Ausgabe vom 28.03.2009

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Unten links

Martin Schulz, Spitzenkandidat der SPD zur Europawahl, hat einen kecken Vorschlag gemacht: Nach dem Bankrott des Marktradikalismus gehörten dessen neoliberale Verursacher europaweit auf die Oppositionsbank. In Deutschland, um Schulz' Idee an einem Land durchzuspielen, wurde die unter der Kohl-Regierung (Union und FDP) begonnene Deregulierung der Finanzmärkte bekanntlich durch die nachfolgende Schr...

Milliarden an neuen Miesen

Während die deutschen Banken Commerzbank und KfW am Freitag Milliardenverluste für das Jahr 2008 verkündeten, muss US-Finanzinvestor Soros in Ungarn eine Rekordstrafe zahlen.

ndPlusVelten Schäfer

NATO will nur Hofberichte

Vor einem Jahr hatte Björn Kietzmann für ND vom NATO-Gipfel in Bukarest berichtet. Unter anderem ging es um die brutale Unterdrückung von Protesten. In diesem Jahr soll der freie Autor derartige Nachrichten nicht mehr verbreiten können – zumindest, wenn es nach der NATO-Pressestelle geht: Das Militärbündnis, das von sich behauptet, die globale Demokratie herbeizubomben, wünscht keine kritisc...

Wir zahlen nicht für eure Krise!
Sabine Leidig

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Heute beginnt die globale Aktionswoche des Weltsozialforums gegen Kapitalismus und Krieg. In Deutschland finden bundesweite Demonstrationen in Berlin und Frankfurt am Main statt.

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»Viele haben Kredite«

»Viele haben Kredite«

Täglich höre ich, dass die Kollegen Angst haben, besonders Angelernte. Jeder sagt: Ich kann nichts kaufen und nicht in den Urlaub. Die Krise ist selbstgemacht, weil sie immer mehr Geld machen und Sachen verkaufen wollten, die es gar nicht gegeben hat.Jetzt leidet die Industrie und wir Arbeiter. Viele werden entlassen, ich habe Kurzarbeit. Für die meisten Älteren ist es zu früh für die Rente. Viele...

»Das dicke Ende kommt«

»Das dicke Ende kommt«

Bei der Volkssolidarität habe ich von der Demonstration erfahren. Für mich ist das zwar zu anstrengend. Es ist aber sinnvoll, dass Leute gegen die Krise demonstrieren. Wenn man über etwas schweigt, erklärt man sich damit einverstanden.Als Rentnerin habe ich nicht so viel Angst vor der wirtschaftlichen Entwicklung, aber ich denke, dass das dicke Ende samt Inflation noch kommen wird. Meiner Meinung ...

»Angst versperrt den Blick«

»Angst versperrt den Blick«

Hätten die Menschen nur rechtzeitig und genau genug hingeschaut, dann hätten sie die Entwicklung zum so genannten Kasino-Kapitalismus erkennen und stoppen können. Die Krise hat mich also keineswegs überrascht.Ich finde, es ist eine Unverschämtheit, dass nun die vielen, die ohnehin wenig haben, für das zahlen müssen, was wenige Habgierige verbockt haben. Ich denke, die Lage wird sich noch verschlim...

»Grundeinkommen für Alle«

»Grundeinkommen für Alle«

Ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich an dieser Demonstration »Wir zahlen nicht für Eure Krise!« teilnehme. Es ist aber richtig, jetzt auf die Straße zu gehen und seine Stimme zu erheben, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.Demonstrationen sind die einfachste Möglichkeit, sich zu engagieren. Sie sind ein gutes Mittel für Unterdrückte, beispielsweise für Erwerbslose, auf sich aufmerksam zu ...

»Kreislauf zum Kollaps«

»Kreislauf zum Kollaps«

»Krise«, etwas geschüttelt, ist »Kreis«. Bei Geldgeschäften geht es rund, aber nicht weiter. Der Kreislauf endet im Kollaps. Der Glaube, dass Geld arbeitet und sich vermehren lässt, ist der Glaube an den Wahnsinn – es ist ein gigantischer bürokratischer Klumpen, der schwarze Löcher schafft.Nein, Angst vor der Zukunft habe ich trotzdem nicht. Langfristig sind wir alle tot, das schafft Gewissh...

»Der Elan fehlt«

»Der Elan fehlt«

Die Krise ist hausgemacht. Jeder versucht, ans schnelle Geld zu kommen. Für diejenigen, die in der Oberliga spielen und mit dem großen Geld jonglieren, gibt es kein Halten. Sie können machen, was sie wollen. Das Volk leidet darunter, vor allem, wenn es schief geht.Die Politiker machen das Spiel mit und erhoffen sich noch einen tollen Posten in der Wirtschaft. Aber wir müssen über Generationen die ...

»Weniger Wachstum«

»Weniger Wachstum«

Schuld an der im Augenblick so verfahrenen Lage in der Weltwirtschaft ist wahrscheinlich Amerika. Ich bin ganz allgemein gesprochen für mehr Konsumverzicht und für weniger statt mehr Wirtschaftswachstum. Ein bisschen mehr Kommunismus, das wäre auch nicht schlecht.Also bitte nicht falsch verstehen, aber dass halt das Ganze immer nach oben gehen muss, dass die Wirtschaft immer weiter wachsen soll, d...

