Westfalen-Söder

Hendrik Wüst soll Ministerpräsident von NRW werden

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Armin Laschet hat seinen Nachfolger gefunden. Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst soll künftig NRW regieren und die CDU zwischen Aachen und Bielefeld führen. Der 46 jährige sitzt seit 2005 im NRW-Landtag. Von 2006 bis 2010 war er Generalsekretär der Landes-CDU, den Posten musste er wegen der »Rent a Rüttgers« Affäre räumen. Die CDU hatte Gespräche mit dem damaligen Ministerpräsidenten gegen Geld angeboten. In der Frühphase seiner Karriere sorgte Wüst auch anderweitig für Schlagzeilen.

Als Vorsitzender der Jungen Union NRW gab er im Dezember 2000 der neurechten Jungen Freiheit ein Interview in dem er Aussagen des damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Paul Spiegel und »diese ganze Debatte ‘gegen Rechts’« als »befremdlich« bezeichnete. Später forderte er, dass Arbeitslose »Hundekot, Glasscherben und Drogenspritzen« von Spielplätzen einsammeln sollten. Unter anderem mit Markus Söder schrieb er 2007 ein Positionspapier, das zu mehr Konservatismus in der Union aufrief.

Genau wie Söder, der sich heute gerne klimabewusst gibt, hat auch Wüst einen Wandel hinter sich. 2017 wurde er Verkehrsminister in NRW. Kein leichter Job und viele landespolitische Beobachter schätzten, dass Armin Laschet Wüst damit vor allem ruhig stellen und ständige Kritik aus der eigenen Fraktion verhindern wollte. Wüst allerdings nutzte den Job für einen Imagewandel und viel PR in eigener Sache. Ständig sieht man ihn mit Bauhelm, Schaufel oder Fahrrad posieren. Seine Verkehrspolitik ist betont klimafreundlich und auf den Radwegeausbau ausgerichtet. Als er am Dienstagabend als Laschet Nachfolger präsentiert wurde, erklärte er den »Schutz des Klimas« und die »Bewahrung der Schöpfung« zu seinen zentralen Aufgaben als künftiger Ministerpräsident.

Nach der Bundestagswahl twitterte Wüst, wer die Wählerwanderung kenne, könne nicht auf die Idee kommen, »die Union nach rechts rücken zu wollen!« Der künftige NRW-Ministerpräsident ist inhaltlich so flexibel wie sein Kollege aus Bayern.

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