischen über 130 Jahre her, dass Friedrich Nietzsche das Verdikt »Gott ist tot! Gott bleibt tot!« verkündet hat. Aber so richtig angenommen wurde seine Botschaft im christlichen Abendland wohl bis heute nicht. Laut Umfragen sind in Europa nur rund sechs Prozent der Überzeugung, es gebe keinen Gott. Im Bundestag, der ja repräsentativ sein soll für das deutsche Volk, erreicht die Quot...