Ausgabe vom 29.01.2008

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Unten links

Die Öffentlichkeit hat Michael und Corinna zum glücklichsten deutschen Prominentenpaar erklärt. Hoffentlich wissen die Schumachers dieses Glück zu schätzen. Zum eigenen noch das des Wahlsiegers! Was die Drittplatzierten der Wahl, das Ehepaar Helmut und Loki Schmidt, wenig begeistern wird. Sie können ihr Glück gar nicht genießen, wegen der Intoleranz einer eifernden Mehrheit. Sie sollen das Rauchen...

Jürgen Reents

Klare Varianten

Jürgen Thumann ist in »allergrößter Sorge« wegen eines »Linksrucks in Deutschland«. Sowas liegt einem BDI-Chef in den Stammzellen: Thumanns Vorgänger Rogowski bekannte einst, dass ihm NPD und DVU in den Landtagen lieber seien als eine PDS beim Mitregieren. Doch warum müssen SPD und Grüne die Ansichten der Kapitalherren immer gleich teilen und die Sorgen anderer überhören? Renate Künast, grüne Frak...

Koch klammert, Ypsilanti in der Klemme

Anders als in Niedersachsen, wo am Sonntag die schwarz-gelbe Regierung bestätigt wurde, hat nach der Wahl in Hessen das Tauziehen um die Macht begonnen. CDU und SPD beanspruchten am Montag beide den Auftrag zur Regierungsbildung für sich.

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Jürgen Amendt

Fünfparteiensystem etabliert sich

Nach den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen beginnt die Ursachenforschung über das Abschneiden der jeweiligen Parteien. Die Analysen der Meinungs- und Wahlforscher zeigt dabei vor allem zwei eindeutige Trends: Die Linkspartei hat sich im Westen etabliert und die CDU in Hessen hat die Wahl vor allem bei den Jüngeren und den Frauen verloren.

ndPlusUwe Kalbe

CDU mittig gestärkt, SPD im strategischen Dilemma

Roland Koch wird die Geschäfte der Regierung möglicherweise länger führen, als mancher in der hessischen Opposition sich noch am Wahlabend am Sonntag vorgestellt hat. Gelassen gaben sich die Bundesspitzen von CDU und SPD am Montag auch, was die Konsequenzen der Wahl für die Große Koalition betrifft.

Seite 3
»Es geht um die Inhalte«

»Es geht um die Inhalte«

ND: Drin ist drin – wenn auch nach gehöriger Zitterpartie für die LINKE. Haben Sie mit einem derart knappen Einzug in den hessischen Landtag gerechnet? van Ooyen: In den letzten Tagen schon. Nachdem die Zuspitzung und mediale Polarisierung des Wahlkampfes auf Koch kontra Ypsilanti stattfand, reduzierte sich unser Anteil in der Öffentlichkeit. Haben womöglich manche potenzielle Links-Wähler d...

»Blöde sind wir nicht«
ndPlusGabriele Oertel

»Blöde sind wir nicht«

Eine solch gut besuchte montägliche Pressekonferenz hatte die LINKE schon lange nicht mehr. Und auch nicht so rundum zufriedene Akteure wie gestern in Berlin.

Ein Projekt für die Regierungslinke
ndPlusPedram Shahyar

Ein Projekt für die Regierungslinke

Hessen ist ein eher unscheinbares Bundesland in der Mitte der Republik, das uns dennoch die spannendste Wahl seit Jahren geliefert hat. Die Amerikaner würden Hessen als einen »Swing-State« bezeichnen, also ein Wahlbezirk, wo es keine strukturellen Mehrheiten für die eine oder andere Seite gibt, wo der Wahlausgang fast immer sehr spannend ist und die Regierungslager in der Geschichte oft gewechselt...

Seite 4
Velten Schäfer, Schwerin

Schweriner Koalition »knirscht«

Chaos in Sachen Verwaltungsreform, Streit um Zukunft der Gymnasien: In der Schweriner Koalition »knirscht es«. Das sagen nun sogar prominente Beteiligte.

ndPlusHendrik Lasch, Leipzig

Leipziger wollen ihr Eigentum behalten

Der Teilverkauf der Stadtwerke Leipzig ist per Bürgerentscheid gekippt worden. Auch andere kommunale Unternehmen dürfen nun drei Jahre lang nicht privatisiert werden.

Seite 5
Max Böhnel, Miami

Giuliani setzt in Florida alles auf eine Karte

Im Präsidentschaftskandidaten-Rennen der Republikaner steht heute eine wichtige Vorwahl im USA-Bundesstaat Florida an. Die Abstimmung in South Carolina vor einer Woche hatte Senator John McCain vor den früheren Gouverneuren Mike Huckabee und Mitt Romney für sich entschieden. Mit besonderer Spannung wird nun auf das Abschneiden des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani gewartet, der sich bei den bisherigen Vorwahlen kaum engagiert hat.

Gandhis Leben ist seine Botschaft
ndPlusJochen Reinert

Gandhis Leben ist seine Botschaft

Am Morgen des 30. Januar 1948 löschte ein fanatischer Hindu das Leben Mahatma Gandhis aus, der seinen Landsleuten »Ahimsa« (Gewaltfreiheit) gepredigt hatte. Die Berliner Gandhi-Experten Peter Rühe und Christian Bartolf widmeten ihr Leben der Verbreitung der Vision des großen indischen Freiheitskämpfers – auf sehr unterschiedliche Weise.

Seite 6
Marion Pietrzok

Irritiert

Von Lemgo nach Los Angeles und zurück, von der beschaulichen alten Hansestadt in Ostwestfalen-Lippe in die kalifornische Metropole am Pazifischen Ozean und, zurückgekehrt, bis ins thüringische Gera: Mirko Martin aus Lemgo hat den alle zwei Jahre vergebenen Aenne-Biermann-Preis für Deutsche Gegenwartsfotografie bekommen. 543 Arbeiten wurden für diese Auszeichnung – einer der wichtigsten deuts...

René Heilig

Saddams FBI-Vernehmer berichtet

935 Mal sollen US-Regierungsmitglieder die Öffentlichkeit in nur zwei Jahren vor dem Irak-Krieg belogen haben. Spitzenreiter der Lügen-Skala ist nach einer entsprechenden US-Studie Präsident Bush. Nun jedoch erfährt die Welt die »ganze Wahrheit«. Von der anderen Seite. Der FBI-Vernehmer des gehenkten Irak-Diktators Saddam Hussein berichtete.

ndPlusKarin Leukefeld

Tödliche Protestaktion in Libanon

In der libanesischen Hauptstadt Beirut kam es am Sonntag zu blutigen Auseinandersetzungen. Wer geschossen hat ist unklar. Das parlamentarische Mehrheitslager macht Syrien verantwortlich.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Aufstandsgefahr in Inguschetien

In der russischen Republik Inguschetien wächst die Unzufriedenheit. Sie könnte sich zu einem Aufstand auswachsen, befürchtet so mancher.

Seite 7
ndPlusReiner Oschmann

Auch zu Hause im Krieg

Die Kriege der USA in Irak und Afghanistan hinterlassen Opfer nicht nur auf den Kriegsschauplätzen selbst. Ein offizieller Bericht hatte für 2006 einen Suizid-Rekord unter Angehörigen der US Army ermittelt. Eine neue Untersuchung weist nun auf eine andere Seite der Kriegsführung in Afghanistan und Irak hin.

Herero und Nama fordern Gerechtigkeit
Rolf-Henning Hintze

Herero und Nama fordern Gerechtigkeit

Die Niederschlagung des Aufstands der Herero und Nama in den Jahren 1904 bis 1908 gehört zu den blutigsten Kapiteln deutscher Kolonialgeschichte im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Beide betroffene Volksgruppen kämpfen jetzt erstmals gemeinsam um eine Wiedergutmachung für den Völkermord.

Atommeiler vor Gericht
Wolfgang Kötter

Atommeiler vor Gericht

Hessens Landesregierung muss bis Ende nächster Woche erklären, warum der Antrag der »Ärzte gegen den Atomkrieg« zur Stilllegung des Kernkraftwerks Biblis B vom September 2005 noch immer nicht beschieden ist. Damit reagiert der Verwaltungsgerichtshof in Kassel auf eine IPPNW-Klage zur Abschaltung des Meilers. Aber nicht nur in Hessen verschärft sich die Debatte um Nutzen und Risiken friedlicher Kernenergienutzung.

Seite 8
Hendrik Lasch, Leipzig

Rechnende Helden

Leipzig wird gern als Heldenstadt bezeichnet, nachdem die Bürger dort 1989 mit Montagsdemonstrationen auf dem Ring einen Staat zum Abdanken brachten. Als Heldenstadt dürfte die sächsische Kommune seit Sonntag auch bei den Gegnern der Privatisierung von öffentlichem Eigentum gelten: Allen Kassandra-Rufen zum Trotz gingen mehr Bürger zur Abstimmung gegen den Stadtwerke-Verkauf als zur letzten OB-Wah...

Wolfgang Hübner

Kein Trugbild

Die LINKE hat niemand gerufen, sie wird hier nicht gebraucht – Hessens SPD-Spitzenfrau Andrea Ypsilanti wurde am Wahltag nicht müde, ihre nicht besonders hohe Meinung über die neue Konkurrenz kundzutun. Dass neue politische Gruppierungen nicht willkommen sind, weil sie Hackordnungen stören und Privilegien gefährden, weiß man. Aber um Erlaubnis bitten müssen sie nicht. Wir sind ja schließlich...

ndPlusDaniel Kestenholz, Bangkok

Giftige Rezepte

In Thailands liberaler Hauptstadt Bangkok reibt man sich verwundert die Augen, in den ärmlichen Provinzen dominiert die Genugtuung: Mit Samak Sundaravej ist gestern im Parlament jemand zum Ministerpräsidenten gewählt worden, der sich als Mann des vom Militär weggeputschten Thaksin Shinawatra versteht. Die bunt zusammengewürfelte Koalition unter dessen Nachfolgepartei, der People's Power Party (PPP...

Ein Kotzbrocken
ndPlusMathias Wedel

Ein Kotzbrocken

Da können Historiker erklären was sie wollen – warum die Leute den Hitler gewählt haben, bleibt ein Rätsel: ein aggressives Männlein, bei dem jeder Satz eine Drohung war. War die Leidenschaft der Deutschen für schlechtes Theater daran schuld? Großmutter, die ich vor 40 Jahren danach fragte, gab an, der Mann habe »Charme« gehabt, und sie lächelte verzückt ins Gestern. Charme! Vielleicht sind ...

Seite 9
Manfred Loimeier

Ende der Hoffnung

Seit dem Biafra-Krieg Ende der 1960er Jahre sind Bilder von hungernden, ausgemergelten Kindern im Gedächtnis. Von Säuglingen, um deren Augen und Münder sich Scharen von Fliegen sammeln, von Kleinkindern mit dürren Armen und aufgeblähten Bäuchen. Nun greift die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie mit ihrem zweiten Roman »Die Hälfte der Sonne« eben diesen Krieg auf. Bereits ihr bemerkensw...

Heimatklänge mit Max und Dutti
ndPlusHeinz Kersten

Heimatklänge mit Max und Dutti

Eva, 35, attraktiv, mit Sohn im Lehrlingsalter aus Eberswalde, beschwert sich auf der Arbeitsagentur, dass sie nach mehreren Umschulungen und ABM-Stellen immer noch keinen Job bekommt. Angeboten werden ihr, drei Monate als Melkerin in die Schweiz zu gehen. Das hat sie auf einer LPG mit 600 Kühen gelernt. Auf der Alm muss sie nur mit 40 Kühen umgehen und einem Bergbauern, dem die Frau davongelaufen...

Startheater, Schmiede
ndPlusTom Mustroph

Startheater, Schmiede

Einen ihrer schönsten Theaterbauten verdankt die Stadt Berlin zwei umtriebigen Ungarn. In der letzten Dekade der Kaiserzeit – Berlin war da schon eine veritable Theaterhauptstadt – ging der noch keine 30 Jahre alte gebürtige Budapester Eugen Kovacs (er nannte sich später Eugen Robert) auf Geldsuche. Er sprach bei Immobilienmaklern vor, bei Modeunternehmern und Heizungsbauern und ergatt...

Seite 10
ndPlusAntje Rößler

Klangbad unter 24 Monden

Karlheinz Stockhausen starb im vergangenen Dezember im Alter von 79 Jahren. Viele Feuilletons berichteten in ihren Nachrufen ausführlich über seine Bedeutung für die Entwicklung der Musik nach 1950. Es fielen Schlagworte wie punktuelle, statistische oder aleatorische Musik, deren Inhalte sich zunächst nur Eingeweihten erschließen. Aber auch das breite Publikum bekam Stockhausens Hinwendung zu spir...

Martina Jammers

Spontanes Kalkül

Seinen Durchbruch erlebte er im Westdeutschland der fünfziger Jahre mit parallel und diagonal geführten Pinselstrichen, die an schwankende Gräser erinnern, den Eindruck leiser Bewegung evozieren. Der konstruktivistischen Kunst von Lineal und Zirkel stellte er seine emotionale Handschrift entgegen. Das Gestische gepaart mit dem Meditativen wurde zu seinem Markenzeichen. Wie Soulages, Wols und Fautr...

Seite 11
Elfi Schramm

Vorfahrt für Kinder

Versicherte der Gmünder Ersatzkasse (GEK) profitieren ab 1. Februar 2008 von einem neuen Kinder- und Jugendtarif, der besonderen Wert auf die Prävention legt.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

DONG hat zu Hause Imageprobleme

Der dänische Energiekonzern DONG Energy hält auch nach der Absage des geplanten Börsengangs an seinen umstrittenen Plänen für ein neues Kohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald fest. Das Unternehmen hat aber längst auch auf seinem Heimatmarkt ein Imageproblem.

Seite 12
Kurt Stenger

Der Générale-Verdacht

Trotz der zahlreichen Skandale mit umfangreichen Fehlspekulationen ist die Risikokontrolle von Banken noch immer lückenhaft.

Seite 13

Staudamm gefährdet Weideland

In Brüssel hat die an die Europäische Investmentbank (EIB) gerichtete Bitte Äthiopiens um Kredithilfe für das umstrittene Wasserkraftprojekt Gilgel Gibe III besorgte Aktivisten auf den Plan gerufen. Umwelt- und andere zivilgesellschaftliche Gruppen warnen, das am Omo-Fluss mit einem 240 Meter hohen Damm geplante Stauwerk im Südwesten des ostafrikanischen Landes werde wertvolles Weideland überschwe...

ndPlusStephen de Tarczynski

Australien interniert Flüchtlinge

In Australien hat die öffentlich- rechtliche Kommission für Menschenrechte und Gleichberechtigung (HREOC) das System der Zwangsinternierung für Asylbewerber kritisiert und seine Abschaffung gefordert. In einem neuen Bericht bemängelt sie vor allem die Zustände im Sicherheitstrakt des größten australischen Flüchtlingslagers Villawood in Sydney. Dort leben die Insassen wie im Gefängnis. Berüchtigt i...

Bill Gates und die Bauern
ndPlusMartin Ling

Bill Gates und die Bauern

An der richtigen Einsicht fehlt es nicht. »Wenn wir es wirklich ernst mit der Beendigung des schlimmsten Hungers und der Armut in der Welt meinen, dann müssen wir die landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse für Kleinbauern – von denen die meisten Frauen sind – umgestalten.« Für diese These erhielt der milliardenschwere Stifter Bill Gates großen Zuspruch auf dem Weltwirtschaftsforu...

ndPlusBenjamin Beutler

Für ein anderes Amerika

Das Buch »Lateinamerika im Aufbruch« wirft einen kenntnisreichen Blick auf die Erfolge und Perspektiven sowie die enormen Schwierigkeiten und Rückschläge der diversen Linksregierungen in Lateinamerika.

Narco-Villen im Visier der MST
Gerhard Dilger, Guaíba

Narco-Villen im Visier der MST

Brasiliens Landlosenbewegung hat neue Objekte für die Agrarreform ausgemacht: konfiszierte Grundstücke von Drogenhändlern.