»Die Gesellschaft zerfällt«

»Die Gesellschaft zerfällt«

Unsere Gesellschaft driftet auseinander und steuert auf einen Bürgerkrieg zu. Viele Menschen sind auf die Tafel angewiesen und können sich in diesem »reichen« Land nicht mehr satt essen. Hartz IV – ein menschenverachtender Hohn!Mir hat mal eine Politikerin gesagt, ich solle mein Geld besser einteilen, dann käme ich damit aus. Aber sie bekommt ja monatlich über 17 000 Euro. Ihre Einstellung: ...

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»Gewerkschaften waren schlecht vorbereitet«

»Gewerkschaften waren schlecht vorbereitet«

ND: »Wir zahlen nicht für eure Krise!« Das klingt trotzig, aber nicht nach Systemalternative. Fehlt es an konkreten Utopien? Riexinger: Nicht unbedingt. Das Motto ist der gemeinsame Nenner eines breiten Bündnisses, auf den sich alle Gruppen, Gewerkschaftsgliederungen und Bewegungen einigen konnten. Das drückt aus, dass es darum geht, die Abwälzung der Krisenlasten auf die Beschäftigten, Erwerbslos...

»Wir spielen nicht mehr nach euren Regeln!«

»Wir spielen nicht mehr nach euren Regeln!«

ND: »Wir zahlen nicht für eure Krise!« Das klingt trotzig, aber nicht nach Systemalternative. Fehlt es an konkreten Utopien? Obens: Fraglos war die Linke in den letzten 20 Jahren in einer permanenten strategischen Defensive: Abwehrkämpfe gegen Sozialabbau, gegen Nazis, gegen Kriegsbeteiligungen der Bundeswehr etc.. In dieser Phase hat sich der von Margaret Thatcher geprägte neoliberale Slogan von ...

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ndPlusRoland Etzel

Strategiewechsel?

Barack Obama hat gestern seine »umfassende neue Politik gegenüber Afghanistan und Pakistan« verkündet und es dabei an eindringlichen Worten nicht fehlen lassen. Er will eine »klarer fokussierte Strategie«, »Al Qaida zersprengen und besiegen« und dergleichen mehr. Selbst wohlmeinende Zuhörer werden sich die Frage gestellt haben, was denn jetzt das Neue war außer der Person, die es verkündete. Viell...

ndPlusAndreas Fritsche

Tiefrot-grüner Frieden

Der Ruf nach einer politischen Lösung für die Kyritz-Ruppiner Heide ist sicher nicht verkehrt. Es ist auch nicht verkehrt, ihn gebetsmühlenartig zu wiederholen, solange der Wunsch nach einer friedlichen Heide nicht erfüllt wird. Richter können der Bundeswehr Verfahrensmängel ankreiden, sie aber nicht zum Aufgeben zwingen. Das können nur Bundestag und Bundesregierung. Sie müssten sagen, dass die An...

Fabian Lambeck

Nichts dazu gelernt

Selbst konservative Zeitgenossen müssen eingestehen, dass die Privatisierung staatlicher Dienstleistungen und Infrastruktur mit erheblichen Nachteilen für den Steuerzahler verbunden ist. Sogar der Bundesrechnungshof warnt mittlerweile vor Öffentlich Privaten Partnerschaften (ÖPP), in denen der Staat hoheitliche Aufgaben an Privatunternehmer überträgt. Die Warnung ist berechtigt, denn renditeorient...

Hans-Dieter Schütt

Der Elegante

Der Steiger Award in Bochum. Award lässt an Hollywood oder andere Galastätten des Starkults denken. Steiger und Bochum – das wiederum klingt nach handfestem Abstieg in heldenhafte Arbeit. Scheinwerfer und »unter Tage«, ein natürlicher Widerspruch. Aber das Ruhrgebiet ist ein deutsches Kulturzentrum, und so hat der Preis sein Renommee. Dieter Hallervorden erhält ihn heute, Veronica Ferres, di...

Stabilisierung ohne Vision
Kurt Stenger

Stabilisierung ohne Vision

Die Krise hat in der Welt der großen internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik für allerlei Bewegung gesorgt. Der elitäre G7-Zirkel der mächtigsten Industriestaaten, der früher allein alle wichtigen Regeln setzte, hat abgewirtschaftet. Längst verhandeln die wichtigsten Schwellenländer in der G20 auf Augenhöhe mit. Die Agenda beim zweiten G20-Finanzgipfel kommende Woche in London ist lang. Ban...

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Protest der LINKEN hat Nachspiel

Saarbrücken (ND). Die Protestaktion der Linkspartei während der NATO-Debatte im Bundestag am Donnerstag hat ein parlamentarisches Nachspiel. Union und SPD wollen als Konsequenz aus dem Eklat nun die Geschäftsordnung des Bundestages deutlich verschärfen. Wie die »Saarbrücker Zeitung« berichtet, ist sogar die Einführung von Ordnungsgeldern für parlamentsschädigendes Verhalten im Gespräch. Mitglieder...

Erzbischof: Merkel soll sich entschuldigen

Berlin/Köln (dpa/ND). Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat den Konflikt um die Papst-Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neu angeheizt. Das als konservativ geltende Kirchenoberhaupt forderte die Kanzlerin auf, sich bei Papst Benedikt XVI. zu entschuldigen. Merkel, die zuletzt um Verständnis für ihre Kritik am Umgang des Vatikans mit dem Holocaust-Leugner Richard Richard Wi...

Anke Engelmann, Arnstadt

Wahlziel: 30 plus XXL

Volles Programm für drei Tage: An diesem Wochenende stimmt sich die Linkspartei Thüringen mit Landesparteitag und VertreterInnenversammlung auf den Wahlkampf ein. Gewählt wird die Landesliste zur Landtagswahl, gestern wurde zudem das Regierungsprogramm verabschiedet.

ndPlusAndreas Fritsche

Bundeswehr erlebt Bruchlandung

Das Bundesverteidigungsministerium erlitt am Freitag eine Niederlage. Die Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs darf vorerst weiterhin nicht militärisch genutzt werden. Denn das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies die Berufung gegen drei Urteile des Verwaltungsgerichts Potsdam zurück.

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Steffen Twardowski

Steuer-Boni für Finanzmanager?

Unter der Überschrift »Manager der Finanzbranche an den Kosten der Finanzkrise beteiligen« brachte die Linksfraktion im November 2008 einen Antrag auf eine höhere Besteuerung von Einkommen in dieser Branche ein. Die Initiative wurde am 20. März in die Ausschüsse überwiesen. In den Tagen danach wurde die hohe Besteuerung von Bonus-Zahlungen in der bundesweiten Presse gelobt – gemeint war alle...

»Schuldenbremse« im Bundestag

Während der DGB vor der Einführung einer »Schuldenbremse« in der Verfassung warnte, zeichnet sich im Bundestag eine breite Mehrheit für eine Wende in der Schuldenpolitik von Bund und Ländern ab.

ndPlusJürgen Amendt

Morgens Kita, abends im Supermarkt an der Kasse

Erzieherinnen müssen besser entlohnt werden. Das hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestern in Berlin gefordert. Seit der Umstellung vom Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) auf den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) 2005 müssten neu eingestellte Erzieherinnen starke Gehaltseinbußen hinnehmen, kritisierte die Gewerkschaft kurz vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern.

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Auch Russland mahnt Nordkorea

Moskau/Tokio (AFP/ND). Angesichts der wachsenden Spannungen wegen Nordkoreas Plänen für einen Raketenstart hat sich nun auch Russland eingeschaltet und Pjöngjang zum Verzicht auf den Abschuss aufgefordert. »Es ist unnötig, die Spannungen anzufachen«, sagte der russische Vizeaußenminister Alexej Borodawkin am Freitag. Japan erteilte einen Abschussbefehl für die nordkoreanische Rakete, falls diese d...

Obama will Krieg »richtig ausstatten«

Das Ziel der neuen US-Strategie für Afghanistan und Pakistan ist die Ausschaltung der Terrororganisation Al Qaida als Gefahr für die USA und die Welt, verkündete Präsident Obama.

Hilmar König, Delhi

Verfassungsentwurf der Maoisten Nepals

Die Vereinte KP Nepals (Maoistisch) hat ihren Entwurf für eine neue Verfassung beim entsprechenden parlamentarischen Komitee eingereicht. Parteichef Prachanda, der auch Premier der Koalitionsregierung ist, bekräftigte dabei sein Festhalten an einer Mehrparteien-Demokratie.

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ndPlusWolfgang Kötter

Feuerregen im Gaza-Krieg

Nach dem Gaza-Krieg Anfang des Jahres fordern Persönlichkeiten und Organisationen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf, Israel wegen Verletzung des humanitären Völkerrechts zur Rechenschaft zu ziehen. Nun prüft Chefankläger Luis Moreno-Ocampo, ob er israelische Offiziere wegen Kriegsverbrechen anklagen kann. Israel selbst bestreitet jegliche Schuld.

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Auto unter Strom

Auto unter Strom

San Carlos (AFP/ND). Der US-Autobauer Tesla hat das nach eigenen Angaben erste massenhaft produzierte und autobahntaugliche Elektroauto vorgestellt. Die fünfsitzige Limousine mit dem Namen »Model S« soll eine Reichweite zwischen 260 und 480 Kilometern haben und ab 2011 in den USA und Europa verkauft werden, wie Tesla-Chef Elon Musk ankündigte. Für das Elektroauto mit Lithium-Ionen-Akkus veranschla...

... alles geben, dass es Wirklichkeit wird
ndPlusJürgen Reents

... alles geben, dass es Wirklichkeit wird

Die NATO war 40 Jahre alt, da redete man über ihr Ende. Viele Kriege hatte sie in Manövern geprobt, natürlich immer als Verteidigungsbereitschaft deklariert, aber als Allianz nie einen geführt. Sie »verlor« ihren Feind. Ihre Auflösung sollte Teil der »Friedensdividende« nach dem Ende der Blockkonfrontation und dem Zerfall des Warschauer Pakts sein. Nun wird die NATO 60 und führt Kriege nicht mehr...

Fabian Lambeck

Schwere Vorwürfe gegen Bahn-Vorstand

Nachdem die beiden Sonderermittler zur Datenaffäre dem Bahn-Vorstand am Freitag ihre Ergebnisse präsentierten, gerät Bahnchef Mehdorn in Erklärungsnot. Die Bahngewerkschaften GDBA und Transnet fordern bereits seinen Rücktritt.

KfW: Wieder Milliardenverlust

Frankfurt am Main (AFP/ND). Die staatseigene Förderbank KfW hat im vergangenen Jahr in Folge der Finanzkrise erneut einen Milliardenverlust eingefahren. Das Institut machte ein Minus von 2,7 Milliarden Euro, wie die KfW am Freitag mitteilte. Allein die Überweisungspanne im Zusammenhang mit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers und Verluste durch Geschäfte in Island schlugen mit 700 Millionen Euro...

Iskander kontra Patriot

Iskander kontra Patriot

Raschid Alimow ist Co-Vorsitzender von »Öko-Perestroika« und Umwelt- und Friedensaktivist in St. Petersburg. Er sprach auf der Bremer Friedenskonferenz im Februar 2009 und will sich auch an den Protesten anlässlich des 60. Geburtstages der NATO in Straßburg beteiligen.

Afghanistan droht das blutigste Jahr

Afghanistan droht das blutigste Jahr

US-Präsident Barack Obama will mehr Soldaten nach Afghanistan schicken, obwohl er weiß, dass der Krieg dort nicht zu gewinnen ist. Es mehren sich die Berichte über zunehmende Gewalt in Afghanistan. Wie erleben Sie die Lage in Kabul? Baraki: Die Lage ist äußerst gespannt und gewalttätig. Die Menschen in Afghanistan befürchten, dass der Krieg in diesem Jahr auf einer hohen Eskalationsstufe stattfind...

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Frauen am Finanzruder

Mehr Testosteron und weniger Östrogen – so könnte die Kurzversion einer isländischen Erfolgsgeschichte im Bankensektor lauten.

Die Hand des Marktes braucht eine Faust
ndPlusHans-Peter Kartenberg

Die Hand des Marktes braucht eine Faust

Der Welterfolg des Kapitalismus entspringt eben nicht allein dem Zauber des freien Wettbewerbs. Seine Dominanz wird immer wieder durch militärische Interventionen aller Art abgesichert.

Kriege und Katastrophen »Out of area«
John Rees

Kriege und Katastrophen »Out of area«

Die NATO führt den Krieg in Afghanistan auch deshalb weiter, weil sie ansonsten akzeptieren müsste, überflüssig zu sein – bis hin zur sofortigen Auflösung.

Auch US-Präsident Obama setzt auf die NATO
ndPlusJoseph Gerson

Auch US-Präsident Obama setzt auf die NATO

Machtvolle Sektoren der US-Eliten unterstützten Obama, weil sie glaubten, er könne die Überbleibsel der Hegemonie konsolidieren und die »Führungsrolle« der USA wieder legitimieren.

Bis an die Grenze des Kaukasus
Peter Strutynski

Bis an die Grenze des Kaukasus

Im Ergebnis der deutschen Einigung, der Auflösung des Warschauer Vertrags und der Osterweiterung von NATO wie EU bis an die Grenzen des Kaukasus wurden Mittel- und Südosteuropa zum bevorzugten Investitionsplatz deutscher Konzerne.

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ND-Preisskat am 9. April

Am Donnerstag, 9. April, startet am Berliner Sitz von Neues Deutschland, Franz-Mehring-Platz 1 (Nähe Ostbahnhof), der Oster-Preisskat Spielbeginn ist 18 Uhr. Der Einsatz beträgt 7 EUR. Telefonische Anmeldung unter (030) 29 78 16 55 (montags bis freitags, 9 bis 15 Uhr). Wie immer stehen viele wertvolle Preise bereit. Ressort Sport/Service...

Rutten auf Schalke beurlaubt

Nach der Trennung von Fred Rutten hat Schalke 04 seine Suche ausgeweitet: Der Fußball-Krisenklub fahndet jetzt nicht nur nach einem neuen Manager und einem Trainer für die Zukunft, sondern auch nach einem Inter-imscoach bis zum Saisonende. Denn die bisherigen Assistenten Mike Büskens und Youri Mulder, die vorübergehend das Training leiten, sollen in der zweiten Reihe bleiben.»Die beiden gehörten z...

Mark Stralau

Der »Capitano« fordert Reaktion

Im November 2007 war es der Weisheitszahn, der Joachim Löw aus der Spur warf. Wegen der anstehenden Operation konnte der Bundestrainer damals nicht ins südafrikanische Durban reisen, um an der Auslosung zur WM-Qualifikation teilzunehmen. Das ließ sich gerade noch verschmerzen. Gruselige Nachwirkungen hingegen hinterließen die letzten beiden Spiele seiner Fußball-Nationalelf gegen England und Norwe...

Saugende Unterböden zum Saisonauftakt

Finanzkrise hin, Sparkurs her – in der Formel 1 rollt der Rubel trotz Budgetkürzungen von bis zu 30 Prozent auch in dieser Saison. Branchenkrösus bleibt Toyota mit einem Etat von geschätzten 280 Millionen Euro. Neuer Spitzenverdiener der 20 Fahrer ist Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien): Der McLaren-Mercedes-Pilot bringt es in der am Sonntag in Melbourne beginnenden WM-Saison 2009 mi...

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Düsseldorf setzt auf Powerplay

Die Düsseldorfer EG hat mit einem Powerplay-Festival das rheinische Derby für sich entschieden und zum 15. Mal das Play-off-Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft erreicht. Der Vorrundendritte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewann das entscheidende siebte Viertelfinale gegen die Krefeld Pinguine dank vier Überzahltoren mit 5:0 und zog zum vierten Mal in Folge in die Runde der letzt...

Und ewig grüßt der Hexenjäger
ndPlusThomas Wieczorek

Und ewig grüßt der Hexenjäger

Eine Schallplatte mit Sprung ist abwechslungsreich, verglichen mit dem x-ten Aufguss der Sport-Klamotte »DDR-Trainer hat vor 20 Jahren gedopt« – und man muss wirklich aufpassen, mit der Kritik an derlei durchsichtiger Hexenjagd – wie jetzt gegen Männer-Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich – nicht auch gleich das Dopingproblem selbst zu bagatellisieren. Skurril ist das Halali auf ...

Sticheleien des Goldsprinters

Auch in der Stunde seines größten Triumphes war beim neuen Bahnkönig Maximilian Levy der Ärger der letzten Monate nicht vergessen. »Die Genugtuung ist sehr groß. Ich wollte den Leuten zeigen: Vergesst mich nicht. Ich kann es noch. Vielleicht war es doch die falsche Entscheidung, mich im Teamsprint nicht einzusetzen«, stichelte der 21-Jährige nach dem Gewinn des Keirin-Titels am Donnerstag bei der ...

Tina Bachmann überrascht

Die junge Tina Bachmann hat den ersten großen Erfolg ihrer Biathlon-Karriere gefeiert; Kati Wilhelm hat ihre Chance auf den Weltcup-Gesamtsieg gewahrt. Die dreimalige Olympiasiegerin hat vor dem großen Finale am Wochenende in Sibirien nur noch elf Zähler Rückstand auf Helena Jonsson. Beim Überraschungssieg von Tina Bachmann aus Schmiedeberg vor Simone Hauswald aus Gosheim vergab die dreimalige Oly...

Seite 12

Nickerchen gegen Stundenklau?

ND: Heute wird die Nacht eine Stunde kürzer, ist das für den menschlichen Organismus ein Problem? Wahl-Wachendorf: Er merkt es. Einer kann damit besser umgehen, ein anderer schlechter. Aber natürlich kann jeder Organismus das bewältigen. Wie äußert sich das? In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung fühlt man sich schlapp, aber abends ist man erst mit Verzögerung müde. Das macht den Einstieg in ...

Seite 13
ndPlusHans-Dieter Schütt

Krankheit, nicht nur der Jugend

Das Regietheater kann sich zurücklehnen. Es hat gute Arbeit geleistet, denn es ist aus guten Gründen geschmäht, beschimpft, beleidigt und verpönt worden. Die guten Gründe sind: der Kunstsinn des Publikums, dessen Sehnsucht nach dem hehren Wort, dem unverbrüchlich guten und ehrenwerten und menschlich sauberen Gedanken in schmutziger Zeit. Nein, hatte das Regietheater gesagt, ich gestatte euch diese...

Seite 14
Ein blaues Auge? Zwei

Ein blaues Auge? Zwei

Er schlug so schön zu. Das Alter schlägt nicht so schön zu. Aber härter allemal. Und man ist verwundbarer, als man glaubt. Terence Hill (Foto: dpa) wird am Sonntag siebzig! Der Mann, der anderen gern ein blaues Auge ins Gesicht malte. Und selber zwei blaue Augen hatte, von deren Farbe guter Stahl nur träumen konnte. Oder das Meer in den Schlagern.Hill und Bud Spencer, das gehörte zusammen, das war...

ndPlusHarald Loch

Die Starke, Unbestechliche

Sie hat die Abtreibung in Frankreich legalisiert, war erste Präsidentin des direkt gewählten Europäischen Parlaments, ist allen Großen aus der Politik im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts begegnet und ist eine der wenigen lebenden linksliberalen Persönlichkeiten Frankreichs und Europas, die ahnen lassen, welche Impulse diese bürgerlichen Sachwalter der Aufklärung der heutigen Zeit geben können....

Das reine, stille Dasein
Gert Claußnitzer

Das reine, stille Dasein

Schon der Kunsthistoriker Max Jacob Friedländer, dem wir profunde Erkenntnisse zur Kunsttheorie zu danken haben, bemerkte einmal, dass der Holzschnitt als eine »autonome Kunst« anzusehen wäre. »Aber, es gab wohl keine schöpferische Persönlichkeit, die sich allein darauf beschränkt hätte, sich in dieser Kunstweise auszusprechen.« Man denke an die »Brücke«-Künstler! In keiner anderen Technik als dem...

Seite 15

Welcher Wandertyp bin ich?

Wandern und Wandern – dazwischen liegen Welten. Der eine ist glücklich, wenn er in möglichst kurzer Zeit und ohne große Anstrengung von A nach B kommt. Andere wollen gern mehrere Tage von Ort zu Ort unterwegs sein, aber das Gepäck nicht selbst tragen müssen. Für den nächsten ist ein bestimmtes Restaurant oder Museum das Ziel, dafür nimmt er auch einen etwas anstrengenderen Weg in Kauf. Und e...

ndPlusSarah Liebigt

Duft, Salz und Schokolade

Die BVG nimmt den Kampf gegen Geruchsbelästigung durch fehlplatzierte Körperflüssigkeiten auf. Per Testverfahren suchen die Verkehrsbetriebe nach hoch- und langwirksamen Reinigungsmitteln, die penetrante Gerüche beseitigen und eventuellen neuen Herausforderungen an den Geruchssinn mit überlagerndem – doch mildem – Duft entgegenwirken. BVG-Sprecherin Petra Reetz versicherte am Montag, m...

Wider die falschen Saubermänner
Martin Kröger

Wider die falschen Saubermänner

Die Technik spielte nicht mit. Ohne Lautsprecherwagen, dafür mit einem Megaphon musste gestern die antifaschistische Kundgebung gegen eine Mahnwache von Neonazis vor dem Berliner Landgericht auskommen. Dennoch protestierten die 70 Teilnehmer, unter ihnen Antifas, Rechtsanwälte und Gewerkschafter, lautstark gegen die Rechtsextremen, die sich wegen eines Prozesses zu Kindesmissbrauch vor dem Eingang...

Riesenrad dreht noch nicht rund
Bernd Kammer

Riesenrad dreht noch nicht rund

Lange steckten die Bauprojekte für die City-West in der Warteschleife. Doch jetzt gibt es ein Hoffnungszeichen – gestern wurde gegenüber dem Bahnhof Zoo der Grundstein für das »Zoofenster« gelegt. In dem 118-Meter-Turm soll Ende 2011 ein Luxus-Hotel der Marke Walldorf Astoria öffnen.Doch die Aufbruchstimmung erlitt gleich wieder einen Dämpfer: Wie gestern bekannt wurde, dreht beim benachbart...

Immer den Füßen nach durch Österreich
Heidi Diehl

Immer den Füßen nach durch Österreich

Früher belächelt ist Wandern heute für viele nicht nur die schönste Freizeitbeschäftigung – für ein paar Tage nur oder für einen ganzen langen Urlaub. Für sie gibt es kaum etwas Schöneres, als die Natur Schritt für Schritt zu entdecken. Und was für ein tolles Gefühl, wenn man am Abend erst die müden Muskeln in der Sauna lockern und dann die brennenden Füße unter einen gut gedeckten Tisch ste...

Seite 16

Der Stahlbau brummt

(ND-Neßnau). Die Auftragssituation ist momentan gut. Es werde in drei Schichten gearbeitet, berichtete Jürgen Voigt, Geschäftsführer bei der KSB Kran- und Stahltechnologie Berlin GmbH. Seit dem Frühjahr 2008 werden am traditionsreichen Lichtenberger Stahlbaustandort in der Ferdinand-Schultze-Straße Stahlbrücken und Krane hergestellt. Bis zum Frühherbst 2009 reichen die Aufträge.Aus dem Jahr 1904 s...

ndPlusThomas Böhm

Umweltprämie erhöht auch die Verkehrssicherheit

In Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen die Zahl der im Jahr 2008 im Straßenverkehr Getöteten auf 4467 gesunken. So wenig Verkehrstote gab es seit Einführung der Statistik der Straßenverkehrsunfälle im Jahr 1953 noch nie. Zudem wurden auch weniger Menschen bei Straßenverkehrsunfällen verletzt (5,5 Prozent). Insgesamt sind weniger Unfälle passiert (Rückgang um 2,3 Prozent). Der Verband der ...

ndPlusAndreas Fritsche

Zur ND-Tour: Der eckige Runde Tisch

Die Fotos sind vertraut. An vielen Stellen in der Republik könnten sie aufgenommen sein: Jungs spielen sichtlich glücklich im Kinderzimmer der Neubauwohnung mit einer Autorennbahn, Knirpse sitzen vor dem Wohnblock in der aufgewühlten Erde. Endlich die Neubauwohnung; die Familie hat sehnsüchtig darauf gewartet. Endlich Wärme aus der Wand, die Toilette nicht eine halbe Treppe tiefer oder auf dem Hof...

Jürgen Holz, Leipzig

Ein verhaltener Frühling auf vier Rädern

In den vier Hallen auf dem Neuen Messegelände in Leipzig ging es gestern - im Gegensatz zu früheren Jahren - ausgesprochen geruhsam zu. Es war zwar der übliche Pressetag, aber kein solches Gedränge wie sonst. Heute öffnet die traditionelle Auto Mobil International (AMI), die schon ihre 19. Auflage erlebt und sich längst den Ruf als wichtigste mittel- und osteuropäische Automesse erworben hat, ihre...

Seite 17

Verhalten im Labor

(ND). Werke des in der Vergangenheit umstrittenen Künstlers Artur Smijewski zeigt ab Samstag die daadgalerie in der Zimmerstraße 90 in Mitte. Wie die Veranstalter mitteilten, handelt es sich bei »Democracies« (2009) um ein neues Projekt, das erstmals in der daadgalerie präsentiert wird. Auf einer Reihe von Monitoren mit Sound untersucht Smijewski die freie öffentliche Meinungsäußerung in Form von ...

