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Fünf Fragen an Die Linke

Heute lassen wir Die Linke als eine von zwei Gesellschaftern der scheidenden nd-GmbH zu Wort kommen

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: 3 Min.

Wir bekommen viele Zuschriften von Leserinnen und Lesern, die die Gründung einer nd-Genossenschaft unterstützen, aber trotzdem fragen, warum Die Linke die nd-GmbH auflösen will. Ja, warum eigentlich?

Weil wir glauben, dass das »nd« als Genossenschaft eine bessere Perspektive hat. Für die Bildung einer Genossenschaft spricht eine Reihe von Gründen: Im Gefolge der Wende 1989 änderte »Neues Deutschland« seine Funktion. Es war nicht mehr länger das Zentralorgan der SED. Es wurde zur unabhängigen sozialistischen Tageszeitung und die nd-GmbH mit der PDS und später der Linken als Gesellschafter wurde gegründet. Aber noch immer gilt das »nd« bei vielen nicht als unabhängig. Der Nimbus der »Parteizeitung« hält sich teilweise hartnäckig. Mit der Bildung einer Genossenschaft erhält die redaktionelle Unabhängigkeit des »nd« auch eine gesellschaftsrechtliche Entsprechung.

Gedruckte Medien sind in der Krise. Es braucht neue Produkte und neue Bezahlmodelle. Warum ist eine Genossenschaft mit Blick auf den digitalen Wandel fürs »nd« besser als die Eigentümerschaft der Linken?

Ich will es an einem Beispiel deutlich machen. Als das Bundesgesundheitsministerium vor einiger Zeit flächendeckend in allen Tageszeitungen Anzeigen schaltete, um für die Impfkampagne zu werben, wurde das »nd« davon ausgeschlossen, weil es eine Parteizeitung sei. Damit sind dem »nd« wichtige Einnahmen entgangen. Das ist nur ein Beispiel.

Eine Genossenschaft bietet allen, die eine unabhängige sozialistische Tageszeitung für dringend notwendig halten, die Möglichkeit, sich zu engagieren und Mitglied der Genossenschaft zu werden. Die »Taz« und die »Junge Welt« zeigen, dass linke Zeitungen erfolgreich als Genossenschaft geführt werden können. Das »nd« hat bereits in den letzten Jahren neue Produkte wie »nd.Die Woche« und eine Reihe neuer digitaler Formate weiterentwickelt. Darauf gilt es aufzubauen.

Welche Bedeutung hat das »nd« aus Sicht der Linken?

Das »nd« ist als linke Stimme in der Presselandschaft unverzichtbar, und wir wollen, dass sie als Genossenschaft noch hörbarer und einflussreicher wird. Denn Unabhängigkeit von der Partei Die Linke als Gesellschafter ist das eine. Aber das »nd« wird immer parteilich im politischen Sinne sein - gegen Ausbeutung, Diskriminierung und Unterdrückung - für eine solidarische, sozialistische Gesellschaft. Das »nd« ist die einzige sozialistische Tageszeitung, darin liegt sein großer Wert.

Die Linke will Medienvielfalt, unabhängigen Journalismus und Pressefreiheit stärken, so ist auch ein Kapitel im Wahlprogramm überschrieben. Welche Verantwortung ergibt sich daraus gegenüber dem »nd«?

Als Noch-Gesellschafter des »nd« sehen wir uns in der Verantwortung, die Genossenschaft mit guten Startbedingungen zu versehen. Dazu gehören infrastrukturelle Voraussetzungen, ein Netzwerk von Kooperationspartnern im Haus am Franz-Mehring-Platz, langfristig gesicherte Mietkonditionen, eine Anschubfinanzierung.

Wie hoch wird diese sein?

Es geht darum, eine wirtschaftliche Grundlage für die Genossenschaft zu schaffen. Das alles gilt es jetzt im Detail zu verhandeln. Und wir werden bei unseren Mitgliedern dafür werben, die Genossenschaft durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen und Abos zu unterstützen.

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