Seite 14
Die Rezension - Lob fürs Rückgrat
ndPlusSimone Bartsch

Die Rezension - Lob fürs Rückgrat

Faszinierend, wie dieses Rückgrat alles zusammenhält und uns mehr oder weniger aufrecht durchs Leben gehen lässt! Dabei hat es so ein Wirbel nicht leicht. Tag für Tag, in jeder Stunde und Minute, wird er belastet, gedrückt, muss Stöße aushalten – und das sogar nachts, wenn wir schlafen. Gut, dass die Wirbel Verbündete in den Bandscheiben haben, die Erschütterungen abpuffern. Diese knorpelige...

Vorsicht, Bakterien!

Wer eine Reise nach Norditalien in die Region Venetien plant, sollte sich informieren, ob eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C sinnvoll ist. Das empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar sind dort in der Provinz Treviso 9 Jugendliche und junge Erwachsene an Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen erkrankt, die durch Meningokokk...

Mehr Schaden als Nutzen

ÖKO-TEST begutachtete über 300 Vitamin- und Mineralstoffpräparate und fand heraus, dass die meisten von ihnen mehr schaden als nutzen. Eine aktuelle amerikanische Studie verglich beispielsweise Risikofaktoren für die Sterblichkeit von älteren Frauen mit Diabetes: Betroffene Frauen, die täglich mehr als 300 Milligramm Vitamin C in Form von Tabletten eingenommen hatten, waren einem erhöhten Risiko v...

Gabriel B. Gruner

Therapie nach Standard

Damit Krebskranke in allen Teilen Deutschlands optimal behandelt werden können, sollen verstärkt Leitlinien für Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen erarbeitet und flächendeckend umgesetzt werden. Das sieht das »Leitlinienprogramm Onkologie« vor, das die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe vereinbart haben.

Seite 15
Neuer Akkord des Schach-Mozarts
Dagobert Kohlmeyer, Wijk aan Zee

Neuer Akkord des Schach-Mozarts

Magnus Carlsen (Norwegen) und Lewon Aronjan (Armenien) heißen die Sieger des Schachturniers der Weltelite in Wijk aan Zee (Niederlande). Mit jeweils 8,0 Punkten aus 13 Partien verwiesen sie die starke Konkurrenz auf die nächsten Plätze. Der Armenier Aronjan mit Wohnsitz in Berlin wiederholte damit seinen Erfolg aus dem vorigen Jahr. Einen halben Punkt hinter den beiden Gewinnern wurde Weltmeister ...

ndPlusErik Eggers

Bundestrainer Brand zieht Konsequenzen

Wortlos und mit düsteren Blicken hatten die deutschen Handballer am Sonntagabend die Siegerehrung in der Hakons Hall von Lillehammer verfolgt, und die Mienen hellten sich auch nicht auf, als sie nach einer endlosen Prozedur eine Teilnehmermedaille erhielten.Aber nicht allein der vierte Platz bei der 8. EM in Norwegen war für das Stimmungstief verantwortlich. Mit der herben 26:36-Niederlage im »kle...

Seite 16
Wolfgang Weiß

Als Albrecht Dürer ein Nashorn malte

Ein Poster erregt an vielen Ecken Berlins Aufmerksamkeit. Es zeigt eine mittelalterliche portugiesische Karavelle bei der Ankunft in Japan. Die Zeichnung aus dem 17. Jahrhundert, Leihgabe des Amsterdamer Rijksmuseums, lädt noch bis 10. Februar in die Ausstellung »Novos Mundos – neue Welten, Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen« im Deutschen Historischen Museum ein. Im Untergeschoß der...

Seite 17
Keine Kundgebung auf engen Straßen
ndPlusRainer Funke

Keine Kundgebung auf engen Straßen

Unter dem Motto »Sicherheit kostet Freiheit« will heute ein Bündnis linker Gruppen von der Friedrichstraße zum Alexanderplatz ziehen. Anlass ist der zweitägige »Europäische Polizeikongress«, der am Morgen im Congress Center gegenüber dem »Alexa« beginnt.Die Tagung, die von Industriekreisen als werbeträchtige Messe benutzt wird, befasst sich mit der Sicherheitslage, Bedrohungsszenarien und modernen...