Bewegung so langsam, wie Eis schmilzt
ndPlusAnouk Meyer

Bewegung so langsam, wie Eis schmilzt

Bewegungslos verharren die vier Figuren in den weißen Papieroveralls im Dunkeln. Stille. Auf einem Stahlgestell schmelzen glitzernde Eisblöcke lautlos vor sich hin. Plötzlich bricht die Lärmhölle los: Dumpfe Schläge tönen aus dem Lautsprecher, laut knattern dicke Plastikfolien, die, unsichtbar für die Zuschauer, heftig auf- und abgeschwungen werden. Ein weiterer Schreckensmoment: ein grell aufflam...

Die Dagebliebene
Jürgen Amendt

Die Dagebliebene

Ob sie jemanden in ihrem Freundeskreis kenne, der eine ganz normale Lehrstelle in einem ganz normalen Betrieb macht, in einem, der etwas herstellt, von dem es Einträge in den Gelben Seiten gibt, den man rufen kann, wenn die Waschmaschine kaputt ist oder bei dem man morgens seine Frühstücksbrötchen kauft. Die Frage erstaunt die junge Frau für einen Moment. »Nein«, sagt Melanie W. nach kurzem Zögern...

Seite 18
ndPlusBenjamin Beutler

Eilig eröffnete KGB-Gedenkstätte

Früher als geplant öffnet die Gedenkstätte im ehemaligen sowjetischen Geheimdienstgefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße 1. Nach fieberhafter Vorarbeit ist es an diesem Sonntag soweit. Zuvor gab es umfangreiche Baumaßnahmen.Gesichertes Wissen über das Gefängnis, etwa die Zahl der Insassen oder der Zeitraum der Nutzung, sind bisher kaum vorhanden. Klar ist, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkr...

ndPlusSilvia Schlenstedt

Widerständiges Leben

Dass dieses Buch geschrieben und 2009 nun auch gedruckt wurde, ist außerordentlich zu nennen. Es erzählt Geschichte und Geschichten aus einer Epoche, die vergangen ist, Zeit der Aufbrüche und der Verheerungen im letzten Jahrhundert. Indes stellt der Verfasser diese Geschichten vor uns hin als unerledigt in den emanzipativen Bestrebungen und revolutionären Versuchen, als unabgegolten in den Niederl...

Seite 19
ndPlusHans-Dieter Schütt

Mittel, Maß

• Lügen, so sagte kürzlich Alt-Buneskanzler Helmut Schmidt, von wem auch immer in die Welt gesetzt, hätten eine nicht zu unterschätzende Wirkung, wenn einmal »beschlossen« sei, einen Politiker fertigzumachen und ihn auszuhebeln. Das ist aber nur zur Hälfte richtig. Die Crux, der sich alle Politiker bewusst sein müssten: Immer wird ihr Ruf zur einen Hälfte durch die Lüge, zur anderen Hälfte je...

Kein Rechtsstaat. Aber deswegen doch kein Unrechtsstaat

Kein Rechtsstaat. Aber deswegen doch kein Unrechtsstaat

»Es war ja nicht so, dass ein idealer Staat auf einen verdammenswerten Unrechtsstaat stieß. Die alte Bundesrepublik hatte auch Schwächen, die DDR auch Stärken.« Mit seinem Interview-Hinweis (FAS), das Leben in der DDR differenziert zu betrachten, löste Erwin Sellering (SPD), Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, heftige Kritik bei CDU, eigener Partei und Ex-Bürgerrechtlern aus. Dagegen bekräftigt FRIEDRICH SCHORLEMMER das Mühen um eine weniger einseitige Geschichtsbetrachtung.

Seite 20

WochenChronik

28. März 1849: Die Nationalversammlung in Frankfurt (Main) billigt die erste deutsche Verfassung, die eine konstitutionelle Monarchie für einen einheitlichen Bundesstaat vorsieht. Sie tritt nicht mehr in Kraft. 29. März 1894: 34 deutsche Frauenorganisationen schließen sich zum Bund deutscher Frauenvereine (BdF) zusammen, der sich vornehmlich um bessere Ausbildungschancen für Mädchen bemühen will. ...

Ruth, Egon & der Frieden

Ruth, Egon & der Frieden

Freunde begleiteten die US-amerikanische Lehrerin Ruth Turner am Dienstag, dem 28. März 1989, zum Frauengefängnis Preungesheim in Frankfurt am Main, wo sie eine 20-tägige Haftstrafe antreten musste – dazu verurteilt, weil sie 1986 vor dem US-Raketenstützpunkt in Mutlangen demonstriert hatte. Die 52-Jährige (ND-Foto: Oertel) sei die erste US-Bürgerin, die wegen Friedensengagements in der BRD ...

»Seltsam zerbrochene Puppen ...«
ndPlusRalf Höller

»Seltsam zerbrochene Puppen ...«

Der »Völkische Beobachter« war schon da. Jedenfalls sein Reporter Karl Georg von Stackelberg: Er konnte am 28. März 1939 die Nachricht vermelden, auf die Hitler und Mussolini fast 1000 Tage lang gewartet hatten: »Alles ist zum letzten entscheidenden Schlag auf Madrid bereit ...«Stunden später haben die faschistischen Truppen des rechten Falangegenerals Franco die Hauptstadt eingenommen. Es ist das...

Der Markt und die Gesellschaft
Jörg Roesler

Der Markt und die Gesellschaft

Vor 60 Jahren wurden die Bundesrepublik Deutschland sowie die Deutsche Demokratische Republik gegründet. ND offiert zu dem Doppeljubiläum eine Artikelserie, die jeweils zu Monatsende an dieser Stelle zu lesen ist.

Seite 21
Walter Willems

Genetische Ursache für plötzlichen Herztod

Das Ereignis tritt so schnell ein, dass jede Hilfe zu spät kommt. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 100 000 Menschen am plötzlichen Herztod, darunter mehrere hundert Sportler. Ursache sind gerade bei den jüngeren Opfern ungünstige Erbanlagen. Ein internationales Forscherteam um Arne Pfeufer vom Helmholtz Zentrum München hat nun zehn Genvarianten identifiziert, die maßgeblich zum Sekunden...

ndPlusMartin Koch

Verquere Biologie

In dieser Woche lief im ZDF der Dreiteiler »Krupp – eine deutsche Familie«. Wer allerdings erwartet hatte, einen Film mit historischem Tiefgang zu sehen, wurde enttäuscht. Umso verlockender erscheint es, im nachhinein auf eine Geschichte hinzuweisen, die sich auf dem Feld der Wissenschaften zugetragen hat: Einer der großen Krupp-Erben war maßgeblich daran beteiligt, dass sich in Deutschland ...

Gert Lange

Die Nord-Süd-Klimaschaukel

Als uns vor einigen Jahren die Kunde erreichte, dass ein warmes Klima sehr schnell in ein kaltes kippen kann (und umgekehrt), waren nicht nur die Ökofreaks geschockt. Untersuchungen an zwei Eisbohrkernen vom grönländischen Inlandplateau hatten gezeigt: Während der insgesamt wechselhaften letzten Eiszeit ereigneten sich dramatische Klimasprünge innerhalb weniger Jahre.Die Wissenschaftler nahmen dam...

Seite 22
ndPlusThomas Ruttig, Tirinkot, Kabul, Berlin

Wenn »ein paar Rupien« die Wahl entscheiden

Bei den Vereinten Nationen hört man oft den Satz: Die zweiten Wahlen sind immer die schwierigsten in Ländern, die sich im Übergang vom Konflikt zu Stabilität befinden. Afghanistan bestätigt diese Erkenntnis eindrücklich.

Seite 23
Manfred Loimeier

»Heute ist Abu Dhabi respektiert«

Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, steht zwar noch im Schatten der größeren Metropole Dubai, macht jedoch ebenfalls mit ehrgeizigen städtebaulichen Plänen von sich reden.

Helgoland will kein zweites Dubai werden
ndPlusCharlotte Noblet

Helgoland will kein zweites Dubai werden

Der Frühling setzt sich langsam durch, aber auf Helgoland lässt die Saison noch auf sich, die Touristen und die tägliche Verkehrsverbindung zum Festland warten. Bis Ende April bleibt die Anfahrt nach Helgoland noch etwas schwierig. Wegen Nebel müssen die Neunsitzer-Flieger regelmäßig am Boden bleiben und nur das Fährschiff »Funny Girl« der Reederei Cassen Eils fährt die 70 Kilometer über die Nords...

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Flucht und Furcht
ndPlusUdo Bartsch

Flucht und Furcht

Seine Flucht aus dem KZ führt den Sintojungen Mano in den Nachkriegswirren bis nach Frankreich. Wo er herkommt und wie seine Eltern heißen, hat er vergessen. Liebevolle Pflegeeltern nehmen Mano auf und versuchen, ihn wieder an die Normalität zu gewöhnen. Doch Fortschritte zeigen sich nur langsam. Der Junge bleibt schreckhaft und angespannt. Als Manos Erinnerungen Bruchstück für Bruchstück zurückke...

Testspiel

Testspiel

Wer sagte es? Das Zeichen eines Heuchlers ist ein dreifaches: Wenn er spricht, lügt er, wenn er verspricht, hält er nicht, und wenn er vertraut, fürchtet er. Welches war es? Welches Kraftwerk hatte am 28. März 1979 den bisher schwersten zivilen Nuklearunfall in den USA? Wo war es? In welchem europäischen Land wurde den Jesuiten am 29. März 1880 per Dekret die Lehrtätigkeit untersagt? Wer war es? E...

Wie der Blitz
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Wie der Blitz

Wenn ein Turnier mit mehreren Spielern auf dem ersten Platz endet, gibt es normalerweise als Stichkampf eine Schnellschachrunde. Herrscht dann immer noch Gleichstand, ist ein K.o.-Blitzturnier angesagt. Dazu kam es bei der diesjährigen Europameisterschaft (5.-19. März in Budva, Montenegro). Elf Spieler hatten am Ende auf Platz eins acht von elf möglichen Punkten. Beim abschließenden Blitzfinale sa...

ndPlusHans-Ulrich Keller

Lyriden wieder im Kommen

Die strahlend helle Venus, die in den vergangenen Monaten noch als heller Abendstern glänzte, beginnt im April ihre Morgensternperiode. Schon um den 15. April herum erscheint unser innerer Nachbarplanet kurz vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel. Erst im November wird sich die Venus als Morgenstern verabschieden. Ihren größten Glanz entfaltet sie jedoch schon Anfang Mai am Morgenhimmel. Zu einer engen...