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Erik Zielke über die Kulturvernichtung durch die Taliban

  • Von Erik Zielke
  • Lesedauer: 2 Min.
In Bamiyan wurden 2001 von den Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt herausgesprengt.
In Bamiyan wurden 2001 von den Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt herausgesprengt.

Die Taliban sollen im afghanischen Bamiyan buddhistische Kulturschätze aus einem Museum gestohlen haben, um sie zu Geld zu machen. Denn Respekt gegenüber der Religion wird bekanntlich immer nur für die eigenen fundamentalistischen Glaubenssätze eingefordert. Vor 20 Jahren hatten die Taliban schon einmal in den buddhistischen Kulturstätten in Bamiyan gewütet. Damals wurden zwei mehr als 1400 Jahre alte Buddha-Statuen von monumentaler Größe aus Felswänden gesprengt und umliegende Fresken und Skulpturen zerstört. Die Rettung der wenigen kulturellen Überreste und ihre Restauration wurden von internationalen Fachleuten seit 2004 in Angriff genommen, mit dem Raub aber ad absurdum geführt.

Einer der vorgeblichen Gründe für die Zerstörung war das sogenannte Bilderverbot im Islam. Das hat aber für Islamisten immer nur solange Gültigkeit, bis man sich selbst gekonnt im Internet zur Schau stellen kann. Der Umgang mit wertvollen Kulturgütern ist selbstredend nur ein Symptom für den Sieg der Reaktion in Afghanistan. Frei nach Heinrich Heine steht zu befürchten, dass in einem Land, in dem die Köpfe von Statuen abgeschlagen werden, am Ende auch echte Köpfe rollen werden – nämlich die von Schwulen, »aufmüpfigen« Frauen und Oppositionellen.

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