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Vereint gegen Rechtsaußen

In Münster protestierten Tausende gegen einen Neujahrsempfang der AfD

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Eine Normalisierung im Umgang mit der AfD konnte man nicht nur vergangenen Mittwoch im Thüringer Landtag beobachten. Im ganzen Land ist es mittlerweile zur Normalität geworden, dass die AfD sich in öffentlichen Räumen trifft und ihre völkisch-rassistischen Thesen verbreiten kann. Gegenprotest ist vielerorts nur noch ein Thema für eine Handvoll linker Antifaschisten. In Münster ist das anders. Zum dritten Mal veranstaltete die AfD dort am Freitag einen Neujahrsempfang im historischen Rathaus und zum dritten Mal stellten sich tausende Menschen ihr entgegen.

Rund um das Rathaus hatte das Bündnis »Keinen Meter den Nazis« Kundgebungen angemeldet, so dass sich die AfD-Anhänger durch Menschenmassen drängeln mussten, die ihnen deutlich und lautstark erklärten, was sie von der AfD halten. Insgesamt protestierten nach Angaben des Bündnisses 8000 bis 10 000 Menschen gegen den Neujahrsempfang. Es war eine bunte Mischung, die auf die Straße ging - von linksradikalen Antifa-Aktivisten bis zum ehemaligen CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz. »Münster ist eine weltoffene, international geprägte, bunte, vielfältige und tolerante Stadt«, erklärte Polenz den Grund für so viel Protest gegen die AfD. Es gebe den sogenannten Münster-Konsens, der beinhalte, dass »keine Politik auf dem Rücken von Minderheiten« zu machen und nicht auszugrenzen sei.

»Die angestrebte Normalisierung des Neujahrsempfangs ist der AfD auch dieses Mal nicht gelungen«, fasst Liza Schulze-Boysen vom Protestbündnis den Abend zusammen. »Im Gegenteil: Je öfter die AfD versucht hier aufzutreten, auf umso mehr Widerstand stößt sie.« Wermutstropfen gab es trotzdem. Juri Sonnefeld von der linksradikalen Kampagne »Nationalismus ist keine Alternative« ist zwar auch erfreut über den Protest und den Erfolg der Blockaden, jedoch habe die Polizei »vor massiver Gewaltanwendung, wie dem Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Schmerzensgriffen gegen friedliche Demonstrierende nicht zurückgeschreckt«.

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