Bernd Kammer

Bürger wollen keinen »Klimakiller«

Vattenfall hat sich im vergangenen Jahr richtig beliebt gemacht bei den Berlinern: Kaum hatte sie der schwedische Energiekonzern mit unverschämten Preiserhöhungen verärgert, da kündigte er auch noch den Bau eines 800-MW-Steinkohlekraftwerks an. Das soll bis 2015 das alte Lichtenberger Kraftwerk Klingenberg ersetzen. Umweltverbände machten umgehend Front gegen die geplante »Klimasünde«, und selbst ...

Karin Nölte

»Irgendwann steht das Ding da«

Es sollte eine ganz große Koalition werden: Alle fünf Fraktionen im Abgeordnetenhaus wollten sich gemeinsam gegen das vom Energiekonzern Vattenfall geplante Steinkohlekraftwerk in Lichtenberg wenden. Doch die Koalition platzte, bevor sie entstand. Zunächst jedenfalls. Im Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz stand der gemeinsame Antrag gestern an der Spitze der Tagesordnung. Doch ...

Seite 18

Begehren zwischen Sieg und Pleite

(ND). Fast wie einen Sieg versuchten gestern Spandauer LINKE und LINKSJUGEND [solid] das Ergebnis des Bürgerbegehrens zur künftigen Bebauung der Halbinsel im Glienicker See zu feiern. Mehr als vier Fünftel der Spandauer Wähler hätten sich am Sonntag für die Planungsvariante der Bürgerinitiative »Freunde der Halbinsel« ausgesprochen, meinten sie in einer Erklärung.»Auch wenn das erforderliche Betei...

Seite 19
Volkmar Draeger

Konzerte, Performances, Clubnächte

Die Transmediale ist heimgekehrt. Unter seinem neuen Kurator Stephen Kovats findet das Festival für Kunst und digitale Kultur im sanierten Haus der Kulturen der Welt (HKW) statt. Das Festival präsentiere mittlerweile ebenfalls eine Art Weltkultur, stellte Kovats auf der Pressekonferenz den Bezug zum Namen der Spielstätte her. Vielfältige Aktionen laden von heute bis zum 3.2. in deren Räume. Unter ...

ndPlusAnouk Meyer

Bekannt oder unbekannt in Pankow

Mürrisch, wie man ihn aus vielen Filmen kennt, erscheint Henry Hübchen. Melancholisch dagegen, mit seinen charakteristischen Tränensäcken, schaut Winfried Glatzeder ins Ferne, während Christa Wolf den Betrachter wie eine düstere Kassandra von unten fixiert. Diesen drei und vielen anderen Prominenten, aber auch ganz »normalen« Menschen begegnet man in den Fluren und Zimmern der Galerie Forum Amalie...

Seite 20
Wilfried Neiße

CDU provoziert Scheindebatte zu Geld und Gewalt

Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) nimmt den Landesjugendring gegen Angriffe aus der CDU in Schutz. Im Landesjugendplan steht eine finanzielle Förderung von unter zehn Millionen Euro im Jahr. 1999 waren es noch 14 Millionen Euro gewesen.Der Geschäftsführer der Jugendrings, Bernd Mones, hatte auf Mehrausgaben wegen gestiegener Steuern, Tarife und Energiekosten aufmerksam gemacht und gesagt, we...

Schachzug vor der Hessen-Wahl
ndPlusAndreas Fritsche

Schachzug vor der Hessen-Wahl

Der Linkspartei-Vorsitzende Oskar Lafontaine hat Kerstin Kaiser darum gebeten, ihre Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2009 einen Tag später bekannt zu geben als geplant. Kaiser verkündete ihre Bereitschaft zur Kandidatur am Sonntag beim Landesparteitag in Blossin (ND berichtete). Ursprünglich wollte Kaiser dies jedoch bereits am Sonnabend tun.Delegierte und Journalisten wurden am Morgen mit d...