Leipziger Oberbürgermeister fordert Aufarbeitung der Polizeitaktik

Burkard Jung (SPD) weist Vorwurf der CDU zurück, er sei für die Gewalt in Connewitz an Silvester verantwortlich

  • Lesedauer: 2 Min.

Leipzig. Nach den Vorkommnissen zu Silvester im Leipziger Stadtteil Connewitz fordert Leipzigs Oberbürgermeister Burkard Jung (SPD) eine Aufarbeitung der Polizeitaktik. An erster Stelle stehe die Solidarität mit dem verletzten Polizisten, sagte Jung in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Stadtmagazin »Kreuzer«. Jedoch gebe es auch die Aufgabe, »kritisch zu hinterfragen«.

»Die Polizei ist doch kein Heiliger«, erklärte Jung. Auch sei es »nicht sakrosankt, was ein Polizeisprecher sagt«. In einem Rechtsstaat müsse man die Frage stellen dürfen, ob sich die Polizei richtig verhalten habe oder »vielleicht über das Ziel hinausgeschossen« sei. »Das alles muss auf den Tisch«, erklärte Jung.

Den Vorwurf der Leipziger CDU, er sei verantwortlich für die Gewalt in Connewitz, bezeichnete Jung als »Unverschämtheit« und »Skandal«. Darüber müsse vernünftig geredet werden, was indes »wahrscheinlich bis zum 1. März« nicht möglich sein werde. In Leipzig wird in wenigen Wochen ein neuer Oberbürgermeister gewählt.

In der Silvesternacht war es in Connewitz zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Feiernden gekommen. In den Tagen nach Silvester war auch die Einsatztaktik der Beamten hinterfragt und die Kommunikation der Polizei kritisiert worden. So hatte die Behörde unter anderem geschrieben, ein schwer verletzter Beamter habe notoperiert werden müssen. Eine Falschmeldung, wie sich später herausgestellt hatte. epd/nd

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal